(openPR) Crowdfunding-Aktion für Architektur-Ikone erfolgreich gestartet
“Schon über 20 Prozent der gesamten Summe sind in den ersten Tagen zusammengekommen. Und das trotz des allgegenwärtigen Corona-Virus. Das ist ein guter Start!” freuen sich Michel Voëlin und Jörn Wagenbach angesichts des Engagements für ihr Herzensprojekt.
Bei der Crowdfunding-Aktion geht es um den Nachbau der ursprünglichen Holzfenster für das “Maison Cazenave”, ein baufälliges und von den letzten Besitzern verschandeltes Haus des Schweizer Architekten Hans Demarmels (1931-2010). Das 1965 errichtete Bau-Kunstwerk steht auf einem Hügel direkt am Jakobsweg unweit des weltbekannten französischen Pilgerorts Lourdes.
Seit 2. März bis noch bis zum 2. April läuft unter dem Titel “Dieses Haus braucht dich!” die Crowdfunding-Aktion auf der Schweizer Plattform wemakeit: https://wemakeit.com/projects/dieses-haus-braucht-dich
“Wir wissen, es gibt jetzt für viele Menschen wichtigeres, als eine Architektur-Ikone zu retten. Umso mehr freut es uns, zu sehen, wer sich alles engagiert”, sagen die beiden bekennenden Architektur-Fans.
Michel Voëlin, der gebürtige Basler und Jörn Wagenbach, der seit langem in der Schweiz lebende Deutsche, haben das vor rund fünfzig Jahren gebaute Haus zufällig im Südwesten von Frankreich entdeckt: “Wir wussten zuerst gar nicht, von wem das Haus ist. Aber wir spürten gleich: das ist etwas ganz besonderes.”
Mit Alfred Hitchcock zu neuen Fenstern
Die Architektur-Fans hoffen, 60’000 Franken für den Nachbau der originalen Holzfenster zu sammeln. Dies seien 10 Prozent des Gesamtbudgets. 90 Prozent der Renovierungskosten, die unter anderem auch ein komplett neues Flachdach und eine Sanierung des durchfeuchteten Mauerwerks einschliessen, stemmen die beiden Initianten aus eigener Kraft.
“Durch das Zerstören der Fenster wurde dem Haus die Seele geraubt”, sagt Architektur-Fan Michel Voëlin. “Wir suchen jetzt Menschen, die helfen, dieser Ikone moderner Baukunst die Seele zurückzugeben.”
Beide Initianten glauben fest daran, dass sich auch andere für den Erhalt der Architektur-Ikone einsetzen werden. Den Unterstützern der Crowdfunding-Aktion winken als Belohnungen unter anderem begehrte Design-Möbel, Übernachtungen im fertigen Bau-Kunstwerk oder kulinarische Höhenflüge. Und als besonderen Leckerbissen haben die Initianten für ihre Unterstützer ein Zürcher Kino reserviert. Passend zum Crowdfunding-Thema läuft der Film “Das Fenster zum Hof” von Alfred Hitchcock.
Mindestens so gut wie Le Corbusier
Neben der finanziellen Unterstützung geht es vor allem um die Verbreitung der avantgardistischen Architektur-Ideen von Hans Demarmels. Das Werk des vor zehn Jahren verstorbenen Architekten ist über die Schweiz hinaus kaum bekannt, hält aber dem Vergleich mit anderen Schweizer Architekturgrössen wie Le Corbusier durchaus stand.
Nach der Fertigstellung noch in diesem Jahr soll das Haus kein Museum werden, sondern offen für Übernachtungen aber auch Kulturveranstaltungen sein.
Damit bald Architektur-Interessierte aus aller Welt zum Haus am Jakobsweg pilgern, soll die vernachlässigte Architektur-Ikone wieder so dastehen, wie in ihrem Baujahr.
“Das Haus und wir haben den gleichen Jahrgang, da bleiben umfassende Renovierungsarbeiten nicht aus”, lacht Jörn Wagenbach, einer der Initianten.
Der frühere Direktor einer Schweizer Museumsgruppe, die unter anderem die Schlösser Lenzburg und Habsburg umfasst, weiss wovon er spricht: “Die Bausubstanz leidet, wenn unsachgemäss eingegriffen wird. Das Haus von Hans Demarmels wurde zudem sträflich vernachlässigt. Dass die originalen Holzfenster herausgerissen und die harmonische Abfolge von Fensteröffnungen und Türen völlig verändert wurde, ist eine Schande. Wir wollen zurück zum Original.”
Warum dreht sich das Crowdfunding gerade um die Fenster?
“Fenster ermöglichen Einblicke in das Haus und seine Geschichte. Und sie ermöglichen Ausblicke und ungeahnte Perspektiven - durch die geschickte Blickführung des Grundrisses und den sorgfältig orchestrierten Lichteinfall”, schwärmt Jörn Wagenbach.
“Momentan herrschen aber aufgrund der eigenhändig durchgeführten Rückbauarbeiten eher dicke Staubwolken im Haus.”
“Wir packen selbst an, wo immer es geht. Mittlerweile haben wir 30 Tonnen Schutt aus dem Haus herausgeholt - das sind umgerechnet 300’000 Schokoladetafeln”, rechnen die Initianten vor. “Ausserdem haben wir verputzen in alter Technik, mauern und Steine verlegen gelernt. Durch die Eigenleistung können wir einiges an Kosten sparen.”
Im Gegensatz zum “Maison Cazenave” in der Nähe von Lourdes steht stehen das ehemalige Privathaus von Hans Demarmels in Zürich bereits unter Denkmalschutz.
https://wemakeit.com/projects/dieses-haus-braucht-dich
Für Rückfragen oder Bildmaterial:
http://www.instagram.com/maisoncazenave
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