(openPR) Als Melanie Struve zum ersten Mal vom „Roze Zaterdag“ hörte, stand sofort fest: Ihre Tanzschule Doctor Beat ist bei diesem Projekt natürlich dabei! Seit 1977 wirbt dieser Tag in den Niederlanden u.a. für Toleranz gegenüber Homosexuellen. Und 2019 ist Krefelds Partnerstadt Venlo an der Reihe.
Am 11. Mai gibt es daher an der Mevissenstraße 62b in Krefeld einen „Tanz für Toleranz“ mit Schnupperworkshop Swing, Tanzparty und Showprogramm. Wer mit wem tanzt (Frauen mit Männern, Frauen mit Frauen, Männer mit Männern, Mütter mit Söhnen, Anfänger mit Fortgeschrittenen usw.) spielt keine Rolle; es geht den Veranstaltern nur um die Freude am gemeinsamen Tanzen. Auf der Party wird die Musik der wilden 30er, 40er, 50er Jahre gespielt (Lindy Hop, Boogie, Jive, Rock’n’Roll usw.), aber auch Charts & Klassiker der letzten Jahrzehnte (Discofox, Walzer, Cha Cha Cha usw.). „Also einfach querbeet“, schmunzelt Tanzlehrer und Mitinhaber Thomas Zanders.
Für das Showprogramm hat die Tanzschule zwei erstklassige Tanzpaare eingeladen: Marina Hüls & Ute Graffenberger, die amtierenden Europameister Equality Latein, und Hildegard D’ham & Patrick Hötschl, ein Lindy-Hop-Duo, das zwei Generationen locker vereint. „Zwar ist das gleichgeschlechtliche Tanzen in Deutschland noch relativ unbekannt, aber da in der neuen Staffel der TV-Show „Let’s Dance“ mit Kerstin Ott zum ersten Mal eine Frau mit einer Frau tanzt, erwarten wir hier eine Veränderung der Wahrnehmung“, sagt Geschäftsführerin Melanie Struve. Und Ehemann Zanders ergänzt: „In unseren Tanzkursen sind alle Paare willkommen“.
Einlass: 19:15 Uhr; Workshop: 19:45 Uhr; Party: 20:30 bis ca. 22:45 Uhr. Eine Anmeldung für den Workshop ist erwünscht (per Mail an
); der Eintritt ist frei.
Hintergrund Equalitytanzsport:
Marina Hüls und Ute Graffenberger sind seit Mitte 2016 ein Tanzpaar und haben sich auch über das soziale Netzwerk kennengelernt. Marina ist mit einer Frau verheiratet und war mit ihrer vorherigen Tanzpartnerin Nadine bereits drei Mal Deutsche Meisterin in den lateinamerikanischen Tänzen. Für diesen Erfolg ehrte die Stadt Köln das Team sogar mit der „Großen Sportplakette“.
Ute hingegen hat einen Freund und suchte nach einem Umzug von Münster nach Köln einen neuen Tanzpartner. Marina kommentierte ihren Facebook-Post spontan mit „könnte Dir eine führende Frau anbieten“. Kurz darauf kam die Reaktion: „Ich habe zwar noch nie Equality getanzt, aber versuchen könnte ich es ja mal“. Beim ersten Treffen stimmte die Chemie offenbar auf Anhieb und schon Ende 2016 belegten die beiden Platz eins bei ihrem Tanzturnierdebüt in Hannover.
Nur ein halbes Jahr später trat das ungewöhnliche Tanzpaar in Berlin bei den Equality-Europameisterschaften gegen 36 Frauenpaare aus 13 Ländern an und holte sich fast nebenbei den Titel „Europameister Frauen Latein“.
Auf die Frage, worin für Ute denn der Reiz liege, mit einer Frau zu tanzen, hat sie folgende Antwort parat: „Es ist mir völlig egal, ob ich mit einer Frau oder einem Mann tanze. Das Zwischenmenschliche und der Tanzstil müssen passen. Mittlerweile hat Equalitytanzen für mich sehr an Reiz gewonnen, denn es gibt keine Schrittbegrenzung, und Führungswechsel sind erlaubt. Die leichtesten Grundschritte werden als führende Frau auf einmal höchst kompliziert, und ich fühle mich wie im Anfängerkurs der ersten Stunde.“
Für Marina war schnell klar, dass sie grundsätzlich eher führen will. Sie erklärt, dass aber so genannte Führungswechsel eine wichtige Besonderheit im Equalitytanzsport sind. Diese sportliche Herausforderung bedeutet, dass die Tanzpartner gleichberechtigt sind, beide führen und folgen können und diese Rollen im fließenden Wechsel vertanzen. „Wir unterscheiden nicht nach Männer- und Frauenschritten wie im traditionellen Paartanz“, ergänzt sie. „Ansonsten haben wir genauso viel Spaß an Bewegung zur Musik wie gemischte Tanzpaare.“
Was können sich zwei erfolgreiche Tänzerinnen, die in so kurzer Zeit so eine Karriere hingelegt haben, noch für die Zukunft wünschen? „Wir wünschen uns Gleichberechtigung, eine Gesellschaft frei von Vorurteilen und festgelegten Rollen und die Anerkennung von Sportvereinen und Tanzschulen, die Equalitypaaren derzeit noch die Aufnahme verweigern“, beonen die beiden unisono.












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