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Privatoffenbarungen und Kirche

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(openPR) "Warum verbarg der Vatikan die Prophezeiung Marias?" So titelte welt.de am 13.07.2017. "Papst Franziskus in Fatima: Die mysteriösen Prophezeiungen hinter seinem Besuch". So titelten merkur.de am 14.05.17. "Film zum Geheimnis von Fatima". So titelte donaukurier.de zuletzt am 31.01.2019. Also die Fatima-Erscheinungen sind bis heute ein beliebtes Thema in den Medien. Welche Bedeutung haben Privatoffenbarungen für Katholiken?
Zunächst gilt: "Die Approbation von Privatoffenbarungen seitens der Kirche besagt nur, daß sie nichts gegen den Glauben und die guten Sitten enthalten. Wer sie leugnet, weil er nicht überzeugt ist, daß sie von Gott stammen, sündigt niemals schwer" (H. Jone, Katholische Moraltheologie, Paderborn 1936, 93). Es besteht also für die Allgemeinheit gar keine schwere Pflicht, sich überhaupt mit Privatoffenbarungen zu beschäftigen.
Denn die Offenbarung, soweit es die unfehlbaren Glaubenssätze betrifft, ist mit dem Tod des letzten Apostels abgeschlossen. Papst Pius X. hat im Jahr 1907 in einem Dekret (Lamentabili) den Satz zurückgewiesen: "Die Offenbarung als Gegenstand des katholischen Glaubens war mit den Aposteln nicht vollendet." Zu einem Dogma, d.h. zu einem unfehlbarem Glaubenssatz, gehören wesentlich zwei Elemente: Die jeweilige Aussage muss vom kirchlichen Lehramt als unfehlbare Lehre zu glauben vorgelegt werden, und sie muss auch bereits in der Offenbarung enthalten sein. Es gibt zwei Quellen der Offenbarung, i.e. die schriftliche (Bibel) und die mündliche (Tradition) - also die, die mit dem Tod des letzten Apostels abgeschlossen ist. Übrigens hat derselbe Papst Pius X. in demselben Jahr 1907 ein Fest für einen anderen weltbekannten Wallfahrtsort eingeführt, i.e. das "Fest der Erscheinung der unbefleckten Jungfrau Maria". Im Schott steht dazu: "Dieses Fest, von Pius X. im Jahre 1907 für die ganze Kirche vorgeschrieben, wird zur Erinnerung an die erstmalige Erscheinung Mariä zu Lourdes (11. Februar 1858) gefeiert." Zwar kann es Privatoffenbarungen auch später noch geben, aber sie fügen keine neuen Glaubenswahrheiten mehr hinzu. Und die Lesungen im römischen Breviergebet zum Lourdesfest berichten von der Vorsicht, von der Sorgfalt bei der Prüfung, ob in der Lourdes-Grotte wirklich die Gottesmutter erschienen ist. Es wird berichtet von der Angst der Bernadette, dass ein teuflischer Betrug vorliegt, weswegen Bernadette Weihwasser gegen die Erscheinung schüttet.
Konkret zu Fatima wird in Zeitungsartikeln, Foren, Blogs etc. besonders eifrig über das dritte Geheimnis von Fatima diskutiert: Warum wurde es erst so spät veröffentlicht? Wurde es überhaupt richtig veröffentlicht? Was wird in Wahrheit darin geoffenbart?
Die umfangreiche Beschäftigung mit derlei Fragen ist sehr problematisch. Denn eine klare Antwort darauf wird man - jedenfalls durch Diskussionen - nicht erhalten. Angesichts der doch sehr eingeschränkten Wichtigkeit von Privatoffenbarungen für die Allgemeinheit erscheint eine intensive Beschäftigung ohnehin unangebracht. Und v.a. wird hier Neugier entfacht und unterstützt, wobei die Kirche mit ihrer Geheimhaltung des Geheimnisses als Unterdrücker, wenn nicht gar Zerstörer des Glaubens erscheint. Es werden Ideen gezüchtet wie: "Maria prophezeit etwas, und der Vatikan hält es geheim!" "Der Vatikan verschweigt der Menschheit etwas!"
Die Zeit, die man mit Diskussionen über Fatima o.ä. verbringt, fehlt natürlich dafür, um sich über die katholischen Glaubensinhalte zu informieren. Und wie es um die Bildung in religiösen Dingen allgemein bestellt ist, zeigen Umfragen, bei denen die Befragten Begriffe erklären müssen wie "Pfingsten", "Unbefleckte Empfängnis" oder "Wesensverwandlung". Und erst recht die permanenten Debatten über Themen wie Zölibat, Frauenpriestertum und Homosexualität unterstreichen, dass sogar vielen Erwachsenen eine solide religiöse Grundkenntnis fehlt.
Hauptsache ist es, für eine christliche Allgemeinbildung zu sorgen. Eine ungeordnete Beschäftigung mit Privatoffenbarungen kann dabei hinderlich sein. Cf. O. Schilling, Grundriss der Moraltheologie, Freiburg (2)1949, 232: "Sündhaft ist die verschuldete Unwissenheit hinsichtlich der erforderlichen Glaubenskenntnisse ... Desgleichen ist sündhaft und bei bedeutendem Ärgernis oder anderweitigen bedeutenden Folgen schwer sündhaft das prüfungslose Hinnehmen unbegründeter Meinungen, von Privatoffenbarungen (1 Joh 4,1), da der Glaube ein erleuchteter, des Grundes bewußter sein muß."

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