(openPR) Das Cartoonmuseum Brandenburg zeigt die Jubiläumsschau dazu.
Peter Butschkow, geboren am 29. August 1944 in Cottbus, aufgewachsen in Berlin-Tempelhof und Ende der 1970er Jahre ausgewandert - lebt und arbeitet Peter Butschkow heute in Nordfriesland. Studium an der Staatlichen Akademie für Grafik- Berlin.
Zu seinem 75. Geburtstag zeigt das Museum exklusiv eine Auswahl der besten Cartoons und Arbeiten aus 57 Berufsjahren des prominenten humoristischen Zeichners und Texters.
„Wollta. Hatta. Issa. - Peter Butschkow“ - Cartoons 1962 bis 2019
So lautet der Titel der aktuellen Ausstellung im Cartoonmuseum. Mit rund 140 Objekten und Originalzeichnungen präsentiert dieses - in der Hauptstadtregion einzigartige Museum - einen Querschnitt durch das Lebenswerk von Peter Butschkow.
Über 100 Cartoonbücher mit inzwischen über zwei Millionen Auflage im ,,Hausverlag“ LAPPAN, jährlich fünf erfolgreiche Kalender im Heye-Verlag und diverse Glückwunschkartenserien machen ihn zu einem Bestseller-Cartoonisten. Deutschlands größte Fernsehzeitung HörZu druckt wöchentlich seinen Comic Strip - Cartoons erscheinen regelmäßig in Magazinen und Zeitschriften wie STERN, TV Movie, TV Pur, TV Hören & Sehen.
Das druckfrische Buch zur Ausstellung "BUTSCHKOW CARTOONS - Eine zeichnerische Biografie" mit 160 farbigen Seiten ist im Museum zum Preis von 18 € erhältlich.
Biografie von Peter Butschkow
Peter Butschkow wurde am 29.8.1944 gegen 15 Uhr umständehalber in Cottbus geboren. Aufgewachsen ist er im Berliner Heimatbezirk Tempelhof zwischen Linden und Mietshäusern. Dort erwarb er sich frühzeitig den Ruf, ein lustiger Kerl zu sein, der ebensolche lustigen Sachen sogar auf Haus-wände malen konnte. In der Schule verdarb er sich mit dieser Begabung die Noten, weil seinen Lehrerkarikaturen auf der Klassentafel die Anerkennung versagt wurde. In der orientierungslosen Zeit der Pubertät antwortete ihm eines Tages eine sensible Mitschülerin auf seine hilflose Frage, was, um Himmelswillen, er denn nur für einen Beruf ausüben könne: "Werd doch Grafiker! Kannst doch gut zeichnen!" Butschkow hatte keine Ahnung was ein Grafiker war, empfand den Tipp aber dankbar als willkommene Orientierungshilfe. Womit wieder mal bewiesen wäre, dass manch erfolgreiche Karriere auf dem Einfühlungsvermögen wachsamer Klassenkameradinnen geboren wurde.
Nach einem mittelmäßigen Schulabschluss begann Butschkow ein Studium auf einer privaten Kunstschule. Sein Vater, von Beruf Steuerberater, hätte sich wohl über einen innerfamiliären Adlatus gefreut, erkannte aber weise, dass er diesen Traum begraben konnte. Auf der Schule stieß Butschkow, eher an ein bodenständiges Milieu gewöhnt, auf künstlerische, intellektuelle Menschentypen, die in der Lage waren, eine nackte Frau stundenlang zu studieren und zu zeichnen, ohne dabei zu zittern. Nach vier nervösen Semestern verließ Butschkow frühzeitig und erschöpft diese Ausbildungsstätte und bewarb sich auf der Staatlichen Akademie für Grafik in Berlin. Deren Verlangen nach einem Praktikum entsprach Butschkow mit einer einjährigen Lehre als Schriftsetzer, wo er hauptsächlich für die Kollegen einkaufen musste und auf Anforderung gewaltige Berge Papier in die Buchbinderei zu tragen hatte. In der knapp verbleibenden Zeit erlernte er das historische Handwerk des Bleisetzers und das Gefühl für Schriften.
