openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Sojaimporte mit artgerechtem und regionalem Futter reduzieren

20.09.2019 • 15:56 Uhr • Energie & Umwelt
Sojaimport Deutschland 2018
Sojaimport Deutschland 2018

(openPR) Sojaimporte mit artegerechtem und regionalem Futter reduzieren

(Wechingen, 19.09.2019)
Gesellschaftspolitisch muss ein Umdenken in der Tierfütterung hin zu mehr artgerechtem und regional Futter stattfinden. Vor allem in der Milchviehhaltung kann der hohe Einsatz von Kraftfutter in den Futterrationen durch einen höheren Anteil mit natürlichem und regionalem Grundfutter, insbesondere Gras, Klee, Luzerne und Heu, problemlos reduziert werden. Dadurch kann auf importiertes Tierfuttereiweiß verzichtet werden, wie z.B. brasilianischer Soja aus Gebieten mit abgeholzten Regenwäldern. Auch bei der Milchqualität kann mit dem Einsatz von Gras und Heu bessere Ergebnisse erreicht und einen höheren Anteil an Omega-3-Fettsäuren in der Milch erzielt werden.



Deutschland importiert jährlich mehr als 2 Mio. t Soja aus Brasilien
Rund Dreiviertel des benötigten Futtermitteileiweiß wird im Inland erzeugt. Der mit Abstand größte heimische Eiweißlieferant ist Dauergrünland. Gras, Grassilage, Heu und Trockengrün stellen mit einem Anteil von über einem Viertel die meisten Eiweißmengen für den Futtermittelbedarf in Deutschland zur Verfügung. In den letzten 10 Jahren ist die Eiweißlücke in Deutschland bei 26 % annähernd gleich hoch geblieben. Folglich hat Deutschland seit Jahren eine hohe Eiweißlücke von über 2,2 Mio. t Futtermitteleiweiß (verdauliches Rohprotein), die jährlich durch Importe gedeckt werden müssen. Hauptsächlich werden hierfür große Mengen an Soja aus Übersee nach Deutschland importiert.
Im Jahr 2018 lag in Deutschland die Importmengen von Soja/Sojaschrot, Sojakuchen und-Öl bei knapp 6 Mio. t (Naturalwert). Nach den offiziellen Zahlen des statistischen Bundesamtes (Destatis) wurden hiervon über 2 Mio. t Sojaschrote und Sojaölkuchen direkt von Brasilien nach Deutschland eingeführt, die hauptsächlich in der Tierfütterung eingesetzt werden.
Diese hohen Mengen würden einer Anbaufläche mit Soja von 1,3 Mio. ha entsprechen. D.h., dass für den deutschen Importbedarf an Soja rund 1,3 Mio. ha wertvolles Ackerland in Drittländern (wie z.B. in Brasilien), teils unter fragwürdigen Anbaumethoden, aufgewendet werden müssen. Wie viel Prozent des importierten Sojas aus Gebieten mit abgerodeten Regenwäldern stammt, kann schwer überprüft werden. Schätzungen der Tierfuttermittelbranche gehen von nur 60 % der Sojamengen aus, die nachhaltig zertifiziert sind1. Für knapp die Hälfte des nach Deutschland importierten Sojas mussten tropische Regenwälder von mehreren 100.000 ha weichen.

Große Potenziale liegen im Dauergrünland und bei kleinkörnigen Leguminosen
Der Bundesfachverband landwirtschaftlicher Trocknungswerke Deutschland e.V. (BLTD) fordert deshalb, dass auch weiterhin eine Bewirtschaftung von Dauergrünland mit effizienten Konservierungs- und Verwertungsalternativen ausgebaut werden müssen. Sowie ein verstärkter Anbau kleinkörniger Leguminosen als heimische Eiweißpflanzen, insbesondere Klee und Luzerne, können einen großen Teil zur Schließung der Eiweißlücke beitragen.
„Es ist alarmierend, dass Deutschland durch den Import von Soja aus fragwürdigen Quellen für die Problematik der illegalen Brandrodungen in den Regenwäldern mitverantwortlich ist. Es ist höchste Zeit, dass wir in Deutschland unsere eigenen Eiweißpotenziale ausbauen und nutzen. Dauergrünland als der größte Lieferant heimischen Eiweiß stellt jetzt schon den größten Anteil und muss auch künftig eine noch größere Bedeutung zukommen. Ebenfalls muss der Anbau von Klee und Luzerne stärker forciert werden. Dies funktioniere jedoch nur mit besseren förderpolitischen Maßnahmen“, so BLTD-Vorstandssprecher Anton Eller.

