(openPR) Die chronisch lymphatische Leukämie (CLL) ist eine Erkrankung der blutbildenden Zellen und ist die häufigste Leukämieform bei Erwachsenen. Die derzeitige Behandlung besteht aus Chemotherapie und/oder der Behandlung von Patienten mit Antikörpern, die gegen die Leukämie-bildenden B-Zellen gerichtet sind. Diese Behandlungen sind jedoch nicht in der Lage, zwischen gesunden und leukämischen Zellen zu unterscheiden, so dass Patienten schwere Nebenwirkungen erleiden müssen.
Das Forschungsteam um Prof. Hassan Jumaa, medizinischer Direktor des Instituts für Immunologie an der Universitätsklinik Ulm hat eine neuartige molekulare Veränderung an CLL-Zellen identifiziert, die an gesunden B-Zellen nicht auftritt. Eine Variante des B-Zell-Antigenrezeptors, IGLV3-21 R110, wurde von dem Team als einzigartiger Biomarker für die aggressive CLL identifiziert. Die R110-Variante tritt in bis zu 20% aller CLL Fälle auf und befindet sich auf der Zelloberfläche, was sie für einen Nachweis oder Angriff leicht zugänglich macht.
Auf Basis der patentierten AVA-NextGenMonoclonals™ Plattform konnte das Team um Prof. Juuma punktgenaue diagnostische und therapeutische monoklonale Antikörper gegen die R110-Variante entwickeln. Die aktuelle Studie bestätigt das enorme diagnostische Potenzial von AVA-NextGenMonoclonals™ Antikörpern zur Detektion von CLL. Die Präzision der Diagnose wurde in vier unabhängigen Patientenkohorten verifiziert.
In Zukunft wird dieses molekulare Werkzeug eine schnelle und zuverlässige CLL Diagnose ermöglichen - eine wesentliche Verbesserung gegenüber der aktuellen DNA-Sequenzierungsdiagnostik, die mehrere Tage in Anspruch nimmt. Dr. Marcus Dühren-von Minden, CSO von AVA LifeScience, fügt weiter hinzu: "Der Einsatz von AVA-NextGenMonoclonals™ verbessert nicht nur Durchlaufzeiten in der Diagnostik, sondern könnte gleichzeitig ein maßgeschneidertes, leukämie-spezifisches therapeutisches Mittel liefern, das einzig auf Krankheitszellen abzielt, während gesunde B-Zellen geschont werden. Diese Spezifität ist ein großer Vorteil im Vergleich zu aktuellen Therapien und verspricht eine massive Entlastung der Patienten durch eine deutliche Reduktion von Nebenwirkungen".
Link zur Originalpublikation: https://www.pnas.org/content/early/2020/02/10/1913810117





