(openPR) mianki & friends
Mit der neuen Ausstellungsserie mianki & friends zeigen wir ab Sommer 2019 einmal im Jahr die Künstlerinnen und Künstler der Galerie, welche in dem jeweiligen Ausstellungsjahr nicht mit einer Einzelausstellung vertreten sind. Dazu laden wir zwei bis drei Gastkünstlerinnen und -künstler ein, die uns an anderen Orten aufgefallen sind. Damit schaffen wir die Möglichkeit Neues zu entdecken und gleichzeitig an den aktuellen Entwicklungen unserer Künstlerinnen und Künstler teil zu haben. Freuen Sie sich auf die einzelnen Positionen und auf den Dialog in der Gegenüberstellung mit der jeweils anderen.
Ausstellung:
mianki & friends
Zeichnung, Malerei, Objekt, Skulptur, Plastik, Textilkunst, Duft-Kunstwerke
Künstler:
HALFA, Ulrich Haug, Claudia Kallscheuer, Christophe Laudamiel, Ev Pommer, Jens Rausch, Nike Schroeder, Constanze Vogt
Vernissage:
Donnerstag, den 11. Juli 2019, 19 – 23 Uhr
Ausstellung:
12. Juli – 24. August 2019 | Di – Fr 15 – 19 | Sa 11 – 16
Ort:
mianki. Gallery, Kalckreuthstr. 15, 10777 Berlin
Die von der mianki.Gallery vertretenen Künstlerinnen und Künstler, sowie unsere Gäste, lassen sich nicht auf „einen Nenner bringen“. Wie auch, bei Schaffenden, die sich gerade durch ihre Innovationskraft auszeichnen! Folglich ist auch das Galerieprogramm ein beständiges Weiter.
Und doch verbindet die Künstler eine Auseinandersetzung insbesondere mit Raum und Räumlichkeit. Ertasten und greifen aus dem Rahmen, lösen von der Wand, zeichnen in den Raum hinein. Licht umwerben, stellen. Raumillusionen werfen.
Die Wahl besonderer Materialien unterstützt die Inszenierung von Raum, ermöglicht ungewöhnliches Spiel mit Raum durch Reflexion. Dabei geht es den Künstlern weniger darum, die Ungewöhnlichkeit des Werkstoffs zu zelebrieren. Vielmehr ist es die Selbstverständlichkeit im Umgang mit Heißkleber, Beton, Nähseide, Laub, Duftmolekülen oder Licht, die eine ungewöhnliche Wahrnehmung des umschlossenen Raums oder des geschaffenen Objekts erlaubt.
Außergewöhnliche Materialität verdichten die Künstler an (selten flachen) Oberflächen. Der Verdichtungsprozess folgt dabei häufig klassischen Techniken, der Malerei, der Zeichnung, der Plastik, der Fotografie.
Die Techniken sind jedoch ins Zeitgenössische geholt: die Zeichnung bekommt plötzlich eine räumliche Struktur, die monochromen Scherenschnitte entpuppen sich als Laub, die Stoffbahn, auf die das Werk gemalt ist, ist bei näherem Hinschauen ebenfalls gemalt, die Fotografie wird zur Malerei, jedoch gemalt mit Licht statt Farbe.
Illusion und Reflexion. Die Künstler verführen, vielleicht gerade durch die Kombination von geübten Techniken und außergewöhnlichen Materialien. Sie locken Blicke hinein in die Vielschichtigkeiten ihres Werks, in seine Komplexitäten. Blicke lernen dabei Fühlen. Das Werk erschließt sich in der Emotion.
Die Künstlerinnen und Künstler
HALFA
Detlef HALFA verfolgte keinen Stil – er verfolgte eine Haltung. Oberflächen wurden mit einer selbst geschnittenen Musterwalze von Hand gerollt. Pinsel und Bürste waren tabu. Moiréstoffe wurden als Malgrund eingesetzt. Zahlenquadrate errechnet und akribisch auf Filz, Stoff oder Leinwand übertragen. Und die Fotokopie eines Zahlenplans wurde mit Zeichnung, Malerei und Collage versehen. Wobei alle verfügbaren künstlerischen Malmittel zur Anwendung kamen.
Ulrich Haug
Ulrich Haugs Arbeiten sind Bild und Objekt. Sie sind flächig und rechteckig – und erinnern somit an die Konturen von Gemälden. Gleichzeitig entfalten sie eine objekthafte und skulpturale Präsenz im Raum. Tafeln und Blöcke aus Wachs und Beton – das sind die ersten Eindrücke der Stoffe mit denen Ulrich Haug arbeitet und die unterschiedlicher in ihrem Ausdruck nicht sein könnten. Seine Arbeiten vereinigen Zartheit und Kraft. Sie sind still und meditativ und doch rufen sie laute Erinnerungen wach. Sie sind transparent und tiefgründig, schwebend und zugleich schwer und wirken wie seltsam vertraute Steinplatten, verwitterte Hausfassaden oder kostbare Schatzkästchen.
