(openPR) Es ist wirklich schwer, die Diskussionen zu übersehen, zu überhören oder zu überlesen, die es zur Zeit um die Posts und Meinungsbildung bei Facebook, YouTube, Instagram und Co gibt. In allen Medien wird darüber diskutiert, wie schlimm Falschmeldungen, Hasskampagnen und gefakte Darstellungen unkontrollierbar dafür sorgen, dass sich Wirklichkeit und Wahrheit aufzulösen scheinen, wie Butter und Nutella auf einem warmen Toastbrot.
Da kabarettieren namhafte Comedian zur besten Sendezeit über das Übel, dass Hinz und Kunz scheinbar vollkommen anonym über die sozialen Medien ihre Meinungen preisgeben dürfen und wünschen sich Maßnahmen, dass dies doch besser erst nach Gesichts- und IQ Kontrolle möglich sein sollte. Andere Kollegen der lustig aufklärenden Zunft verabschieden sich sogar – über Facebook und Co – von Facebook und Co, weil sie es nicht mehr aushalten.
Also Leute - nun mal alle tief durchatmen.
Natürlich grenzt es teils an mentale Körperverletzung, was Hinz und Kunz an geistiger Diarrhö in den sozialen Medien erbrechen, und man wünscht sich, dass es sich bei diesen zusammenhanglosen Exkrementen und substanzlosen Bröckchen doch bitte nur um eine durchgeknallte Social Bots Maschine handelt, die ein bekiffter Programmierer fehlgeleitet hat. Aber - auch wenn die manipulative, automatische Meinungsmache bei Facebook und Co immer mehr um sich greift, müssen wir konsterniert konstatieren: meistens war es Hinz und Kunz.
Nun kann man sich über diese vorevolutionären Ergüsse bei Facebook, YouTube und Co ausgiebig und entrüstet beschweren, wie oben schon erwähnt ( und ihnen damit im übrigen noch mehr Aufmerksamkeit verschaffen ) oder, man kann sich bewaffnen - mit Schaufel und Besen, und damit anfangen, vor der eigenen Haustüre zu kehren.
Wenn mich als Sozial Media User diese oben genannten Brechmittelposts zu Hauf erreichen, hat das in der Regel zwei Gründe.
Grund eins: ich beschäftige mich mit diesen Themen selbst aktiv und suche diese Posts. Dann versorgt mich die Algorithmustechnik, ähnlich der personalisierten Werbeanzeigen, automatisch weiter mit diesen Themen. Wenn dies der Fall ist, sollte ich mir mal überlegen, mir ein sinnvolleres Hobby zu suchen und meine Zeit geistreicher zu verbringen.
Grund zwei: über meine sogenannten „Freunde“ erreichen mich diese Posts immer wieder, weil die sich mit diesen Themen beschäftigen. In diesem Fall könnte ich mir mal überlegen, was für „Freunde“ ich da eigentlich habe und ob ich mich von dem ein oder anderen - wie im realen Leben auch - trennen sollte.
So oder so. In beiden Fällen beeinflusse ich mit meinem Verhalten, was mich an Themen erreicht und was nicht. Mein Facebook, YouTube und Co Account dient so als eine Art Spiegel, der mir vorhält, womit ich mich beschäftige. Wenn also mein Account voll Hass und Häme und Neid und Beschimpfungen überquillt, ist das ein Produkt – ja – auch eines großen Teils von mir selbst!
Es gibt hierfür zwar nix von Ratiopharm, aber ich kann doch sofort damit beginnen zu fegen. Damit erreiche ich zum einen, dass mein Account sauberer wird. Und zum anderen helfe ich aktiv dabei, die sich aufschaukelnden „du bist doof, nein du bist doof“ Ping-Pong-Posts zu verhindern und damit diesen Themen ein wenig den Wind aus den Segeln zu nehmen. Das ist es, was jeder sofort, hier und jetzt tun kann.
Und wenn nun die Aktivisten hochploppen und meinen, diese Themen darf man nicht ignorieren und totschweigen, so haben sie Recht. Aber – mit dem, wie es im Moment läuft, kommen wir nicht weiter, sehen wir doch alle. Im Gegenteil, es wird doch immer schlimmer. Große, theatralische Statements alla Robert de Niro, von wegen „Ich will dem Trump ins Gesicht hauen“ sind zwar unterhaltsam, heizen aber die aufgebrachte Stimmung eher noch an.
Facebook, YouTube, Instagram und Co. sind großartige mediale Plattformen, auf der sich Menschen aus der ganzen Welt austauschen und millionenfach wunderschöne, herzergreifende und wichtige Informationen in Sekunden-schnelle mitteilen können. Leider wissen das auch Hinz und Kunz.
Die kleinen Dinge, die jeder vor seiner eigenen Haustüre selbst tun kann, das ist es, was eine Veränderung bringen wird. Nicht sofort und unmittelbar, aber ähnlich dem Schmetterlingseffekt können die kleinsten Veränderungen in einem System große Wirkungen nach sich ziehen. Und hierzu ist es nicht einmal nötig, sich gegenseitig ins Gesicht zu hauen - weder medial, verbal oder gar tatsächlich.
Wie auch immer – Sei du kein Hinz und kein Kunz. Uns allen einen guten Flügelschlag und viel Spaß und Erfolg beim Fegen.
Videoblog "Gute Nachrichten, Technik und Sparfüchse - Kanal" https://www.youtube.com/channel/UCMowpguvNxqp1dFqH-B7bbg













