(openPR) Hunderte Augsburger klatschen und tanzen zu den weltbekannten Pop-Klassikern begeistert mit
Fast ist man ein bisschen dankbar, dass die Gruppe, welche ABBA an diesem Abend performt, im Kleidungsstil dem Original abtrünnig geworden ist: Statt völlig überdrehter 70er-Jahre-Klamotten treten die sechs Musiker an diesem Abend in Augsburg in geschmackvollen Hosen, Kleidern und Hemden an. ABBA-light, sozusagen. Klar, dass die Schlaghose auch bei dem Sextett obligatorisch ist, doch übertrieben wird hier nichts. Das Publikum bedankte sich bei den Stars zum Anfassen mit begeistertem Klatschen und Mittanzen.
„Niemand war damals auf der Bühne so schlecht gekleidet wie wir“, soll der blonde Vorzeige-Schwede Björn Ulvaeus mal gesagt haben. Die vier ABBAs hingen, wie es aussieht, ganz und gar nicht an ihren schrillen Bühnenkostümen: Bei den zwei Frauen waren das etwa High-Heel-Schuhe bis übers Knie. Dazu Kostüme in Kasperle-Farben, bei denen als einzige Vorgabe anscheinend galt, dass kein Stück zum anderen passen durfte. Schuld an dem Mode-Desaster war das Finanzamt, welches bei Spitzenverdienern mehr als 80% an Steuern vom Verdienst abknapste. Eine Lücke im Gesetz gab es allerdings: Wenn die Bühnenklamotten ganz offensichtlich nicht alltagstauglich waren, durfte man diese steuerlich absetzen. Wenn das mal keine Motivation war!
Was die weltberühmte Musik betrifft, halten sich die Sechs an diesem Abend wesentlich enger ans Original. „Mama mia“, „Waterloo“ - gleich als Eröffnungssong -, „Money, money, money“ oder „The winner takes it all“ - keiner der Ohrwürmer mit der immer gleich scheinenden, eingängigen Melodie fehlt hier. Auf der Bühne stehen ein schneeweißes Klavier und ein Schlagzeug, dessen Besitzer sichtlich damit umzugehen weiß. Dafür darf es auch mal ein kleines Solo sein; die Schlagstöcke werden dabei immer wieder durch die Luft gewirbelt und gekonnt aufgefangen.
Nebenbei gibt es vom Frontmann der Cover-Abbas freundliche Informationen, die sicherlich einige im gut besetzten Kongress am Park noch nicht wussten. Zum Beispiel, dass Pop-Titanin Madonna die Einzige war, welche je einen Song dieser fantastischen Vier aus Schweden covern durfte – mit offizieller Erlaubnis von Benny Andersson übrigens. Bei Madonna kam dabei im Jahr 2005 „Hung up“ heraus, wie die Zuhörer in Augsburg erfahren.
Diese geben sich anfangs noch ziemlich reserviert, was das Klatschen, mit den Fingern Schnipsen und Tanzen angeht. Die vier Männer und zwei Sängerinnen auf der Bühne arbeiten an diesem Abend allerdings unermüdlich daran, die Stimmung im Saal maximal zu steigern. Spätestens nach der 25-minütigen Pause haben sie damit tatsächlich Erfolg - die Laune des Publikums verbessert sich mit jedem Song. Schließlich stehen alle von ihren orangen Sitzen auf. Sie feiern in Erinnerung an ABBA, was das Zeug hält. Und die sympathischen Musiker der Coverband? Die mischen sich irgendwann unter ihr Publikum, das im Gegenzug mehrfach eine Zugabe fordert. Schade, dass schließlich doch die Lichter angehen und die Vorstellung ein Ende findet. Allerdings nicht so ganz: Die Gruppe gesellt sich noch im Bühnenkostüm draußen im Foyer zu den Fans, das eine oder andere Star-Foto wird mit dem Smartphone aufgenommen. Demnächst dürfen sich die Treuen der 70er-Jahre-Musik in Dresden, Magdeburg, Altusried, Hanau sowie in Plauen auf „One Night of Abba“ freuen. Gimme! Gimme! Gimme!













