(openPR) EUFH-Studentin fährt zur Korfball-EM:
Julia Müller (20) studiert im dritten Semester Industriemanagement an der Europäischen Fachhochschule (EUFH) in Brühl und absolviert parallel ihre Ausbildung zur Industriekauffrau bei Neuman & Esser Deutschland, einer Maschinenfabrik, die Anlagen hauptsächlich für die Petroindustrie baut. Eine ganz normale duale Studentin also? Eigentlich schon, aber da ist noch eine „Kleinigkeit“: Julia fährt zur EM! Sie ist Mitglied der deutschen Auswahlmannschaft für die U 21-Korfball-Europameisterschaften, die vom 5. bis 11. November in Oeiras bei Lissabon stattfinden.
Korfball? Ein Druckfehler? Nein, denn „Korf“ ist das niederländische Wort für „Korb“. Niederländisch deshalb, weil die Sportart um 1900 in Holland entstanden ist und sich rasch in den Benelux-Ländern verbreitet hat. 1920 in Antwerpen und 1928 in Amsterdam war sie sogar olympisch. Allerdings war Korfball für die erste Hälfte des letzten Jahrhunderts wahrscheinlich ein bisschen zu fortschrittlich, um sich in ganz Europa durchzusetzen. Denn beim Korfball spielen je vier Frauen und Männer gemeinsam in einem Team. Kann das trotz unterschiedlicher körperlicher Voraussetzungen funktionieren? „Klar“, meint Julia, „Frauen haben immer Frauen und Männer Männer als direkte Gegenspieler Deshalb ist das kein Problem.“
Julia ist keine Zwei-Meter-Frau. Auch deswegen ist sie nie auf den Gedanken gekommen, es mit dem wesentlich bekannteren Basketball zu versuchen. „Wie so viele Mädels habe ich mit Ballett und Turnen angefangen. Als ich ungefähr sechs war, bin ich durch meinen Vater, der auch mein Trainer ist und der schon seit 30 Jahren Korfball spielt, zu diesem Sport gekommen.“ Obwohl die Körbe mit 3,50 Meter wesentlich höher hängen als beim Basketball, sind die Spielerinnen und Spieler von eher normaler Statur. „Wir haben zwar zum Teil sehr große Herren dabei, aber es gibt auch viele Mädels, die kleiner sind als ich.“ Dabei ist der Korb wesentlich schwieriger zu treffen, denn beim Korfball gibt es kein Brett hinter dem Korb, auf das man zielen kann.
Ein weiterer großer Unterschied besteht darin, dass es verboten ist, mit dem Ball zu laufen oder zu dribbeln. Wer den Ball bekommt, bleibt stehen und passt ihn zu einem Mitglied seines Teams. „Viele halten meinen Sport deshalb für undynamisch. Genau das Gegenteil ist der Fall, denn das Spiel ist sehr, sehr schnell, weil man sich ständig freilaufen muss. Es ist aber nicht nur Rennerei, sondern auch stark von der Taktik geprägt, weil man nur durch die taktischen Fähigkeiten des ganzen Teams zum Korberfolg kommen kann.“
Und wie schätzt Julia die taktischen Fähigkeiten der deutschen Mannschaft für die EM ein? „Top-Favoriten sind Holland und Belgien, denn dort ist Korfball Breitensport. Auch die Russen sind sehr stark. Aber wir haben es in diesem Jahr schon geschafft, die Belgier zu schlagen. Dementsprechend rechnen wir uns durchaus Chancen aus. Das Ziel des Trainers und unser Ziel ist Bronze.“
Ein ehrgeiziges Ziel, das natürlich nicht ohne intensives, regelmäßiges Training im Bereich des Möglichen läge. Das ganze Jahr über spielt Julia beim TuS Wesseling in der Verbandsliga. Eine deutschlandweite Bundesliga gibt es derzeit noch nicht; sie soll aber demnächst geschaffen werden. Im Verein trainiert Julia zweimal wöchentlich. Hinzu kommen die Wettkämpfe und ein Extra-Training am Wochenende. „Es ist nicht ganz leicht, Sport und Studium unter einen Hut zu bringen, denn zu der Zeit fürs eigentliche Training kommen ja auch noch die Fahrtzeiten hinzu.“
In der Vorbereitung auf Portugal kann es schon mal stressig werden, denn zurzeit stehen an jedem Wochenende vier bis fünf Stunden Training mit der Auswahlmannschaft auf dem Programm. „In der letzten Phase der Vorbereitung fahren wir außerdem jeden Abend nach Holland, um Vorbereitungsspiele zu bestreiten.“
Julias Sportart ist auf dem besten Weg, sich international durchzusetzen. Seit 1985 ist Korfball fester Bestandteil der World Games. Außerdem gibt es regelmäßig Weltmeisterschaften. Auch für Julia ein Ziel? „Natürlich. Momentan bin ich aber noch sehr, sehr jung. Die richtig guten Korfballer im Seniorenkader sind eine ganze Portion älter als ich.“
Julia ist in der Tat noch jung und schon jetzt auf dem besten Weg in eine erfolgreiche berufliche Karriere nach dem dualen Studium. Und vielleicht steht ihr darüber hinaus eine große sportliche Zukunft bevor. Warum sollte Korfball nicht wieder mal olympisch werden? Und eine Olympiasiegerin hervorbringen, die in Brühl studiert hat? Die Körbe hängen hoch, aber man weiß ja nie.
Renate Kraft
(Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit)
Europäische Fachhochschule
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