(openPR) Interdisziplinäre Aspekte der Corona-Pandemie und deren Implikationen für Pflege und Gesellschaft
Wir sind in einer Krise mit kaum absehbaren Folgen für die Gesundheitsversorgung, die Daseinssorge, die Bildung, das soziale Miteinander, die Wirtschaft und das eigene Leben. In dieser unsicheren Welt sind Phasen wechselnder Deutungshoheiten festzustellen. Zunächst waren die Virologen bestimmend, dann die Epidemiologen, dann die Intensivmediziner. Der Verlauf läßt sich an der medialen Präsenz, aber auch an laufenden Forschungsförderlinien und laufender Forschung festmachen. Wo bleibt die Pflegewissenschaft? Sie (die Lehrenden, die Fachbereiche und die Fakultäten) funktionieren in der Bewältigung der Krise, in dem Versuch Lehre sicherzustellen und Pflegestudierende im Spannungsfeld von Praxis und Studium zu begleiten und doch sind sie öffentlich kaum wahrnehmbar. Im öffentlichen Diskurs, wie er sich in Zeitungen oder Talkshows entfaltet, sind andere Professionen im Vordergrund. Die vermeintlich gesellschaftliche Anerkennung in Form abendlicher Klatschsalven findet keine Entsprechung in der Anerkennung als wissenschaftlichen Disziplin in der Öffentlichkeit. Die Deutungsmacht obliegt anderen Professionen – noch – denn es ist absehbar, dass nach einer Phase der Reduktion professionellen und wissenschaftlichen Handelns auf die Gesundheit als oberste Maxime nun zunehmend auch ethische, soziale, psychologische und eben auch pflegerische Aspekte in den Blick kommen. Mit wachsender Kenntnis über Verlaufsformen, Mortalitätsraten und mögliche Therapien werden – das ist jedenfalls zu hoffen – vermehrt Fragen zur Versorgungs- und Verteilungsgerechtigkeit, der Lebensqualität in allen Bereichen des Gesundheitswesens, inkl. der häuslichen Umgebung und den Pflegeeinrichtungen aufkommen. „Wie überleben wir?“ wird durch die Leitfrage „Wie gestalten wir unsere Gesellschaft?“ verdrängt werden.
Wir haben aus diesem Grund einen rund 170-seitigen Reader zu aktuellen Diskursen und Projekten rund um Pflege und Pflegewissenschaft publiziert. beteiligt haben sich über 80 Hochschulen, Berufsverbände und wissenschaftliche Einrichtungen rund um die Pflegewissenschaft im deutschsprachigen Raum. Den kompletten Reader finden Sie unter diesem Link: https://www.pflege-wissenschaft.info/pflegewissenschaft_hpsmedia_corona.pdf
Für weitere Fragen und die wichtige Rolle der Pflege in dieser Krise stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.










