(openPR) Das Rumpelblatt war eine freie, unabhängige, jugendeigene Zeitschrift im Landkreis Oberallgäu mit Sitz in Sonthofen und zweitweise mit Zweigredaktion in Kempten. Diese legendäre aber auch hoch umstrittene Zeitschrift erschien von Januar 1977 bis Juli 1980 in unregelmäßigen Intervallen. Die letzte Ausgabe erschien im Juli vor 40 Jahren.
Inhaltlich stand das Rumpelblatt den Ideen der Graswurzelrevolution sehr nahe. Man verstand sich als ein Teil der Alternativszene und als eine der damals sogenannten Alternativzeitungen. Gute Kontakte gab es etwa zum ‚Blatt‘ in München, dem ‚Lueginsland‘ in Augsburg, dem ‚Pflasterstrand‘ und dem ‚ID‘ (Informations-Dienst zur Verbreitung unterbliebener Nachrichten) in Frankfurt.
Die Themenschwerpunkte waren nicht nur Schul- und Jugendhausfragen sondern auch Wohnungsnot, Atomkraft - Nein danke!, Umweltschutz, Over-Tourism, Emanzipation, Jugendkultur, Ökologiebewegung, Zivildienst und ähnliches. Das Rumpelblatt war Mitglied bei der Jungen Presse Bayern e.V. und war bundesweit mit der Jungendpresse Deutschland (analog!) vernetzt.
Jubiläumsfest wegen Corona abgesagt
Geplant war eigentlich ein großes Fest zum vierzigjährigen Erscheinen der letzten Ausgabe im Sommer 2020. Doch wegen der Corona Epidemie entschieden sich die Macher kurzerhand für eine Online-Lösung.
Seit März 2020 betreiben einige Ehemalige der früheren Redaktion die Website rumpelblatt.de im Work-In-Progress-Modus. Nach und nach werden dort alle auffindbaren Ausgaben, begleitet von einer sozialhistorischen Aufarbeitung, veröffentlicht werden.
Wie viele alternative Stattzeitungen aus dieser Zeit wurde auch das Rumpelblatt zum legendären und immer noch bekannten Kultobjekt der Oberallgäuer Szene. Rund um die kleine Zeitschrift entstanden viele andere Initiativen: Theater, Künstlervereine, Filmprojekte, Bioläden und Cafés.
Der Rumpelblatt Reload kommt jetzt, weil die ehemaligen Macher der Zeitschrift die Erinnerung an ein solches Projekt als sozialhistorisch wichtig und bedeutsam einordnen: "Erst im fortgeschrittenen Alter - wir sind inzwischen fast alle über 60 – wurde uns so richtig klar, welche Bedeutung der etwas übermütig angestellte 'Kram' aus der Jugendzeit für die eigene Entwicklung und die unserer Umgebung gehabt hatte".












