(openPR) Reykjavík ist die nördlichste Hauptstadt der Welt: im Winter vier Stunden Tageslicht, im Sommer geht die Sonne kaum unter. Die 120.000-Einwohner-Metropole ist jedoch nicht nur von natürlichen Gegensätzen charakterisiert. Vom traditionellen Torfhaus zum weltweit modernsten Konzerthaus: Island ist ein architektonisches Kleinod, dessen Geschichte gerade durch Mangel und Erfindergeist geprägt wurde. Das fehlende Material Holz führte während der Wikingerzeit zu einer besonderen Tradition des Bauens mit Erde. Der Durchbruch des Betons als Baumaterial er-möglichte der Moderne des 20. Jahrhunderts den Aufschwung, der bis heute das Stadtbild prägt.
Der Architekturführer Reykjavík begleitet seine Leser zu über 100 Bauten im Herz der Hauptstadt und im Umland. Da insgesamt etwa 40 Prozent der Bevölkerung in der Hauptstadt und 30 weitere Prozent in den Randgebieten leben, bietet Reykjavík bereits einen Überblick über die architektonische Geschichte des Landes seit der frühen Besiedlung im Jahr 870 bis heute. Das Buch lädt zur Erkundung der versteckten Architekturperlen ein und ermöglicht neue Einblicke fernab der allseits bekannten Attraktionen der Hauptstadt. Fünf Routen geben tief greifende Einblicke in die noch junge Architekturgeschichte des Landes – denn die wichtigste Periode stellt das das 20. Jahrhundert dar, nachdem man die Möglichkeiten des Betons entdeckt hatte, der sich den klimatischen Bedingungen besser anpasste und vor Ort produziert werden konnte.
Island steht aber auch für Negativschlagzeilen: Während der internationalen Finanzkrise platzten 2008 die Immobilien-blasen. Davon hat sich das einst reichste Land Europas inzwischen zwar erholt, doch die städtebaulichen Sünden der Boomzeit sind nicht zu übersehen. So kam es zur Einsicht, dass Reykjavik nicht den europäischen Großstädten gleichen muss. Man entdeckte die Möglichkeiten des kleinen Maßstabs und setzte sich intensiver mit dem bereits Vorhandenen auseinander – eine Entwicklung, die sich auch in der derzeitigen Revitalisierung des Hafengebiets niederschlägt. Heute überzeugt Reykjavík mit pulsierendem Leben, einer breit gefächerten Designszene und einer langen Liste sehenswerter Architektur.
Nach Helsinki, Kopenhagen, Aarhus und Oslo ist dies ein weiterer Architekturführer von DOM publishers in eine nordische Stadt, die mit der Revitalisierung ihres Hafens ihre Lage am Wasser zu schätzen und zu nutzen weiß.
Arwen Moira Weber
Architekturführer Reykjavik
135 x 245 mm, 208 Seiten
270 Abbildungen, Softcover
ISBN 978-3-86922-475-6 (deutsch)
EUR 38,00 / CHF 46,60
Januar 2019. DOM publishers, Berlin













