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Veränderungen im Handel – Folgen von Corona

(openPR) Veränderungen im Handel – Folgen von Corona

Das Corona-Virus „schwappte“ nach Europa und von heute auf morgen war nichts mehr so wie es war. Die Katastrophe, man mag von Krise gar nicht mehr reden, hat das Leben der Bevölkerung durch die Einschränkungen völlig verändert. Und sie dauert weiter an. An eine baldige Normalität wagen noch nicht einmal die Politiker zu denken. Dennoch darf es auch erlaubt sein, den Blick in die Zukunft zu werfen. Wie wird die spätere Normalität in der Gesellschaft, in der Wirtschaft und hier insbesondere im Einzelhandel aussehen? Auch hat die Corona-Krise ja nicht nur etliche Verlierer hervorgebracht, sondern mehrere Branchen konnten die besondere Situation durchaus zu deutlichen Umsatzzuwächsen nutzen. Man denke nur an den Online-Handel, der mit seinen Lieferungen kaum nachkommt.



Die Studie von bbw Marketing Dr. Vossen und Partner hat es sich zum Ziel gesetzt, vor dem Hintergrund der enormen Unsicherheiten in fast allen Wirtschaftsbereichen die zu erwartenden Veränderungen in den Branchen zu erfassen und zu quantifizieren. Im Sinne von wichtige Branchen vor Corona und nach Corona. Die Basis der wissenschaftlichen Untersuchung bilden die eher qualitative Szenario-Forschung sowie die quantitativen Befragungen der Konsumenten und der Branchenexperten. Erleben die wichtigen Wirtschaftsbereiche, von Umsatzeinbußen oder Umsatzgewinnen abgesehen nach Corona „business as usual“ oder doch tiefer gehende Veränderungen auch im Hinblick auf das Konsumentenverhalten?

Die wirtschaftliche Entwicklung für das Gesamtjahr ist natürlich schwer abschätzbar, da sie maßgeblich von der weiteren Verbreitung des Virus und der politischen Reaktionen darauf abhängt. Selbst wenn in den kommenden Wochen wieder mehr und mehr wirtschaftliche Aktivität möglich wird und eine Normalisierung in den nächsten Monaten folgt, dürfte am Jahresende ein Rückgang der Wirtschaftsleistung von deutlich mehr als 5 Prozent stehen. Dies ist in der Größenordnung vergleichbar mit dem Einbruch der Finanzkrise. Bleibt eine schnelle Normalisierung aus, ist ein noch weitaus größerer Rückgang des Bruttoinlandsprodukts von 20 Prozent und mehr möglich.

Ökonomen, Politiker und Virologen streiten, wie lange der Stillstand dauern darf. Es werden verschiedene Möglichkeiten der Lockerung des „Shutdown“ diskutiert. Solange sich die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland nicht deutlich verlangsamt, soll kein Zeitplan für eine schrittweise Rückkehr zur Normalität vorgelegt werden. Ältere Menschen müssen aber wahrscheinlich deutlich länger als Jüngere mit Kontakteinschränkungen rechnen. Eines ist allen Modellen gemein, egal, wie die Politik entscheidet: Die älteren und vorerkrankten Menschen in unserer Gesellschaft sollen wirksam vor einer Infektion geschützt werden, bis es einen Impfstoff gibt. Die längeren Kontakteinschänkungen für ältere Menschen hätten aber neben wirtschaftlichen Kosten auch sog. „soziale Kosten“ zur Folge: Die sozialen Kosten können vielfältig sein. Alleinstehende haben keinen sozialen Kontakt mehr. Ältere Menschen vereinsamen. Es kommt zu Spannungen in Familien und häuslicher Gewalt. Psychische Probleme bis hin zu Selbstmorden treten auf.

bbw hat für drei Altersgrenzen (ab 55 Jahre, ab 65 Jahre, ab 70 Jahre) die Ausgabenausfälle im Geschäft mit privaten Haushalten zu beziffert. Basierend auf den Daten der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 2018 und der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung für Deutschland 2019 wird so ein reduziertes Ausgabenverhalten ermittelt, dass einer „normalen“ Entwicklung des Ausgabeverhaltens gegenübergestellt wird. Während im Bereich Nahrungsmittel, Getränke, Tabakwaren u. Ä. eine leichte Zunahme durch den fast kompletten Wegfall der Möglichkeiten eines Außer-Haus-Verzehrs zu konstatieren wäre, dürften die Ausgaben für Wohnen und Energie nur wenig verändert werden. Auch im Bereich Telekommunikationsausgaben dürfte sich kein Rückgang ergeben. Damit sind schon rund 50 Prozent der Ausgaben von Privaten Haushalten mit älteren Haupteinkommensbeziehern erfasst. Bei der anderen Hälfte der Ausgaben für den Privaten Konsum dürften die Rückgänge allerdings erheblich ausfallen. Je nach Einzelbereich bis zu 100 Prozent, also ein Komplettausfall der Einnahmen.

