(openPR) Wissen wird maßlos unterschätzt. In der Business-Welt zählen Umsätze, Aktienkurse und Bilanzen. Natürlich: In einer Marktwirtschaft geht es darum, ein Unternehmen gesund und gewinnbringend zu führen – erst dann kann es überleben, den Arbeitnehmern attraktive Löhne zahlen und die Anteilseigner zufriedenstellen. Doch die Schnelligkeit und Getriebenheit des Alltags bringt eine große Gefahr mit sich: dass weitere entscheidende Faktoren, die gemeinhin als „soft“ bezeichnet, aber die Zukunft knallhart bestimmen werden, komplett übersehen werden. Wer den Blick nicht endlich aus dem Nebel nimmt und die Besessenheit nach nackten Zahlen, Daten und Fakten für eine Fokussierung auf den wertvollen Schatz „Wissen“ aufgibt, wird die Zukunft komplett verschlafen.
Was unterscheidet den wissensorientierten Ansatz, bei dem jeder einzelne Mitarbeiter individuell geführt wird, von anderen Modellen, die aktuell diskutiert werden? Stichwort: Digital Leadership. Die Herausforderungen der Zukunft werden hierbei in die Führung integriert. Moderne Tools, etwa 3D-Drucker, Algorithmen-Software oder Echtzeiterkennung sollen dabei helfen, Mitarbeiter global zu vernetzen, Kosten einzusparen und Innovationen voranzutreiben. Die Hoffnung liegt darin, disruptive Chancen zu erkennen und ganze Branchen umzuwälzen. Der Nachteil: die Allgemeinheit des Ansatzes. Knowledge-Management wird zwar am Rande behandelt, doch der immensen Bedeutung von Wissen wird die Methodik nicht gerecht. Ein weiterer fundamentaler Schwachpunkt: Während die immer weitergehende Nutzung digitaler Möglichkeiten dazu führt, dass tendenziell immer mehr Arbeitskräfte gegen Maschinen eingetauscht werden, setzt der wissensbasierte Ansatz auf das Potenzial eben dieser Mitarbeiter; deren Wertschätzung ist das A und O.
Ein weiterer Trend besteht darin, auf Führung komplett zu verzichten, das Individuum rundum selbst entscheiden zu lassen. Doch hier lauert die Gefahr, dass jahrelang „eingeübte“ Denkweisen wie „Dienst nach Vorschrift“, den „Vorgesetzten bloß nicht mit neuen Ideen oder Verbesserungsvorschlägen stören“ oder „Ich bin hier ohnehin nur ein kleines Rädchen“ fortgeführt werden. Ein System ohne Führung verschenkt Potenziale. Mitarbeiter müssen motiviert werden, ihre Vorstellungen offen zu äußern, insbesondere jene, die nicht das Selbstvertrauen besitzen, sich mit kreativen Ideen einzubringen. In der heutigen Zeit mehr denn je – denn von allen Seiten werden ihnen erstrebenswerte Verhaltensweisen ins Ohr gelegt. Viele Mitarbeiter sind überfordert, orientierungslos – sie wissen nicht mehr wohin mit ihren Gedanken.
Im Brain-Data-Konzept sind die Mitarbeiter keine Nebendarsteller, sondern der Mittelpunkt des Unternehmens. Die Identifikation mit der Vision des Arbeitgebers wächst durch die einhergehende Aufmerksamkeit. Es geht nicht mehr nur um Geld, sondern eine gemeinsame Idee, an der jeder mitwirkt. Entscheidend ist, die Weitergabe, Ergänzung und Nutzung von Wissen zu begleiten, zu organisieren, zu delegieren und zu managen. Dies kann etwa durch die Erweiterung der klassischen Key Performance Indicators durch Knowledge Performance Indicators erfolgen – es wird gemessen, wie gut das Unternehmen im Bezug auf Informationsfluss, -austausch, -entwicklung und -nutzung agiert.
In der 19. Auflage der IBM-Studie „Global C-Suite Study“ betrachten 71 Prozent der Führungsverantwortlichen der „Reinventors“, den Vordenkern unter den Entscheidern, eine Kultur des Kollaborierens und unternehmensweiten Austauschs von Wissen als eines der Top-Themen der Zukunft. Manager stehen also unter Zugzwang, Wissen als Kernressource zu betrachten, angemessen zu managen und effektive Anreizsysteme zu entwickeln und anzuwenden.
Die Möglichkeiten der heutigen Zeit, Wissen zu bündeln und breit zugänglich zu machen, sind gigantisch gut. Cloud-Systeme zählen zu den wichtigsten und nachhaltigsten technologischen Trends der letzten Jahre. Mithilfe einer Knowledge Cloud kann unternehmensweites Wissen abgespeichert und konserviert werden – das Company Brain wächst stetig an, Vorsprünge gegenüber dem Wettbewerb werden generiert. Wird Wissen benötigt oder weiterentwickelt, wird der Schlüssel gezückt und die „Wolke“ aufgeschlossen. Unterschiedliche Sichtweisen fließen in den „Wissens-Stammbaum“ mit ein, sodass durch zielführende Vernetzung bereits jetzt messerscharfe Antworten zu Fragen erwachsen, die noch gar nicht gestellt wurden – dank der Schwarmintelligenz. Ein dynamischer Prozess des Austauschs und der Weiterspinnung neuer Ideen setzt ein. Zeit und Geld werden eingespart – Innovationsprozesse vereinfacht und beschleunigt.
Moderne, hellwache Manager erkennen, dass der ehemals „weiche“ Faktor Wissen längst die Spitzenrolle eingenommen hat. Sie haben die Ketten gesprengt, sich von der Hörigkeit gegenüber nackten Zahlen gelöst, bereit, einen fruchtbaren „Kulturschock“ in bekömmlichen Dosen einzuleiten. Wie auch vor wenigen Jahrzehnten die Kundenorientierung, die Clienting Centricity, das Marketing und den Vertrieb völlig revolutionierte – auch hier mussten Widerstände, stark wie Mauern, durchbrochen werden –, wird Knowledge Power wie eine riesengrolle Welle über die Branchen fegen und diejenigen Unternehmer als Gewinner hervorbringen, die sich angemessen auf diese scheinbare Überraschung vorbereitet haben. Quer denken, Regeln brechen und Mut beweisen.












