(openPR) Montag, 8. April, 19 Uhr
Künstlergespräch
Catherine David (Deputy Director, MNAM – Centre Pompidou) im Gespräch mit Goutam Ghosh
Catherine David hat durch ihre kuratorische Arbeit einen global differenzierten Blick auf künstlerische Produktionsweisen geprägt. Ihre kritische Auseinandersetzung mit Kunst aus dem Nahen Osten, Asien und Indien hat den kunstgeschichtlichen Modernebegriff aus einer vielschichtigen geo- und kulturpolitischen Perspektive neu definiert.
Ihr profundes Wissen der zeitgenössischen Kunst des indischen Subkontinents und seiner Komplexität spiegelte sich in den vergangenen Jahren u. a. in Gruppenausstellungen wie Paris-Delhi-Bombay… (2011) oder Memories of the futures — Indian Modernities (2017) am Centre Pompidou wieder. Aber auch Einzelausstellungen wie u. a. mit der Künstlerin Nalini Malani (Mumbai) haben dazu beigetragen, dominierende Narrative und die Definition künstlerischer Produktionszentren zu reformieren.
Vor diesem Hintergrund wird sich das Gespräch zwischen Catherine David und Goutam Ghosh zwei Themen widmen, die den Künstler in seiner Arbeit nachhaltig beschäftigen: Magie und Animismus.
Einen besonderen Einfluss auf das Werk von Goutam Ghosh hat seine Auseinandersetzung mit den Texten des indischen Gelehrten Kaustubh Das, der sich aus einer zeitgenössischen Perspektive mit der indischen Philosophieströmung des Tantr a befasst – der Lehre vom Bewusstsein als Grundlage sowohl des menschlichen Denkens als auch des Handelns. Für Ghosh ist dieser Wissenskomplex von Interesse, weil er in einer phänomenologischen Tradition steht, die ihre metaphysischen Erkenntnisse auch aus direkter, physischer oder ästhetischer Erfahrung ziehen, wobei Geist und Materie – ähnlich wie in Ritualen – nicht getrennt voneinander betrachtet werden. Dennoch folgen Ghoshs Malereien keiner religiösen Logik, sondern verweisen vielmehr auf die Abhängigkeit des menschlichen Erkenntnisprozesses von quantifizierbaren Daten, abstrakten Ordnungssystemen und Mustern, die er in seinen Arbeiten mit filigranen, amorphen oder animistischen Formen in Bezug zueinander setzt. Seine Bilder sind Ausdruck einer Suche nach den verbindenden Momenten der magischen, rituellen und religiösen Kulturen mit jenen der strickt rationalen Wissenschaften.
Veranstaltung in englischer Sprache, Eintritt frei