Soja ein Wunderfuttermittel?
Sojaschrote als Tierfutter einzusetzen ist seit Jahren in der Landwirtschaft sehr beliebt. Durch die günstige Aminosäurenzusammensetzung und dem hohen Proteingehalt können mit dem Kraftfutter vor allem in der Mast die Tiere schnell und viel Fleischmasse aufbauen. Auch in der Milchviehhaltung werden teils erhebliche Mengen an Soja eingesetzt, die jedoch ohne merkliche Milchleistungseinbußen mit einem höheren Anteil an Heu aus Gras, Klee und Luzerne sowie heimischen Rapsschrot deutlich reduziert werden könnten. Denn das Futter Heu (aus Gras, Klee oder Luzerne) kann die Milchkuh besser verwerten und die von Natur aus im Heu vorhandene Proteine um bis zu 20 % besser als Kraftfutter (hoher UDP-Gehalt von 40%) nutzen².

Mit der Natur arbeiten – die Vorteile von Heu und Gras nutzen
Eine gesunde, natürliche und ausgewogene Ernährung ist auch in der Viehhaltung von großer Bedeutung. Das artgerechte Futter für Rinder und Kühe ist Gras, Klee und Heu. Als Rauhfutterfresser haben sich Tiere im Laufe der Evolution auf ein Futter mit einem hohen Rauhfaseranteil wie Gras spezialisiert. Ein verdauungsfördernder hoher Strukturgehalt, niedrige Futterharnstoffgehalte und ein hoher Gehalt an Vitaminen, insbesondere ß-Carotin sind nur einige Vorteile des natürlichen Grünfutters, die sich positiv auf die Milchqualitäten auswirken.
Wissenschaftliche Studien belegen, dass durch die Reduzierung von Kraftfutter, bzw. Erhöhung artgerechten Futters wie Gras und Heu, der Anteil von Omega-3-Fettsäuren in der Milch signifikant steigen.³ „Es ist nicht verwunderlich, dass die besten Milchqualitäten mit dem für das Tier natürlichstem Futter erzeugt werden. Gesundheit fängt wie beim Menschen beim Essen an. Gras und Heu ist für Rauhfutterfresser das artgerechte und natürlichste Futter, das man dann auch in der Milch schmeckt,“ betont Anton Eller.

Der Preis macht‘s
Qualitativ hochwertige Milch, die mit einem reduzierten Kraftfuttereinsatz hergestellt wurde, hat jedoch seinen Preis. Für den Landwirt sind Erzeugerpreise von > 40 Cent/Liter Milch notwendig, wenn in der Milchviehhaltung vermehrt mit Gras und Heu gefüttert werden soll. „Auf Grund des zurzeit sehr niedrigen Milchpreis von < 34 Cent/Liter sind viele Landwirte gezwungen, mit günstigem Kraftfutter den letzten Millimeter aus der Kuh auszuquetschen“, moniert der Vorstandsvorsitzende Herr Eller.
Der Bundesfachverband landwirtschaftlicher Trocknungswerke Deutschland e.V. (BLTD) fordert in der Gesellschaft ein Umdenken zu mehr Regionalität. Denn Regionalität fängt schon beim Futter an. „Das Bewusstsein bei den Menschen muss hierfür geweckt werden. Wer nur nach der billigsten Milch oder Milcherzeugnisse im Kühlregal greift, akzeptiert auch somit eine für die Tiere ungesunde Ernährung mit hohem Kraftfutteranteil und ist durch den Sojaimport ein Stückchen mitverantwortlich für die Abholzung der Tropenwälder in Brasilien,“ so Herr Eller.


1 DVT Positionspapier 2019; „Schadet der EU-Sojaimport dem Regenwald?“
² LfL 2017; „Gruber Tabellen zur Fütterung der Milchkühe“
³ Ökologische Agrarwissenschaft Uni Kassel, Ehrlich 2006; „Untersuchung von Molkereimilchprodukten aus Deutschland auf gesundheitlich bedeutsame Fettsäuren …“