Claudia Kallscheuer
Schreiben und Zeichnen an der Nähmaschine, Sticken und Nähen und Fäden auch mal hängen lassen – ungewöhnliche Ausdrucksformen in der Kunst Claudia Kallscheuers. Kleinigkeiten im Wert hervorzuheben, Werte die wir meist nicht mehr beachten. Claudia Kallscheuer entrückt das scheinbar Belanglose, prozesshaft, wiederholend, verknüpft mit einem kalkulierten Fadenchaos. Durch die gestickte Umsetzung erhalten die Arbeiten eine nachdrückliche Relevanz. Fadengeschriebene Botschaften, denen erst das Garn besonderes inhaltliches Gewicht verleiht.
Christophe Laudamiel
Christophe Laudamiel ist Parfümeur, Duftkünstler, Autor und Dozent. In seinen Ateliers in Berlin und New York entstehen weltweit bekannte Parfüms und international ausgestellte Duft-Kunstwerke. Seine künstlerische Arbeit mit Düften begann 2003 mit Werken für die Art Basel Miami, die Galerie Knocke, Belgien, und Ausstellungsbeteiligungen in New York, Paris, Sao Paulo, London und Davos (WEF). Weltweite Beachtung fand die von Christophe Laudamiel kuratierte „ScentOpera“, 2009 uraufgeführt im Guggenheim-Museum New York und Bilbao.
Ev Pommer
In Ev Pommers Arbeiten spielen Anwesenheit und Abwesenheit, das Zusammenspiel von Sichtbarem und Unsichtbarem wie auch der Gegensatz von Innen und Außen eine wichtige Rolle. Sie geht von der horizontalen und vertikalen Dimension des menschlichen Körpers aus, beides Vektoren, welche die Anwesenheit eines Körpers im Raum skizzieren und bereits annähernd beschreiben. Dabei funktioniert der fiktive Körper als Leerstelle. Das verwendete Material vergegenständlicht diese bzw. seinen Bewegungsraum.
Jens Rausch (Gastkünstler)
In seinen Arbeiten setzt sich Jens Rausch ganz im Sinne der Recycling-Idee mit natürlichen Kreisläufen und Zyklen auseinander: Im malerisch-künstlichen Prozess kommen dabei Materialitäten wie Asche, Bitumen, Eisenoxid, Feuer und Ruß zum Einsatz. Also jene Materialien, die ihrerseits bereits aus Transformationsprozessen stammen bzw. diese auslösen. Der Moment des Zufalls spielt dabei eine wichtige Rolle, da sich die ausgelösten und teils noch weiterarbeitenden Prozessabläufe nur bedingt steuern und kontrollieren lassen. So verbinden sich in seinen Werken die künstlich ausgelösten, natürlich ablaufenden Prozesse durch den künstlerischen Dialog zu einer komplexen Einheit und korrelieren dabei mit dem jeweiligen Bildmotiv.
Nike Schroeder (Gastkünstlerin)
Nike Schröders künstlerische Arbeit bewegt sich zwischen Skulptur und Installation, kann aber gleichzeitig als fundamental neue Malerei aufgefasst werden. Sie bestickt Leinwände in mathematischen Rastern mit sanft angelegten Farbverläufen aus herabhängendem Garn, wobei das eigentliche Bild vor- und unterhalb der schräg abfallend aufgezogenen Leinwand passiert und sich erst dort komplett darstellt. Diese stufenartig geometrische Anordnung der aufgenähten Fäden erlaubt eine Interaktion mit atmosphärischen Umgebungslicht und Windzügen auf unterschiedlichen Ebenen. Es zeigt sich ein natürlich entstandenes kinetisches Spiel aus Leichtigkeit und Schwerkraft, das sich poetisch zu jedem Luftzug bewegt. Ein simultaner Effekt von Erschaffen und sich Auflösen entsteht. Anliegen der Künstlerin ist hier, der Norm der klassischen Malerei zu entgleiten und freien Negativraum mit Gestik zu füllen.
Constanze Vogt
Die Kieler Künstlerin Constanze Vogt bewegt sich mit ihren Arbeiten zwischen den unterschiedlichen Medien. Ihre Zeichnungen, Installationen, Objekte und Texte zeichnen sich durch eine reduzierte Materialwahl aus. Materialien wie Papier, Sprache und Licht nutzt und bearbeitet Sie für ihre Auseinandersetzung mit dem Thema der Zwischenräume. Der extensive und nahezu rituale Arbeitsprozess, mit dem sie das Material transformiert, ist in ihren Arbeiten deutlich sichtbar. 2015 erhielt Constanze Vogt den Gottfried-Brockmann-Preis der Landeshauptstadt Kiel.
Abdruck frei / Belegexemplar erwünscht





















