(openPR) (Baden-Baden/Ludwigsburg) Noch immer scheitern viele Innovationsprojekte. Die Ursachen sind vielfältig: Innovationsteams entwickeln eigenverliebt neue Produkte, ohne mit ihren Kunden gesprochen zu haben, verfolgen zu viele Projekte auf einmal oder arbeiten in Projekten, die „too big to fail“ sind – um nur die häufigsten zu nennen.
Das muss nicht so sein, so die Meinung von Dr. Christoph Dill, Spezialist für Lean Startup und Innovation sowie Autor der Neuerscheinung „Vom Markt zum Markt – reloaded“. Wer schnell wirtschaftlich erfolgreiche Produkte entwickeln möchte, sollte drei Punkte beachten.
Auf der Agenda ganz oben: Agile Produktentwicklung
Agile Produktentwicklung wird in der Managementliteratur derzeit als eine Art Wundermittel propagiert, neben dem alle anderen Konzepte verblassen. Das Motto lautet 'entweder agil oder klassisch entwickeln'. „Dieses Denken in schwarz/weiß ist meiner Ansicht nach völliger Unsinn“, so Christoph Dill, „denn beide Ansätze haben ihre Berechtigung.“ Für welchen Ansatz sich ein Team entscheidet, hängt von der Logik des Produktes ab und ist keine Frage der Philosophie. Die Frage lautet vielmehr: Was macht Sinn? Aus der Antwort ergeben sich dann vielfältige, intelligente Kombinationsmöglichkeiten.
Speed Innovation: Zeit ist Geld
Im Innovationszyklus geht es grundsätzlich immer darum, schnell zu sein. Das Unternehmen, das als erstes mit einer neuen Lösung auf den Markt kommt, diktiert den Preis und erzielt die höchsten Margen. Aus diesem Grund ist Speed in der Produktentwicklung ein wesentlicher Parameter. „Allerdings muss einschränkend gesagt werden“, so Dill, „dass ‚Speed‘ kein Selbstzweck und immer relativ zum Markt zu betrachten ist. Es gibt Märkte, in denen eine Entwicklungszeit von 3 Jahren schnell ist. In anderen hingegen ist das langsam.“
Beispielsweise sind Märkte mit sicherheitsrelevanten Produkten traditionell nicht so schnell. Dort, wo es um Gefahr für Leib und Leben geht, wollen Kunden nicht den letzten Schrei der Technik, sondern alte, erprobte Technologien einsetzen. Ebenso gibt es gerade im B2B-Geschäft Märkte, in denen die Innovationszyklen synchronisiert sein müssen. Kommt ein Komponentenhersteller mit seiner neuen Komponente ein halbes Jahr nach dem Neuprodukt des Kunden auf den Markt, hat es schlicht den Zugang verpasst. Hierzu Dill: „Es geht um den richtigen Zeitpunkt und um die entsprechende Fokussierung der Entwicklungsarbeiten. Dann macht Speed auch Sinn.“
An den Puls des Kunden gelangen
Um treffsichere Produkte zu entwickeln, müssen Entwickler mit Kunden bzw. Nutzern in einen permanenten Gedankenaustausch treten. „Klingt wie eine Binsenweisheit“, meint Dill, „wird aber häufig nicht praktiziert. Innovationsteams sind zu sehr in die eigene Lösung verliebt, beziehen Kunden bzw. User nicht oder zu wenig mit ein. Und wenn sie in den Austausch gehen, machen sie nur das, was der Kunde als Aufgabe formuliert. Das ist keine Innovation.“ Um sich gegenseitig zu befruchten, müssen Kunden und Entwickler allerdings ihre ‚Brillen aufbehalten‘ dürfen: Der Kunde darf seine aktuellen Probleme formulieren, und der Entwickler hinterfragt das, was er hört. Erst dann überlegt er, was er besser machen könnte.
Es geht dabei, so Dill, um zwei Dinge: „Erstens: Raus aus dem Elfenbeinturm, ran an den Kunden und mit ihm reden. Zweitens: Die Haltung der Entwickler ist entscheidend: Love The Problem, Not The Solution!“












