(openPR) München, 07.02.2020 – Wer mit der Materie tiefer gehend vertraut ist, kann über die Empörung bzgl. Fakebewertungen oder gelöschten Google-Rezensionen nur schmunzeln.
So verständlich der Ärger eines Ebay-Privatverkäufers über eine negative Kundenbewertung auch ist: nur Pipifax. Die Stammkneipe wurde gedisst? Alles Peanuts!
Wir haben das bekommen, was wir verdient haben: eine riesige und teilweise undurchsichtige Bewertungsindustrie.
Unfassbar, wer damit alles Geld verdient. Um nur einige Protagonisten zu nennen:
Rechtsanwälte, denn diese werden beauftragt, wenn es um Beleidigungen und ernsthafte Rufschädigungen geht. Allerdings sorgen einige unter ihnen auch mit reichlich Werbung dafür, dass der Nachschub nicht abreißt.
Agenturen, die den Karren wieder aus dem Dreck holen sollen, wenn Firmen zu viele unliebsame Urteile angesammelt haben.
Bewertungsplattformen, die damit werben, dass bei ihnen selbstverständlich jede Rezension handgeprüft und Fakes ausgemerzt werden würden.
Google itself, denn viele Bewertungen ziehen auch ein besseres Ranking für Unternehmen nach sich.
Große Portale, wie z. B. Jameda und Holidaycheck. Dahinter steckt der profitorientierte Burda-Verlag, der als Eigner nicht sofort erkennbar ist.
Marktbeherrscher wie Amazon und Ebay, die ohne Bewertungsmanagement überhaupt nicht funktionieren würden.
Da es in diesem Bereich nicht nur um ein bisschen Klimpergeld, sondern um Millionenbeträge geht, kann man sich leicht vorstellen, dass Schießen, Hauen und Stechen an der Tagesordnung sind und Fairness ein netter Gedanke bleibt.
Leider wird die Zukunft nichts Besseres hervorbringen. Je unmündiger sich Verbraucher gebärden, je häufiger sie Verantwortung abwälzen, desto mehr Wert und Marktmacht gewinnen Kundenbewertungen und Online-Rezensionen.
Vielleicht wäre es langsam einmal an der Zeit, Bewertungen als das zu sehen, was sie eigentlich sind: eine neue Form der Werbung.
Und wie wir schon lange wissen: Werbung sollte man nicht zu ernst nehmen.
Wir wissen doch, dass Süßwaren und "gesund", trotz des angeblichen hohen Milchanteils, nicht wirklich zusammengehen. Alkohol mag durchaus der Entspannung dienen, aber die Nebenwirkungen können diesen vermeintlichen Vorteil schnell ins Gegenteil verkehren. Und saubere weiße Bettlaken werden auch durch das tausendste neue Waschmittel nur marginal weißer als weiß.












