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Herausforderndes Verhalten: „Wir müssen den Code knacken“

09.03.202010:19 UhrGesundheit & Medizin
Bild: Herausforderndes Verhalten: „Wir müssen den Code knacken“
Dr. Wunibald Müller plädierte beim Fachtag in Liebenau für ein Leben in Achtsamkeit.
Dr. Wunibald Müller plädierte beim Fachtag in Liebenau für ein Leben in Achtsamkeit.

(openPR) MECKENBEUREN-LIEBENAU – Die Begleitung von Menschen mit herausfordernden Verhaltensweisen ist eine anspruchsvolle Aufgabe – in fachlicher und persönlicher Hinsicht. Die Stiftung Liebenau und die Zieglerschen haben dazu Konzepte und Methoden in zwei gemeinsamen Fachtagen vorgestellt. Mehr als 200 Fachkräfte aus dem Bereich der Behindertenhilfe erhielten dabei wertvolle Impulse für ihre tägliche Arbeit. Uwe Fischer, Geschäftsführer der Zieglerschen Behindertenhilfe, nannte sie „Fachkräfte für Zuversicht“. Prälat Michael H. F. Brock, Vorstand der Stiftung Liebenau, beschrieb „das Menschlichsein“ – losgelöst von Glaubensgrundsätzen und Leistungsprinzipien – als tragende Basis.



Im Verstehen liegt der Schlüssel

Dr. Christian Schanze, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie aus Landsberg am Lech, setzte in seinem Vortrag bereits bei der Deutung des Begriffs „Herausforderndes Verhalten“ an. Es sei nicht als Kampfansage oder Provokation zu verstehen, sondern als Anforderung an das soziale Umfeld. Enthalten sei eine Botschaft, die der betroffene Mensch nicht anders ausdrücken könne. „Wir müssen diesen Code knacken. Wir müssen das Verhalten verstehen“, forderte er. In der Diagnose sei daher nach körperlichen Erkrankungen und psycho-sozialen Belastungsfaktoren ebenso zu fragen, wie nach der kognitiven und, ganz besonders, nach der emotionalen Entwicklung. Es gelte, multi-professionell und multi-dimensional mit Herausforderungen umzugehen, Medikamentengläubigkeit hintanzustellen und nicht-pharmakologische Therapieformen weiter wissenschaftlich zu untersuchen.

Auf die Haltung kommt es an

Die Wege, die der Landschaftsverband Rheinland mit seinem „Verbund Heilpädagogische Hilfen“ geht, stellte die Diplom-Pädagogin Katja Bedra vor. Sie bezog sich dabei auf das Leitbild: „Gemeinsam ganz normal.“ Mit dieser Grundhaltung gehe es unter anderem darum, das Verhalten der jeweiligen Person zu verstehen, notwendige Strukturen zu entwickeln, die Eigenverantwortung zu stärken und Beziehungsarbeit zu leisten. Mitarbeitende bräuchten für den Umgang mit besonderen Herausforderungen ein gutes Netzwerk, eine hohe Fachkompetenz und vor allem eine Haltung, die lautet: „Du bist gut so, wie du bist.“ Wenn dies gegeben sei, dann sei sehr viel möglich.

Workshops zu verschiedenen Konzepten

Mit konkreten Konzepten und Methoden für ein gutes und erfolgreiches Arbeiten in einem herausfordernden Umfeld befassten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tagung in mehreren Workshops. Darin ging es zum Beispiel, um die Diagnostik der emotionalen Entwicklung, um unterstützte Kommunikation, um musiktherapeutische Möglichkeiten, um natur- und tiergestütztes Arbeiten und um spezielle Formen der Verhaltenstherapie.

Vom Ausbrennen zum Feuerentfachen

Weil die Arbeit in einem herausfordernden Umfeld kräftezehrend sein kann, war der zweite Tag der Stärkung persönlicher Kompetenzen gewidmet. „Vom Ausbrennen zum Feuerentfachen, vom Arbeitnehmer zum Unternehmer“ hieß der Vortrag von Dr. Ursula Fennen, Chefärztin der Fachklinik Hirtenstein. Sie schilderte eindrücklich, wie wichtig es ist, die eigenen Leistungsgrenzen und -potenziale zu kennen, sich seiner selbst gewiss zu sein und sich nicht von Ansprüchen jagen zu lassen. Zugleich plädierte sie dafür, Veränderung als Fortschritt zu erkennen. Die aktive Bereitschaft dazu kennzeichne einen Unternehmer. Auch Mitarbeitende mit unternehmerischem Denken füllten Gestaltungsräume und seien zuversichtlich, dass ihre Beteiligung eine Wirkung hat. „Vitalität und Lust an der Arbeit, entstehen nur durch das gemeinsame Brennen für etwas“, erklärte Dr. Fennen.

Schatzsuche statt Fehlersuche

Dr. Wunibald Müller, ehemaliger Leiter des Recollectio-Hauses der Abtei Münsterschwarzach, appellierte in seinem Abschlussvortrag an die Zuhörerinnen und Zuhörer, für eine angemessene Balance zwischen Arbeit, Pflicht, Muse und Freizeit zu sorgen. „Sie sollten nicht fragen, was macht mich krank, sondern was macht mich gesund“, sagte er. „Statt auf Fehlersuche sollten sie auf Schatzsuche gehen.“ Wichtig sei, sich des eigenen Wertes bewusst zu sein, gut auf sich selbst zu achten, sich Oasen-Zeiten einzuräumen, innige Beziehungen zu pflegen und in Achtsamkeit zu leben. Das bedeutet: „Wollen sie das Leben in der Fülle erfahren, dann müssen sie ganz in der Gegenwart leben“, betonte Müller.

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Weitere Infos zu den Angeboten der Stiftung Liebenau im Aufgabenfeld Teilhabe finden Sie unter www.stiftung-liebenau.de/teilhabe.
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