(openPR) Gesundheitswesen unzureichend auf enorme Auswirkungen klimatischer Veränderungen vorbereitet
Anlässlich der "Rebellion Wave" vom 12.-21. Juni äußern sich Psycholog*innen und Psychotherapeut*innen erneut alarmiert über die Auswirkungen der Klimakrise auf die psychische Gesundheit. Die American Psychological Association (APA) macht bereits seit vielen Jahren auf die fatalen Auswirkungen der Klimakrise auf unsere psychische Gesundheit aufmerksam und benennt sozialen Folgen: Eine zunehmende gesellschaftliche Spaltung, wachsende Aggressivität durch z.B. Hitzewellen, aber auch die wachsende Häufigkeit von z.B. Traumatisierungen und Gefühlen wie Hilflosigkeit, Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung insbesondere für Frauen, Kinder und andere benachteiligte Gesellschaftsgruppen (https://www.apa.org/news/press/releases/2017/03/mental-health-climate.pdf).
Malte Klar, Dipl.-Psychologe und Psychologischer Psychotherapeut aus Berlin, engagiert im Koordinationsteam der Psychologists / Psychotherapists for Future (Psy4F) und bei Extinction Rebellion, erläutert "Mit der Klimakrise haben wir es mit der größten Krise der Menschheit zu tun - sie ist eine Multikrise, die auch mit gravierenden Folgen für die Gesundheit einhergeht". Er ergänzt: "Die Folgen der Krise auf die Gesundheit, insbesondere auch die psychische Gesundheit, sind heute schon spürbar und werden sich in den kommenden Jahrzehnten absehbar vervielfachen. Die Klimakrise kann zurecht Angst und Hilflosigkeit hervorrufen, zu viel davon kann krank machen."
Im Oktober 2019 hatte Richard Horton Herausgeber des renommierten Fachmagazin "The Lancet" alle Arbeitenden des Gesundheitswesens in Anbetracht der Klimakrise zu friedlichem zivilen Ungehorsam aufgerufen (https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(19)32260-3/fulltext#.XZo12Tn820k.gmail).
Lea Dohm, Dipl.-Psychologin und Psychologische Psychotherapeutin aus Stadthagen, ebenfalls engagiert bei den Psy4F und Extinction Rebellion sagt dazu: "Aufgrund der existenziellen Bedrohlichkeit der Klimakrise kann friedlicher ziviler Ungehorsam eine legitime Möglichkeit des Protests sein." Sie fordert weiter: "Die weitere Investition in fossile Brennstoffe auf Kosten unserer Kinder und Enkelkinder muss schnellstmöglich einen Abschluss finden".
Im Mai 2020 hatten bereits mehr als 350 Gesundheitsorganisationen, die über 40 Millionen Menschen aus dem Gesundheitswesen repräsentieren, einen offenen Brief an die G20 -Vertreter*innen gesandt. In diesem forderten sie, die staatlichen Investitionen in Folge der Covid19-Pandemie u.a. mit wissenschaftlicher Begleitung für Klimazwecke einzusetzen (https://www.who.int/news-room/feature-stories/detail/who-manifesto-for-a-healthy-recovery-from-covid-19).
Bereits 2019 unterzeichneten mehr als 4500 Psycholog*innen, Psychotherapeut*innen und Studierende der Psychologie, darunter viele international bekannte Expert*innen aus den Bereichen der Umwelt- und Sozialpsychologie, die Stellungnahme der Psychologists / Psychotherapists for Future (Psy4F, www.psychologistsforfuture.org).









