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Entartet, verfemt, gejagt

26.06.201917:25 UhrKunst & Kultur
Bild: Entartet, verfemt, gejagt
"Unheil" von Horst Dieter Bürkle

(openPR) Buchveröffentlichung: Künstler der Darmstädter Sezession im Dritten Reich

Als Max Beckmann 1937 mit zwei Koffern in den Zug nach Amsterdam steigt, sind bereits 590 seiner Bilder von der Gestapo beschlagnahmt. Werke der Moderne werden aus den Museen geraubt und in der Wanderausstellung „Entartete Kunst“ an den Pranger gestellt. Die Schöpfer erhalten Arbeitsverbote, viele flüchten aus Deutschland, manche werden verhaftet. „Kaum ein anderer Künstlerkreis war während jener unheilvollen Epoche auf unterschiedlichste Weise in vergleichbarem Ausmaß von den perfiden Maßnahmen der seinerzeitigen Machthaber existenziell dermaßen betroffen wie der der Darmstädter Sezessionisten“, so Buchautor Horst Dieter Bürkle. Den Entarteten und Verfemten aus den Reihen der Darmstädter Sezession hat der Fotograf und Filmemacher jetzt ein Buch gewidmet, ihre Schicksale recherchiert und als 17 exemplarische Berichte zusammengefügt: „Unheil“ ist nun im Justus von Liebig Verlag erschienen.

Dem Unheil auf der Spur

Der Autor skizziert schonungslos den „langen Weg zum Galgen“ des Literaten Theodor Haubach und berichtet vom „Proletarischen Rubens“ Paul Kleischmidt, der Frauen in barocker Üppigkeit malt und sein Werk durch einen Wohnungsbrand nur einen Tag vor dem Einmarsch der alliierten Truppen verliert. Künstler jüdischer Herkunft verlassen das Land, wie die Zeichnerin, Naturwissenschaftlerin und Weltreisende Erna Pinner. Sie flüchtet vier Wochen nach dem Erlass des „Gesetzes zum Schutz deutschen Blutes“. Der Maler Ludwig Meidner etwa kehrt zurück und wird nach vielen Jahren im englischen Exil im hohen Alter doch noch mit Auszeichnungen geehrt. Beckmann bleibt in den USA.

Der Phoenix wird 100

„Die Darmstädter Sezession hat als eine der ganz wenigen Künstlervereinigungen das ,Unheil’ des Dritten Reiches überlebt“, sagt Geschäftsführerin Inez Gengelbach. Die Gründung im Jahr 1919 liegt nun 100 Jahre zurück und ist Anlass für Bürkle, sein neues Buch vorzustellen. Der im Feuer des Krieges fast vergangene „Phoenix“ feiert heute sein 100-Jähriges mit dem Kunstfestival „Den Bogen spannen“ 100 Tage lang – vom 8. Juni bis 15. September 2019 in Darmstadt, Frankfurt und Berlin.

Horst Dieter Bürkle
Unheil
Justus von Liebig Verlag, Darmstadt, 2019
ISBN: 978-3-87390-417-0
340 Seiten
24,80 Euro inkl. MwSt.

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