Danach startete Butschkow auf der Akademie für Grafik ein 4-jähriges Studium, wofür sein Vater nur "Ich weiß nicht, ob aus diesem Kerl jemals was Vernünftiges werden wird!" übrig hatte, zumal Butschkow während seiner gesamten Studienzeit an den Wochenenden mit seiner Rock Band „Team Beats Berlin“, in der er als Trommler für die Schläge zuständig war, durch die Heimatstadt und durch „Westdeutschland“ rockte. In seiner Examensarbeit arbeitete Butschkow mit Cartoons und erntete damit bei den Dozenten und Kommilitonen Spott. Werbung mit Karikaturen war damals noch absolutes Neuland.
1967 begann Butschkow sein Berufsleben als Grafiker in einer Berliner Werbeagentur. Chef war der in Berlin äußerst beliebte Ex Box Europameister im Mittelgewicht, Gustav ,,Bubi" Scholz, und gestaltete Anzeigen, Plakate und sonstige Werbemittel. 1971 verließ Butschkow nach der dritten Jahresrunde die Agentur und arbeitete fortan freiberuflich. Mehr und mehr missfielen Butschkow die künstlerischen Zwänge in der Werbung und das Leben in der Großstadt. 1979 zog er die Konsequenzen und in einen kleinen, paradiesischen Flecken, weit ab von Berlin, in ein altes Fachwerkhaus im Bergischen Land. Mit diesem Schritt widmete er sich nur noch der Kunst des Zeichnens, in Form von Cartoons und Comics. Er zeichnete für Postkarten, Poster und Kalender und veröffentlichte kleine Comic Strips und Cartoonseiten in diversen Magazinen und Zeitschriften.
1983 verließ er, von Landluft gesättigt und körperlich gesundet, die ländliche Oase und zog mit seiner zukünftigen Lebenspartnerin nach Hamburg. Hier gebar er seine neue Karriere und seine Partnerin zwei Söhne. Mehr und mehr, vor allem mit zwei kleinen Kindern, missfiel ihm wiederum die Großstadt. Er erwarb an der deutschen Nordseeküste ein malerisches Strohdachhaus und zog mit der Familie 1988 dort hin.
Seither veröffentlichte er über 100 Cartoonbücher mit weit über einer Million verkaufter Exemplare in seinem ,,Hausverlag" LAPPAN, zudem jährlich fünf erfolgreiche Kalender im Münchner Heye-Verlag, diverse Glückwunschkartenserien, erschien über 8 Jahre in Deutschlands größter Fernsehzeitung ,,HörZu" wöchentlich mit einem Comic Strip, zeichnete sporadisch und auch regelmäßig Cartoonseiten für große Magazine und verschiedene Zeitungen. U.a. STERN, TV Movie, TV Pur, TV Hören & Sehen etc., außerdem schrieb und produzierte er ein Filmprojekt für das ZDF-Kinderfernsehen mit dem Titel „Herr Pappen-heimer“.
Butschkow ist ein großer Fan von Tomi Ungerer und dem amerikanischen Karikaturisten McNelly. Obwohl in ihm auch die malerischen Cartoons einheimischer Kollegen, wie Michael Sowa, Rudi Hurzlmeier oder Gerd Haderer in ihrer atmosphärischen Ausstrahlung regel-rechte Verehrung auslösen, ist Butschkow zutiefst ein leidenschaftlicher Strichzeichner und ihm gewogene Betrachter machen ihn stolz, wenn sie angesichts seiner Cartoons bemerken, dass er ja "einen verdammt lockeren und lebendigen Strich hätte". Immer dann genießt Butschkow, dass er nicht Steuerberater geworden ist.













