(openPR) Unternehmer – das ist man oder man ist es nicht. „Mit dieser Feststellung macht man es sich zu einfach“, sagt Vertriebsberater Clemens Adam aus Freigericht-Somborn. „Natürlich hat der eine mehr unternehmerisches Talent als der andere. Aber der Erfolg hängt auch ab von Ausbildung, Weiterbildung und Erfahrung.“ Und vor allem: Auch erfolgreiche Unternehmer sind nicht auf jede geschäftliche Herausforderung vorbereitet, denn niemand kann in allen Disziplinen fit sein. Deshalb machen sie Fehler oder wissen nicht, wie sie auf eine Krise reagieren sollen. „Gerade bei kleinen Unternehmen und im Mittelstand ist das ein Problem, da nicht für jedes Thema Fachpersonal zur Verfügung steht“, weiß Adam. „Deshalb sollten Unternehmer sich und ihre Mitarbeiter auf den Gebieten schulen lassen, wo sie Defizite haben.“
Das fällt freilich nicht jedem leicht. Mancher scheitert an seiner Eitelkeit oder ignoriert seine Schwächen. Manchmal fehlt es schlichtweg auch am passenden und vor allem praxisnahen Lehrangebot, etwa im Rhein-Main-Gebiet und damit auch im Main-Kinzig-Kreis, so Adams Einschätzung. Das wird er nun ändern: Er hat das „Institut praxisorientierter Unternehmer“ (I-P-U) gegründet. Eine Unternehmerschule, die es sich zur Aufgabe macht, sowohl Firmengründern als auch erfahrenen Unternehmern und Vertretern von Firmen in Schwierigkeiten Praxiswissen zu vermitteln: Wie man ein Unternehmen aufbaut. Wie man erfolgreich am Markt besteht und sich weiterentwickelt. Und wie man reagiert, wenn’s mal nicht so gut läuft.
Impulsgeber waren, wie Clemens Adam berichtet, neben einem als Verein fungierenden Projekt in Nordrhein-Westfalen die Industrie- und Handelskammern, die ja selbst über ein umfangreiches und etabliertes Weiterbildungsangebot verfügen. „Doch immer weniger IHK-Mitglieder nutzen dieses Angebot, sodass viele Veranstaltungen mangels Nachfrage oft nur geringe Anmeldequoten haben oder abgesagt werden“, weiß Adam. Für ihn Ansporn genug, die Ursache zu prüfen und Alternativen zu finden, um diese wachsende Lücke zu füllen. Viele Unternehmer vergleichen das Angebot oft mit der schulischen Fort- und Weiterbildung ihrer Auszubildenden und wünschen sich mehr direkten Praxisbezug.
Das zentrale Konzept der Unternehmerschule für kleine und mittelständische Unternehmen: Unternehmer schulen Unternehmer. Praxisnähe sei oberstes Gebot. „Wir alle kennen doch die endlosen PowerPoint-Folien, die seitenweise theoretische Grundlagen auflisten“, so der Freigerichter Vertriebsberater. Der Bezug zu praktischen Sachverhalten lasse sich damit kaum herstellen. „Unternehmer, die schon lange im Geschäft sind, wollen ja nicht ein zweites BWL-Studium absolvieren, sondern Lösungen für ihre praktischen Probleme an die Hand bekommen – kurz, präzise und am liebsten ohne größere Umstände sofort umsetzbar.“ Deshalb soll es in den I-P-U-Seminaren auch jede Menge praktischer Übungen geben. Mit diesem Schulungsangebot mit umfassendem Workshop-Charakter unterscheide sich das I-P-U wesentlich von anderen Unternehmerschulen. Die Dozenten lehren auf Augenhöhe mit den Schulungsteilnehmern, da sie selbst als mittelständische oder Kleinunternehmer nur allzu gut wissen, wo der Schuh drückt.
Auch das Themenangebot soll sich vom Wettbewerb unterscheiden, „denn die betriebliche Arbeitswelt hat sich in den vergangenen Jahren massiv gewandelt“, so Adam. Neben den Klassikern wie Führung und Kommunikation stehen auch Souveränität erfolgreicher Manager, Selbstreflexion, Texten im Internet oder „PowerPoint Excellence“ auf dem Programm. Und das im Übrigen branchenübergreifend – ein sehr wichtiges Element, wie Clemens Adam aus Erfahrung weiß: „Branchenspezifische Seminare haben einen entscheidenden Nachteil: Die Teilnehmer braten sozusagen im eigenen Saft. Warum soll ein Unternehmer aus der Metallbranche einem Kollegen aus dem Holzhandel nicht eine tolle Idee geben können, wie er seine Deckungsbeiträge verbessert? Der Blick von außen kann manchmal sehr hilfreich sein.“ Das I-P-U-Schulungsangebot lässt sich wie in einem Baukasten individuell zusammenstellen, Paketangebote eröffnen Preisvorteile.
16 Dozenten sind schon mit an Bord, drei davon aus dem Main-Kinzig-Kreis: Clemens Adam selbst, außerdem sein Sohn Lukas Adam, Experte für Webdesign, Videoproduktion und Projektmanagement, und der Hanauer Marcus Heide, PR- und Medienexperte, Texter und Lektor. Martin Herber, kaufmännischer Begleiter für das Bauhandwerk, stammt aus dem Main-Kinzig-Kreis, lebt aber heute in Baden-Württemberg. Die meisten anderen stammen aus dem Rhein-Main-Gebiet.
Damit der Lernerfolg gewährleistet ist, werden die Seminargruppen nicht mehr als zehn bis 15 Teilnehmer umfassen. Auch die Örtlichkeiten und Schulungszeiten sollen den Ansprüchen von Unternehmern entgegenkommen. Die Seminare finden in regionalen Hotels im Rhein-Main-Gebiet statt, die verkehrsgünstig gelegen sind. Ab April wird es ein eigenes I-P-U-Büro in Gelnhausen geben, dem auch ein Schulungsraum angeschlossen ist. „Grundsätzlich kommen wir aber überall hin, wo wir gebucht werden“, so Adam. Eintägige Seminare finden meist samstags statt, mehrtägige gegen Ende der Arbeitswoche, um das Tagesgeschäft nicht zu beeinträchtigen.
Eine Ergänzung zum I-P-U-Schulungsangebot sind so genannte Unternehmerabende, die Clemens Adam in den zurückliegenden Jahren im Rhein-Main-Gebiet und anderen Bundesländern veranstaltet hat, zuletzt in Bad Nauheim. Diese Veranstaltungen, die es künftig öfter auch im Main-Kinzig-Kreis geben wird, bestehen aus vier, fünf Kurzvorträgen zu betrieblichen Themen, anschließend besteht – neben der Verpflegung am Büffet – die Möglichkeit zum Netzwerken. „Auch dieses Unternehmerformat hat sich bestens bewährt“, sagt Clemens Adam. „Hier geben sich Redner und Teilnehmer gegenseitig Impulse für die betriebliche Praxis, es findet ein intensiver Austausch statt und man lernt voneinander.
Bei der Frage, ob man Unternehmer ist, lautet die Antwort also nicht: „Entweder – oder“, sondern es gibt jede Menge dazwischen. Auch gestandene Firmenchefs können dazulernen. Und Firmengründer sowieso. Das I-P-U wird sie dabei unterstützen.