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 1061562
 1107

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Sojaimporte mit artgerechtem und regionalem Futter reduzieren“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Der Blog für HundefreundeBild: Der Blog für Hundefreunde
Der Blog für Hundefreunde
Wer einen Hund besitzt, kommt an diesem Online-Blog nicht vorbei. Hunde-futter-gratis.de liefert wertvolle Tipps und nützliche Informationen rund um das Thema „Hundefutter“ und bietet Hundefreunden die Möglichkeit, sich darüber auszutauschen. Der Markt für Hundefutter ist überschwemmt mit den verschiedensten Anbietern. Die Auswahl an unterschiedlichen …
Bild: Tierliebe beginnt im Herzen - und wirkt im Napf
Tierliebe beginnt im Herzen - und wirkt im Napf
… - Viele Tierheime stehen vor der Herausforderung, ihre Tiere angemessen zu versorgen, während die finanziellen Mittel knapp sind. Eine kontinuierliche Versorgung mit hochwertigem Futter ist jedoch essenziell für das Wohlbefinden der Tiere. So einfach kann echte Hilfe sein - mit einem Klick Tierheime entlasten. Tierheimsponsoring verfolgt ein innovatives …
Bild: Tierheimsponsoring kann für Tierheime die Rettung sein
Tierheimsponsoring kann für Tierheime die Rettung sein
FFTIN Tierheimsponsoring unterstützt Tierheime mit kostenlosem Futter Die Idee klingt ungewöhnlich, hat sich aber bereits seit 2005 bewährt: FFTIN Tierheimsponsoring versorgt Tierheime mit kostenlosem Futter, um diesen eine finanzielle Entlastung zu ermöglichen. Im Auftrag seiner bundesweit mittlerweile mehr als 200 Partner-Tierheime sucht FFTIN Tierheimsponsoring …
Bild: Fehlernährung des Hundes trotz Futterüberfluss
Fehlernährung des Hundes trotz Futterüberfluss
… Zivilisationskrankheiten wie z.B. Fettleibigkeit, Herz-Kreislauferkrankungen, Allergien, Krebs, Leberschäden, Diabetes, Nierenprobleme usw. Die meisten der erkrankten Hunde werden quantitativ (mengenmäßig zuviel Futter) überfüttert. Oft ist das Futter zusätzlich noch qualitativ schlecht. Was sind die Gründe für die vielen Zivilisationserkrankungen? - Das Futter enthält …
Auf Futterplatz.de das richtige Tierfutter bestellen
Auf Futterplatz.de das richtige Tierfutter bestellen
Es gibt viele verschiedene Arten von Tierfutter. Jedes Tier braucht sein eigenes und das Futter sollte auf das Tier eingestellt sein. Zudem muss jedes Futter welches in Deutschland verkauft werden soll kontrolliert und in speziellen Tierläden gekauft werden. Wer jedoch nicht die Zeit findet und kiloschwere Futtersäcke schleppen möchte, kann Tiernahrung …
Bild: Hochwertiges Futter für Hunde, Katzen und weitere TiereBild: Hochwertiges Futter für Hunde, Katzen und weitere Tiere
Hochwertiges Futter für Hunde, Katzen und weitere Tiere
… gibt es jetzt die entsprechenden Produkte auf vetena.de . Übergewicht und Diabetes sind die häufigsten Diagnosen bei Hunden. Gründe hierfür sind unzureichende Bewegung sowie falsches Futter für Hunde. Die Rasse der Hunde sowie das Alter sowie eventuell durchgeführte Kastrationen erfordern das richtige Futter für Hunde. Vor allem bei Diabetes leiden …
Bild: Mit Tierheimsponsoring Tierheime unterstützen
Mit Tierheimsponsoring Tierheime unterstützen
FFTIN Tierheimsponsoring hilft Tierheimen, Futterkosten deutlich zu senken Tierheimsponsoring - das klingt zunächst nach einer merkwürdigen Idee. Doch dahinter steckt ein gut durchdachtes Konzept, das bereits seit 2005 erfolgreich umgesetzt wird: Tierheime, die sich auch in Deutschland fast immer in existenziellen Nöten befinden, können am besten unterstützt …
Bild:  BDBe: Umweltausschuss des Bundesrates konterkariert Klimaschutzbemühungen bei Weiterentwicklung der THG-Quote
BDBe: Umweltausschuss des Bundesrates konterkariert Klimaschutzbemühungen bei Weiterentwicklung der THG-Quote
… als auch indirekte Landnutzungsänderungen wirksam ausschließen. Gleichzeitig entstehen bei der heimischen Produktion von Bioethanol erhebliche Mengen proteinreicher Futtermittel, die Sojaimporte beispielsweise aus Übersee ersetzen und somit zur Stabilisierung der europäischen Agrarmärkte beitragen.„Es ist widersprüchlich, wenn der Umweltausschuss der …
Bild: Agrarmärkte: Schwacher Euro bietet ExportchancenBild: Agrarmärkte: Schwacher Euro bietet Exportchancen
Agrarmärkte: Schwacher Euro bietet Exportchancen
… legte in der ersten Maidekade um 18,2 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu. Die Kehrseite der Medaille sind höhere Preise für die in US-$ notierten Rohöl- und Sojaimporte. Die Rohölpreise haben zwar weiter nachgegeben, doch durch den niedrigeren Euro schlägt der Preisrückgang bei uns schwächer durch. Der Ölmarkt ist überversorgt, es bestehen extrem …
Gesundes Futter ist individuelles Hundefutter
Gesundes Futter ist individuelles Hundefutter
Wer käme jemals auf die Idee, dass jeder Mensch das gleiche isst und genau die gleiche Menge Nährstoffe benötigt. Wohl niemand. Warum also werden an Tiere Futtermittel verfüttert, die nicht speziell auf den Hund oder die Katze abgestimmt sind? Auch Tiere sind speziell und benötigen ein individuelles Futter. Gerade Hunde weisen so viele Unterschiede auf. …
Sie lesen gerade: Sojaimporte mit artgerechtem und regionalem Futter reduzieren