(openPR) Der Fluglärmbericht 2005 beider Basler Halbkantone zur Lärmsituation am Flughafen Basel Mulhouse wurde in der deutschen Presse weitgehend unkommentiert wiedergegeben, weshalb seine Brisanz nicht voll zum Ausdruck kommt.
Die Basler Regierungen halten in ihrem offiziellen Dokument mit Genugtuung fest, dass täglich weniger als 5 Flugzeuge oder 2% des gesamten Flugaufkommens des Flughafens über Basel abgewickelt wurden und beklagen gleichzeitig, dass die Benutzung der Ost-West-Piste zu gering sei. Daraus lässt sich kein anderer Schluss ziehen, als dass den Baslern die zu ertragenden Emissionen immer noch nicht gering genug sind. Es wirkt paradox, wenn die Stadt, die ihrem Flughafen den Namen gibt, selbst einen minimalen Anteil an den Fluglärmbelastungen trägt und dies auch noch klar zu Papier bringt. Denn gleichzeitig wird mit dem Argument des Nutzens für die umliegenden Anrainern gerechtfertigt, den Fluglärm nach Frankreich und Deutschland zu exportieren. Wenn hier scheinbar mit zweierlei Maß gemessen wird, so darf nicht übersehen werden, dass im Gegensatz zur Schweizer Seite kein solcher Fluglärmbericht von offizieller deutscher Seite veröffentlicht wird. Weder Landratsamt noch Regierungspräsidium oder die Landesregierung fühlen sich verantwortlich auf die massive Belastung ihrer Bürger hinzuweisen und verspielen so eine wichtige Möglichkeit die tatsächliche Belastung und ihre Veränderungen zu dokumentieren und kommentieren. Zur absoluten Blütezeit des Flughafens Basel Mulhouse im Jahre 2000/2001 mit 120000 Flugbewegungen machte sich die Abschottung des Basler Luftraumes durch überproportionale Nutzung der Deutschen Seite lautstark bemerkbar. Droht uns das bei einem florierenden Flughafen wieder? Ein Deutscher Fluglärmbericht könnte ein wichtiger Betrag sein, die Diskussion über die Verteilung der Emissionen zu versachlichen.
In Hohentengen und Umgebung hatte man in den 80er Jahren zu lange die zunehmende Belastung von Zürich Kloten stumm erduldet. In den 90ern wurde Unmut laut und heute sind die Fronten so verhärtet, dass die Schweiz von einer ernsten Bedrohung des guten Verhältnisses zwischen den beiden Staaten spricht. Baden-Württembergs Innenminister klagt über eine harte Atmosphäre beim Spitzengespräch der Verkehrsminister Deutschlands und der Schweiz, während die Vertreterin des Kantons Zürich ihm „keine Hoffnung“ auf die geforderte Reduktion der Anflüge über Südbaden um weitere 22000 pro Jahr macht.
Wegen der räumlichen Nähe und der vielen Gemeinsamkeiten in der trinationalen Agglomeration können wir uns verhärtete Fronten wie wegen Zürich Kloten nicht wirklich leisten und sollten bestrebt sein diese Situation bereits im Vorfeld zu verhindern.
Die deutsche Seite wäre daher gut beraten ihrer Verantwortung zum Wohle ihrer Bürger und im Hinblick auf ein streitbares aber konstruktives Miteinander zum Beispiel mit einem eigenen Fluglärmbericht gerecht zu werden.




