(openPR) Die Corona-Krise hat viele Hamburger Unternehmer an den Rand der Verzweiflung gebracht. Der Shut-Down der Wirtschaft konnte, dank der finanziellen Soforthilfemaßnahmen seitens der Hamburger Finanzbehörden und den Finanzhilfen des Bundes, etwas abgemildert werden und half Vielen die erste Zeit zu überbrücken. Strukturell bedingt, sind es insbesondere Kleinstbetriebe in den lokalen Stadtteilzentren, die die Corona-Krise besonders hart trifft. Viele der Betriebsinhaber haben Migrationshintergrund und waren im Krisenmanagement besonders herausgefordert.
“Dabei ging es vor allem darum, Details in den Antragsprozessen zu verstehen, um dann die Formulare vollständig, korrekt und mit den richtigen Nachweisen versehen einzureichen”, so die Experten vom Institut für Mittelstandsforschung in Mannheim (Ifm). Auch Celal Cengiz, Betriebsberater und Projektleiter im ESF-Projekt “LokalChance+” bestätigt: “Unsere Unternehmer-Hotline klingelte in den ersten Wochen nach der Schließung ununterbrochen. Die meisten Anrufer wollten dringend wissen, wie man die Anträge zur Hamburger Corona Soforthilfe oder für die Kurzarbeit korrekt ausfüllt oder wie man die Miete für das Ladengeschäft stundet.” Sein Projekt-Team führte in den ersten Wochen nahezu 300 Beratungen durch und beantwortete Solo-Selbständigen und Betriebsinhabern, aber auch angestellten Mitarbeitern die ersten dringenden Fragen. Ein großer Vorteil für die Anrufer/Innen war auch die Möglichkeit sich in mehreren Sprachen beraten zu lassen. So konnten viele Anliegen oft schnell und unkompliziert geklärt werden.
Seit einigen Wochen werden nun die Schließungen wieder aufgehoben und Friseurbetriebe und Gastronomen, sowie Einzelhändler kehren in die neue Normalität zurück. Neben den Abstandsregeln müssen Betriebsinhaber/Innen viele neue Arbeitsschutz- und Hygienevorschriften umsetzen, um die strengen Auflagen zu erfüllen und auch das Vertrauen der Kunden (wieder) zu gewinnen.
„Die Themen Arbeitsschutz und Entwicklung von Hygienekonzepten stehen im Qualifizierungsbedarf gerade ganz oben auf unserer Agenda“, betont Celal Cengiz. Sein Projekt, das aus dem Europäischen Sozialfonds und Mitteln der Freien und Hansestadt Hamburg finanziert wird, unterstützt insbesondere migrantische Betriebe sowie deren Mitarbeiter, bei Qualifizierung in betriebswirtschaftlichen Themen und der Organisation von Mitarbeiterschulungen. Einhergehend mit umfangreichen Hygiene- und Arbeitsschutzmaßnahmen müssen Betriebe u.a. die Preisgestaltung, den Service, aber auch Einsatzpläne für die MitarbeiterInnen anpassen.
“Soweit sieht es erst einmal gut aus, jedoch weiß man nicht, ob die Leute für etwas teurere Behandlungen in Zukunft Geld ausgeben werden”, meint Denise Kilincarslan, Kosmetikerin aus Barmbek. Auch Gastronomiebetriebe konnten wieder eröffnen, müssen jedoch von nun an nicht nur die Kundendaten dokumentieren, sondern auch umfangreiche technische Maßnahmen umsetzen, wie z.B. Abgrenzung der Stehtheke, Reduktion der Sitzplätze und bargeldlose Bezahlmöglichkeiten anbieten. Digitale Lösungen, wie z.B. Online-Bestellservices, digitale Speisekarten oder kontaktlose Bezahlung gewinnen in dieser Krise für Gastronomen, aber auch für andere Branchen an Bedeutung.
Das Hamburger Start-Up “SpeiseApp” bietet beispielsweise eine bequeme und kontaktlose Möglichkeit Essen direkt zum Tisch zu bestellen, aber auch als Abhol- oder Lieferservice anzubieten. “Mit unserer App wird in der Gastronomie Personal entlastet, es werden neue Marketingkanäle geschaffen und dadurch höhere Umsätze generiert. So sparen Gastronomen viel Zeit und Geld, sodass sich die digitale Investition bereits nach wenigen Monaten rentiert”, weiß Alexei Schmidt, StartUp-Gründer und Unternehmer aus Hamburg.
Digitalisierung wird mit großer Sicherheit ein wichtiges Thema sein, dem sich auch die lokalen Betriebe in Hamburg nicht entziehen können. Diese Krise verpflichtet Unternehmer zum Umdenken und hat somit auch Potential jetzt einen neuen Unternehmergeist in der Stadt zu wecken.
Das Projektteam „LokalChance+“ bietet individuelle und passgenaue Unterstützung und Informationen zu Fördermöglichkeiten für kleine oder mittlere Unternehmen u.a. beim Thema Digitalisierung z.B. über das „Go-Digital“ Förderprogramm des BMWI (www.innovation-beratung-foerderung.de). Bei einem kostenlosen Beratungstermin kann der Bedarf festgestellt und die Beantragung von Fördermitteln begleitet werden. Unternehmer-Hotline: 040/431 830 63 oder per Mail:








