(openPR) “Die aktuelle Lage in Zeiten der Corona-Krise stellt viele Unternehmen vor bisher nicht gekannte Heraus-forderungen.”
Dr. Norbert Lühring, Managing Partner Lischke Consulting
Die disruptive Form, in der wir die aktuellen Maßnahmen zur Eindämmung der Virus-Verbreitung erleben, erfordert neue Fähigkeiten zur Anpassung der Wertschöpfungsprozesse und der Lieferketten.
Operational Excellence kommt in diesem Kontext die wichtige Aufgabe zu, schnell auf diese veränderten Rahmenbedingungen reagieren zu können.
UMSTELLUNG DER WERTSCHÖPFUNGPROZESSE
Einige Unternehmen reagieren mit der Umstellung ihrer Wertschöpfungsprozesse auf Produkte, die aktuell dringend benötigt werden. Vor allem im Bereich der Medizintechnik und der Hygieneartikel bestehen aktuell Engpässe. So produzieren Autobauer Beatmungsgeräte oder Schnapshersteller Desinfektionsmittel.
Die aktuellen Beispiele sind vielfältig:
Das Kölner Unternehmen Klosterfrau Healthcare Group oder der französische Kosmetikhersteller L´Occitane stellen Produktionsanlagen auf die Herstellung von Handdesinfektionsmittel um.
Die Firma Mey – eigentlich spezialisiert auf die Produktion von Dessous und Nachtwäsche – stellt an ihren Nähmaschinen Mund-Nasen-Schutz für Krankenhäuser her.
Auch Trigema – bekannt als Hersteller für Sport- und Freizeitkleidung – produziert Atemschutzmasken und peilt die Marke von 100.000 Masken pro Woche an.
ZF in China, Zettl Automotive in Bayern, der Hemdenhersteller Eterna in Passau oder der Berliner Brautmodenhersteller Bianco Evento haben ebenfalls Teile ihrer Produktionskapazitäten auf die Herstellung von Schutzkleidung und Atemschutzmasken umgestellt.
Der Hausgerätespezialist Dyson ist in Kooperation mit dem Medizintechnik-Unternehmen Cambridge in die Produktion von Atemwegsgeräten eingestiegen.
Trotz dieser Erfolgsbeispiele sind der Umstellung der Produktion enge Grenzen gesetzt.
Neben den hohen Anforderungen an die Sicherheit in der Medizintechnik sind Zertifizierungs- und Zulassungsverfahren, sowie die Dokumentationspflichten für bestimmte Produkte zu beachten.
Außerdem müssen die Zulieferketten möglicherweise angepasst werden, wenn höhere Qualitätsanforderungen an Materialien den Wechsel von Lieferanten erfordern.
Ggfs. müssen auch neue Kompetenzen bei den Mitarbeitern aufgebaut werden. Im Sinne eines Anlaufs müssen neue Produktionsabläufe und -verfahren zunächst trainiert und beherrscht werden.
ES ZEIGT SICH, DASS EINE PRODUKTIONSUMSTELLUNG VOR ALLEM UNTER FOLGENDEN RAHMENBEDINUNGEN SCHNELL MÖGLICH IST:
Keine mehrstufigen Lieferketten über Länder / Kontinente hinweg, sondern Produktion vor Ort (in Deutschland) bzw. in der Region.
Zulieferung von Komponenten, die gleich oder ähnlich sind, sich ggfs. nur in ihrer Form unterscheiden. Hier ist z.B. der Einsatz von 3D Druck für Komponenten bei Beatmungsgeräten möglich, wenn die Konstruktionszeichnung eingelesen werden kann und entsprechende Kunststoffgranulate verfügbar sind.
Beherrschung von Verfahren – wie z.B. das industrielle Nähen.
Die (temporäre) Neuausrichtung der Wertschöpfung kann ggfs. auch über Kooperation erfolgen, wie das genannte Beispiel von Dyson zeigt. So ergeben sich in der aktuellen Krise neue Optionen und Chancen für die Bildung von Ökosystemen, in denen komplementäre Aktivitäten von Unternehmen zur Erfüllung aktueller Anforderungen eingebracht werden.
Möglicher, bereits schon vorher bestehender Handlungsbedarf zur Stärkung der Reaktionsfähigkeit in der Wertschöpfungskette, erhält aktuell einen neuen Sinn bzw. wird offensichtlich.
Hinterfragen von Ineffizienzen im Unternehmen, Ergreifen von Verbesserungspotenzialen.
Verbesserung der Kollaboration im gesamten Wertschöpfungsprozess:
"Wir alle erleben die Macht und Kraft der guten Zusammenarbeit in dieser Krise."
Dr. Norbert Lühring
Managing Partner
Lischke Consulting GmbH
https://www.lischke.com/










