(openPR) Die TU Ilmenau bietet Unternehmen der Metallbranche ein innovatives Projekt, bei dem mit Hilfe eines Netzwerkes die Ermittlung lieferzeitabhängige Preise für Produkte ermöglicht werden soll. Unternehmen der Region könnten so gemeinsam an Großaufträgen arbeiten, ohne dabei die Wirtschaftlichkeit aus den Augen zu verlieren.
Die Abkürzung „AgiPro“ steht für „agile deckungsbeitragsorientierte Produktion in vernetzten kleinen und mittleren Unternehmen (KMU)“. Unternehmen – egal wie groß – arbeiten in der Regel am effizientesten, wenn sie gleichmäßig ausgelastet sind. Dann werden Verzögerungen bei Auslieferung vermieden und Stress-Spitzen bei Mitarbeitern verhindert. Doch die Realität sieht oft anders aus: ein Kunde bestellt plötzlich doppelt so viele Teile oder tritt mit einem Großauftrag an den Unternehmer heran. Im Fokus steht die Zufriedenstellung des Kunden, also was tun?
Die Idee zum Projekt „AgiPro“ entstand direkt aus der Praxis heraus: Die TU Ilmenau und die Berghof Group GmbH arbeiteten im Rahmen eines Projektes des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums Ilmenau mit einem Thüringer KMU, der NOBLEX GmbH aus Eisfeld, zusammen und wurden so mit diesem recht typischen Problem im Mittelstand konfrontiert. Denn: treten plötzlich größere Veränderungen in den Abrufzahlen auf, wird die Planung der meisten Unternehmen ziemlich durcheinandergebracht. Das Einrichten der Maschinen kostet Zeit, ebenso wie die neue Planung der Produktion, nicht zu vergessen der eventuelle Verzug bei regulären Aufträgen von „Stammkunden“ – zudem sinkt die Motivation der Mitarbeiter durch häufige und kurzfristige Planungsänderungen.
Dass man solche Aufträge auch im Netzwerk bearbeiten kann, ist längst bekannt. Was die meisten Modelle jedoch bisher vernachlässigt haben, sind die entstehenden Zusatzkosten für die Unternehmen, die bei internen Veränderungen an Ressourcen oder Kapazitäten auftreten. Die Forscher des Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrums Ilmenau näherten sich dem Problem daher auf andere Weise – sie legten die Entwicklung eines mathematischen Modells, welches die Höhe der Abweichung von der kostenoptimalen Produktion monetär quantifiziert, zugrunde. Unternehmen erhalten auf diese Weise nicht nur in Echtzeit Auskunft über die veränderten Produktionskosten, sie können auch gegenüber dem Kunden präzise und verlässliche Aussagen zu Liefertermin und Zusatzkosten machen. „AgiPro nutzt insbesondere dem Mittelstand in zweifacher Hinsicht“, betont Prof. Dr. Jean Pierre Bergmann vom Fachgebiet Fertigungstechnik an der TU Ilmenau. „Es birgt nicht nur ein solides Entscheidungswerkzeug für Unternehmen, sondern schafft auch neue Gestaltungsmöglichkeiten und Transparenz für den Kunden“. So können selbst große Aufträge gemeinsam in der Region gemeistert werden und müssen nicht abgegeben werden, was zur Stärkung der heimischen Wirtschaft beiträgt.
Vorerst zielt dieses Angebot nur auf Unternehmen der Metallbranche ab, da die Parameter des zugrundeliegenden mathematischen Modells branchenspezifisch sind. Interessierte Unternehmen sind aufgerufen, sich an dem Projekt frühzeitig zu beteiligen, um Spielregeln und Einflussgrößen realitätsnah zu ermitteln. „Bei erfolgreichen Projektverlauf kann dieses Modell schon bald auf andere Branchen erweitert werden“, so Bergmann. Informationen zur Kooperation erhalten interessierte Unternehmen bei Herrn Reimche unter 03677/69-3846 oder via Mail an











