(openPR) Am Samstag, dem 20.07.2019 um 19:00 Uhr, musizieren die Friedberger Kammersolisten im Festsaal des Klosters Irsee. Als Gast wirkt die Augsburger Flötistin Sabine Kühnl-Ciliberto mit. Karten zu 12,- /8,- € sind ab sofort im Kloster im Vorverkauf erhältlich (Kloster Irsee, Veranstaltungen).
Die Musiker haben für ihr Programm virtuose Romantik gewählt. Das ist Musik aus dem 19. bis frühen 20. Jahrhundert, als das absolute Virtuosentum aufblühte und Komponisten wie Nicolo Paganini, Pablo de Sarasate, Peter Tschaikowski, Robert Schumann und Frederic Chopin die Grenzen des technisch Machbaren immer weiter hinausschoben. Gleichzeitig erfanden sie sagenhaft schöne Melodien, die bis heute Ohrwürmer ohnegleichen sind und vielfach neu interpretiert und adaptiert wurden. So wird Sabine Kühnl-Ciliberto beispielsweise die Fantasia von Paole Taballione spielen, welche Motive aus “La Traviata” von Giuseppe Verdi aufgreift. Auch Tschaikowskis Rokoko-Variationen – absolute Spitzenliteratur für Cellisten – stehen auf dem Programm.
Die MusikerInnen stellen sich damit zweifellos einer großen Herausforderung, bringen aber auch den Background mit. So studierte Sabine Kühnl-Ciliberto nach ihrem Staatsexamen an der Münchner Hochschule für Musik und Theater noch bei mehreren internationalen Solisten, unter anderem in der Mailänder Meisterklasse von Professor Raffaele Trevisani. Sie ist Preisträgerin internationaler Wettbewerbe. Stefan Immler (Klavier), Träger des Bayerischen Musikpreises, studierte ebenfalls in München, außerdem in Graz und im Zusatzstudium bei Stars wie Peter Schreier. Der Cellist Andreas Thiemig (Studium an der “Hanns Eisler” Berlin”) ist ein Urenkelschüler von Pablo Casals.
Über Das Kloster Irsee
Das bayerische Kloster hat seinen Ursprung im Eiberger Wald nordwestlich von Irsee, wo sich im späten 12. Jahrhundert fromme Männer niedergelassen hatten. Die Einsiedler erhielten um 1182 vom Markgrafen Heinrich von Ronsberg ein Waldgebiet und dessen Stammburg Ursin. Wenige Jahre später gründeten sie am Fuß des Irseer Burgberges das Kloster. Abt Cuno berichtete der Legende nach, Maria sei ihm im Traum erschienen und hätte ihm diesen Standort zugewiesen. Wegen Wassermangels zog das Kloster 1189 an den heutigen Standort um. Es gelangte zu hoher Blüte, erlitt aber auch Krisen durch Kriege und Misswirtschaft. Bei einem Brand wurden 1416 die Klostermauern zerstört und wieder aufgebaut, der Bauernkrieg führte 1525 zur nochmaligen Zerstörung – und dem nachfolgenden Wiederaufbau – der Anlage. Im Dreißigjährigen Krieg (1618 – 1648) gingen der wertvolle Kirchenschatz und die Klosterbibliothek verloren. Bis 1803 waren die Habsburger die Hauptvögte. Im Barock begann eine absolute Blütezeit des Klosters. Allerdings stürzte 1699 der Turm der früheren romanischen Klosterkirche ein. Man entschloss sich zum Neubau im damals zeitgemäßen barocken Stil, die barocke Kirche ließ Abt Romanus Köpfle bauen. Sein Nachfolger, Abt Willibald Grindl, legte 1707 den Grundstück der heute noch bestehenden großzügigen Klosteranlage. Der Baumeister des Barockbaus war Franz Beer, der die Kanzel als Schiffsbug mit Mast und Takelage errichten ließ. Auch Reliquien besitzt das Kloster: die drei Katakombenheiligen Eugenius, Faustus und Candidus sind in verglasten Schreinen zu sehen. Das Kloster Irsee war über Jahrhunderte ein Ort, an dem Ora et Labora – Bete und Arbeite (Motto des Benedektinerordens) – gelebt wurde. Es entwickelte sich dadurch zum geistig-wissenschaftlich-kulturellen Zentrum der gesamten Region. Maßgeblich trugen unter anderem die beiden Irseer Äbte Bernhard Beck und Emilian Mock dazu bei.
1802/03 wurde die Abtei infolge der Säkularisation aufgelöst, danach verpachtete der bayerische Staat die Klostergründe. Seit dem 16. Jahrhundert war das Kloster eine Reichsabtei und wurde im frühen 19. Jahrhundert Pfarrkirche und Sitz verschiedener Behörden. Ab Ende der 1840er Jahre beherbergte es eine nach heutigem Verständnis psychiatrische Pflegeeinrichtung (damals: “Kreisirrenanstalt”), die als fortschrittlich galt, allerdings zwischen 1939 und 1945 durch die Nationalsozialisten für Euthanasieverbrechen missbraucht wurde. Daran erinnern heute mehrere Gedenkorte. Seit 1981 ist das Kloster Irsee ein Tagungs- und Bildungszentrum, als Krankenhausstandort wurde es schon 1972 aufgelöst. Anschließend erfolgte die aufwendige und sehr erfolgreiche Restaurierung. Auch heute finden noch unter anderem psychiatrische Fachtagungen des Bildungswerk Irsee, zahlreiche Seminare der Schwabenakademie Irsee sowie internationale Tagungen und Veranstaltungen in Kloster statt.










