(openPR) Ein Architekturführer in eine Stadt, die in einem über 20 Jahre dauernden Krieg großflächig zerstört wurde, und die immer noch von Terroranschlägen, Korruption und Armut gepeinigt ist? Auch wenn Kabul allein aus Sicherheitsgründen für die Wenigsten ein Reiseziel ist, lohnt es sich doch, einen genauen Blick auf die historische und zeitgenössische Architektur einer Stadt zu werfen, die eine der am schnellsten wachsenden Städte der Welt ist. Für diesen ersten Architekturführer Kabul hat Jan Dimog nicht nur wichtige Bauten und Projekte zusammengestellt, er liefert damit auch ein präzises Portrait eines anderen, hierzulande eher unbekannten Kabul.
In kaum einer anderen Stadt liegen Baukunst und Katastrophen so eng beieinander wie in der afghanischen Hauptstadt, einst eine Drehscheibe des Handels, der Kulturen und Religionen. Afghanistan galt seit Jahrhunderten als ein Schmelztiegel der Völker, Ideen und Architekturen mit griechisch-baktrischen, buddhistischen, hindu-istischen und frühislamischen Hochkulturen. Strategisch an der Seidenstraße gelegen, war Kabul seit dem 16. Jahrhundert Zentrum des Mogulreichs und geprägt durch die Reformen afghanischer Monarchen, die das Land ab den 1920er-Jahren in Wirtschaft, Gesellschaft und Bauwesen modernisierten.
Kabuls Niedergang folgte Ende des 20. Jahrhunderts. Hauptstadt und Land wurden in ihrer Entwicklung um Jahrzehnte zurückgeworfen – bis eine internationale Schutztruppe den Terror der Taliban zurückdrängte und einen Neubeginn ermöglichte: Ab 2001 hat ein ungezügelter, planloser Aufbau mit architektonischen Merkwürdigkeiten begonnen. Dennoch gibt es inzwischen auch ermutigende Ergebnisse von denkmalpflegerischen Initiativen bis hin zur Wahrung des architektonischen Erbes der Fünf-Millionen-Metropole.
Dieser Band zeigt mit 50 ausgewählten Projekten die gesamte Bandbreite islamisch-mogulischer und afghanisch-europäischer Baukunst: persische Landschaftsarchitektur mit dem 500 Jahre alten und wiederhergestellten »Garten von Babur«, europäischer Eklektizismus mit dem Königspalast und Restaurierungsarbeiten in der Altstadt mit Gebäuden aus dem 19. Jahrhundert. Interviews und Gastbeiträge von Architekten, Experten und Entwicklungshelfern sowie kulturgeschichtliche Essays und Ausflüge in andere Landesteile komplettieren das Buch.
Jan Dimog
Architekturführer Kabul
135 x 245 mm, 224 Seiten
300 Abbildungen, Softcover
ISBN 978-3-86922-405-3 (deutsch)
EUR 38,00 / CHF 46,40
Januar 2019. DOM publishers, Berlin













