(openPR) "Nein, nicht die von Rügen, sondern die bei Rügen, denn Negast, der Ort in dem ich wohne liegt ja kurz vor Rügen", lacht Karola Soldmann, als sie der Spica Verlag den Besuchern der letzten Rügener Buchmesse vorstellte. Welches ihrer bisher erschienenen fünf Werke ihr liebstes sei und warum, sind die Fragen, die Karola Soldmann auf ihren Lesungen immer beantworten muss.
"Mein Roman –Küstenmenschen - zählt für mich persönlich zu den gelungensten. Inspiriert von persönlichen Erfahrungen und Erlebnissen, habe ich diese mit viel Fantasie und Einbildungskraft in eine Liebesgeschichte umgesetzt, wie sie in den Jahren nach der Wende hin und wieder vorgekommen sein könnte. Gerade die Zeit nach der Wende war für uns ehemalige DDR – Bürger eine Zeit des Lernens und des Umdenkens. Vieles, was selbstverständlich war, existierte plötzlich nicht mehr. Das Ringen der Betriebe um eine wirtschaftliche Existenz spielte im Leben jedes einzelnen eine große Rolle. Familien, die durch die Mauer jahrelang getrennt waren, fanden wieder zusammen. Die Mutter meiner Freundin wohnte im Westen und sie durfte ein, zweimal im Jahr in die DDR einreisen, um ihre Tochter zu besuchen. Das war für meine Freundin und für mich immer ein großes Ereignis. Brachte sie uns doch etwas mit, was es in der DDR nicht gab und ich konnte es meiner Freundin ansehen, wie sie sich auf das Wiedersehen mit ihrer Mutter freute. Hinzu kamen eigene Erfahrungen, wie es nach der Wende in den Betrieben zuging und wie die ehemaligen Chefs plötzlich die neuen waren und die Markwirtschaft für sich entdeckten, dabei, immer nur den eigenen Vorteil im Auge habend. Und ein weiterer Punkt war, dass ich als Fischerstochter Haut nah mitbekommen war, wie es in der Seefahrt und in der Fischerei zuging. Ich habe als Kind mehr als einmal erleben müssen, wie Seeleute, die mir bekannt waren, über Nacht verschwanden. Es hieß dann, dass sie in den Westen abgehauen waren und damit unseren Staat verraten hatten. Plötzlich waren das schlechte Menschen, obwohl ich sie mochte und mir nicht erklären konnte, dass sie ein Verbrechen begangen hatten. Mit den Augen des Erwachsenen sieht man das heute natürlich vollkommen anders. Diese Gedanken ließen mich auch in den Jahren nach der Wende nicht los und als ich endlich Zeit und Gelegenheit fand, meine Gedanken aufzuschreiben, habe ich den Versuch gewagt und ein Buch geschrieben, in dem ich diese Erlebnisse auf heitere Weise umsetzen konnte und ich denke, dass mir das ganz gut gelungen ist."
Dem haben wir nichts entgegenzusetzen, denn der Erfolg gibt ihr Recht.
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