(openPR) Mainz. Wer gehofft hatte, die Zinsen könnten in den nächsten Monaten wieder steigen und das
Sparen attraktiver machen, dürfte aufgrund der aktuellen Entwicklung enttäuscht sein. Der scheidende EZB-Präsident Draghi stimmte jüngst die Märkte sogar auf weiter sinkende Zinsen ein. Und das bedeutet: In nicht allzu ferner Zukunft werden wohl auch Sparer mit durchschnittlichen Einlagen Strafzinsen zahlen müssen. Marija Kolat, Präsidentin des Bundesverbandes der Volks- und Raiffeisenbanken, sieht in den nächsten fünf Jahren keine Wende beim Leitzins.
Wer in diesem Umfeld eine nennenswerte Rendite erwirtschaften möchte, kommt an Aktien und
Aktienfonds nicht vorbei. Die Frage ist nur: Soll man in Value- oder Growth-Aktien investieren? „Beide
Investmentstile haben Vor- und Nachteile“, weiß der Mainzer Finanzcoach und Buchautor Antonio
Sommese.
Vorteil Value: Dividende
Er bezeichnet Value-Aktien als Substanzwerte, hinter denen zum großen Teil traditionsreiche und am Markt stark vertretene Unternehmen stehen. „Ein typisches Beispiel hierfür ist die Nestlé-Aktie. Wo immer man sich im Supermarkt umschaut, eigentlich entdeckt man überall Produkte dieses
weltgrößten Nahrungsmittelherstellers. Solche Substanzunternehmen schreiben in der Regel Gewinne und zahlen an ihre Aktionäre hohe Dividende“.
Growth: Wenn aus Fantasie Kurspotenzial wird
Growth-Aktien hingegen sind Wachstumswerte. Die entsprechenden Unternehmen schreiben
üblicherweise noch keine Gewinne und zahlen keine Dividende. Die Volatilität dieser Aktien, also das
Auf und Ab ihre Kurse, ist hoch. „Die Dividende von Growth-Unternehmen ist die Fantasie“. Bewährt
sich das Geschäftsmodell, werde aus Fantasie Kurspotential. „Ein typisches Beispiel für Growth-
Unternehmen ist der US-amerikanische E-Automobilhersteller Tesla. Die Akte ist volatil. Doch wenn die Rechnung von Elon Musk aufgeht, dürfen sich die Anleger über deutlich steigende Kurse freuen“, so Sommese.
Im Zeitalter des digitalen Wandels und der Chancen der Künstlichen Intelligenz wäre es ein Fehler,
nicht in Growth-Aktien zu investieren. „Viele Anleger denken in ‚Entweder-oder’-Kategorien. Ich
plädiere für ein ausbalanciertes ‚Sowohl-als-auch’“. Es mache also Sinn, das für eine Aktienanlage zur
Verfügung stehende Kapital teilweise in einen Value-Aktienfonds und einen Growth-Aktienfonds zu investieren. So sichere sich der Anleger die Vorteile beider Investment-Strategien.