Bei den Ausgaben für Gesundheit wäre vor allem im Bereich Dienstleistungen für die Gesundheit noch ein leichter Rückgang zu berechnen, im Bereich Verkehr und Freizeit dagegen von deutlich mehr als 90 Prozent. Im Bereich Freizeit, Unterhaltung und Kultur können die steigenden Ausgaben für Software und Filme einschließlich Downloads und Apps sowie E-Books und Apps im Buchbereich den 100prozentigen Einnahmeausfall z.B. bei Pauschalreisen oder bei Freizeit- und Kulturdienstleistungen auch wegen ihrer noch geringen Umsatzgewichtung keinesfalls entscheidend schmälern. Im Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe ist die Zukunft bezüglich der Umsatzerwartung an die älteren Altersgruppen mit Kontaktsperre sehr düster. Allenfalls im Bereich Verpflegungsdienstleitungen kann ein kleiner Umsatzanteil noch mit Bring- und Holservice gerettet werden.

Die bbw-Berechnungen ergeben bei einer Fortsetzung der Kontaktsperre für alle Personen ab 55 Jahre in Deutschland einen monatlichen Ausgabenrückgang bei den privaten Konsumausgaben von 27,4 Milliarden Euro. Würde die Altersgrenze für eine Kontakteinschränkung bei 65 Jahren liegen, dann wäre die Ausgabenreduzierung auf monatlich rund 14,8 Milliarden Euro zu beziffern. Läge die Altersgrenze hingegen bei 70 Jahren dann würde der Ausgabenrückgang auf 10,9 Milliarden Euro sinken. Je nach Altersgrenze liegt der Ausgabenrückgang dieser Personengruppen zwischen 40 Prozent bei den über 55-Jährigen und bis zu 38 Prozent bei den über 70-Jährigen.
Bezogen auf die gesamten Konsumausgaben der privaten Haushalte im Jahr 2019 bedeutet allein eine Fortsetzung der Kontaktsperre für Personen ab 65 Jahren einen Umsatzrückgang von rund 10 Prozent pro Monat.

Betrachtet man die Einnahmeseite, so scheinen Einbußen bei den verfügbaren Einkommen der Privaten Haushalte unausweichlich. Diese werden durch die Aufstockung von staatlichen Hilfen zunächst abgemildert. Die Zahl der Arbeitslosen und Kurzarbeiter wird in den nächsten Monaten dennoch kräftig steigen. Immer mehr Unternehmen beantragen für ihre Mitarbeiter Kurzarbeitergeld. Zum Jahresende 2019 waren in Deutschland 2,227 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet. Zur Jahresmitte könnte die Zahl der Arbeitslosen auf 3 Millionen und mehr steigen.

Bisher nicht von Einnahmerückgängen betroffen sind die rund 20 Millionen Rentner und Pensionäre in Deutschland. Aktuell liegt das durchschnittliche Renteneintrittsalter in Deutschland bei gut 64 Jahren. Die Altersgruppe 65plus trägt fast ausschließlich nicht mehr zur Entstehung des Bruttoinlandsprodukts bei, spielt aber bei der Verwendung eine große Rolle.
In der Studie von bbw Marketing Dr. Vossen und Partner werden detaillierter Wirtschaftsbereiche in der Entwicklung, der Problematik, aber auch hinsichtlich der Chancen untersucht. Folgende Szenarien werden für 2020 erstellt, wobei auch Meinungsprofile der jeweiligen Branchenexperten und auch der Konsumenten eine große Rolle spielen: Lebensmittel, Technik und Internet, Wohnen, Freizeit und Urlaub, Mobilität sowie Gesundheit. Kontakt: bbw Marketing Dr. Vossen und Partner, Liebigstr. 23, 41464 Neuss, Dr. Jörg Sieweck (Tel. 02234499281, E-Mail)

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