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Kein Abschuss von Schwarzwild in Naturschutzgebiet

13.02.2020 • 14:25 Uhr • Politik, Recht & Gesellschaft
Bild: Kein Abschuss von Schwarzwild in Naturschutzgebiet
Rechtsanwalt Dipl.-Jur. Jens Usebach LL.M. bearbeitet im Schwerpunkt das Jagdrecht
Rechtsanwalt Dipl.-Jur. Jens Usebach LL.M. bearbeitet im Schwerpunkt das Jagdrecht

(openPR) Das OVG Lüneburg hat mit Beschluss vom 14.01.2020 zum Aktenzeichen 10 ME 230/19 entschieden, dass der Schwarzwildbestand in einem Teil des Voslapper Grodens vorerst nicht zu eliminieren ist.

Aus der Pressemitteilung des OVG Lüneburg Nr. 1/2020 vom 15.01.2020 ergibt sich:

Die Klägerin ist die Pächterin eines von zwei im Naturschutzgebiet Voslapper Groden-Süd gelegenen Jagdrevieren. Die Stadt Wilhelmshaven ordnete ihr gegenüber an, den seit dem Jahr 2016 in dem Gebiet vorhandenen Schwarzwildbestand in ihrem Jagdbezirk auf Null zu reduzieren, um eine weitere Schädigung des Naturschutzgebietes zu verhindern.

Auf die dagegen durch die Jagdpächterin erhobene Klage und ihren Antrag auf vorläufigen Rechtsschutz hatte das Verwaltungsgericht die aufschiebende Wirkung ihrer Klage mit der Begründung wiederhergestellt, die Anordnung der Eliminierung des Schwarzwildbestandes in ihrem Revier verlange ihr Unmögliches ab. Dies folge bereits daraus, dass sich an ihr Revier ein weiterer Jagdbezirk anschließe, in den das Wild ungehindert wechseln könne.

Das OVG Lüneburg hat die hiergegen gerichtete Beschwerde der Stadt Wilhelmshaven zurückgewiesen.

Nach Auffassung des Oberverwaltungsgerichts erlaubt § 27 Abs. 1 BJagdG zwar entgegen der Auffassung der Jagdpächterin unter besonderen Umständen als "ultima ratio" die Anordnung eines Totalabschusses eines Wildbestandes in einem bestimmten räumlichen Gebiet und zwar im Grundsatz auch dann, wenn dies – wie vorliegend – der Verhinderung der erheblichen Schädigung eines Naturschutzgebietes dient. Gleichwohl habe das Vorbringen der Stadt im Beschwerdeverfahren die Auffassung des Verwaltungsgerichts nicht in Zweifel ziehen können. Vielmehr sei auch für den Senat nicht nachvollziehbar, wie von der Jagdpächterin eine Bestandseliminierung nur in ihrem Revier erreicht werden könne, wenn die Bejagung nicht in einer zwischen den beiden Pächtern der im Naturschutzgebiet gelegenen Reviere abgestimmten Art und Weise erfolgen solle und zudem in dem Nachbarrevier eine Bestandseliminierung nicht vorgenommen werde.

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