(openPR) Mülheim an der Ruhr/3. September 2018. Reinert Logistics hat einen Großteil der Prozesse konsequent digitalisiert und damit erhebliche Einsparungen realisiert. Eine Telematiklösung von Navkonzept spielt dabei eine Schlüsselrolle.
An Selbstbewusstsein mangelt es Andreas Schicker nicht: Das gilt vor allem dann, wenn der Projektmanager von Reinert Logistics über die Digitalisierungs-Fortschritte seines Unternehmens spricht. "Wir sind die Besten", meint Schicker, der seine Einschätzung umgehend begründet. "Seit 2016 realisieren wir eine flexible IT-Lösung, mit der wir neben unseren rund 730 Zugmaschinen und Trailern auch alle übrigen Prozesse optimal steuern und digitalisieren können."
Der Telematikanbieter Navkonzept spielt bei dem ehrgeizigen Projekt eine entscheidende Rolle. Nach einer einjährigen Testphase mit mehreren Anbietern hatte sich das in Mülheim an der Ruhr ansässige Unternehmen gegen den Wettbewerb durchgesetzt. "Navkonzept bietet eine ausgereifte und leistungsfähige Lösung und verfügt über ausreichende Entwicklungskapazitäten, um das System zu sehr fairen Konditionen an unsere Anforderungen anzupassen", fasst Schicker zusammen.
Offene Schnittstelle
Navkonzept hat sämtliche LKW und Trailer von Reinert Logistics mit eingebauten Telematikeinheiten ausgerüstet. In den Zugmaschinen sind diese an die FMS-Schnittstelle angeschlossen und sammeln die Daten zu Kraftstoffverbrauch, Tankfüllstand, Geschwindigkeit, Drehzahl, Laufleistung, Tempomat-Nutzung und Bewegungsstatus. Zudem sind die im Motorraum platzierten Boxen mit den Tachografen verbunden und lesen die aktuellen Fahrer-, Lenk- und Ruhezeiten aus.
Die gesammelten Informationen werden in kurzen Intervallen zusammen mit der aktuellen GPS-Funktion an das Rechenzentrum von Navkonzept gesendet und in deren InternetOrtung-Portal zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus werden die Daten für weitere Anwendungen von Reinert Logistics über eine offene Schnittstelle bereitgestellt. "Diese Offenheit war einer der Gründe, warum wir uns für Navkonzept entschieden haben", betont Schicker, der seit 2016 für Reinert tätig ist.
Gerechte Fahrerbewertung
Für Reinert sind die aus den Fahrzeugen stammenden Infos wertvolles Rohmaterial, das mit Hilfe eigener Applikationen veredelt wird. Für diesen Zweck verfügt das Unternehmen über ein Team aus Software-Entwicklern, die für den Spediteur maßgeschneiderte Apps erstellen. Diese werden auf handelsüblichen Samsung-Tablets installiert, die den rund 1.000 Fahrern zugeordnet sind.
Zu den wichtigsten Anwendungen gehört für Schicker die App "ecoDrive", die trotz Mischflotte eine sehr detaillierte und gerechte Bewertung der Fahrstile ermöglicht. Alle Faktoren, die der Fahrer beeinflussen kann, werden dabei mit Punktzahlen hinterlegt. Dazu zählen zum Beispiel die gefahrene Geschwindigkeit, Standzeiten oder die Nutzung des Tempomaten. Das daraus resultierende Fahrer-Ranking weckt den Ehrgeiz der meist männlichen Fahrer, was bereits zu messbaren Einsparungen beim Dieselverbrauch geführt hat. "Wenn wir das Fahrverhalten unserer 1.000 Fahrer um nur drei Prozent verbessern, entspricht das einem jährlichen Kostenvorteil von 100.000 EUR", rechnet Schicker vor.
Ohne Zeitverzögerung
Um diesen Effekt zu erreichen, werden die Fahrer in Echtzeit über ihr Fahrverhalten und etwaige Fehler informiert, so dass sie bei Bedarf sofort reagieren können. Außerdem kann jederzeit das tagesaktuelle Ranking abgerufen werden, was die Motivation nochmals erhöht. "Dafür ist es entscheidend, dass Navkonzept uns die Daten ohne Zeitverzögerung zur Verfügung stellt, was sehr gut funktioniert", stellt Schicker fest.
Neben der App "ecoDrive" profitieren aber noch zahlreiche weitere Anwendungen von den schnell gelieferten Daten. Dazu zählt zum Beispiel eine App für das digitale Schadensmanagement oder die TankApp, die den Fahrern beim Befüllen der Tanks das manuelle Eingeben von Kilometerständen erspart und die monatliche Abrechnung automatisiert. Ebenso automatisch funktioniert jetzt das Fernauslesen der Tachografen, was angesichts der riesigen Fuhrparks zu weiteren erheblichen Zeiteinsparungen geführt hat.
Einheitliche Oberfläche
Der Datenstrom aus den Telematikeinheiten wird aber auch von den Disponenten genutzt, die jetzt auf dem InternetOrtung-Portal unter anderem die aktuellen Fahrzeug-Positionen, die gefahrenen Strecken sowie die verfügbaren Lenkzeiten ihrer Fahrer sehen. Kommt es dennoch zu vereinzelten Lenkzeit-Verstößen, generiert das System automatisch die vorgeschriebenen Belehrungs-Schreiben, die anschließend zum Tablet des Fahrers verschickt werden. "Dabei handelt es sich nicht um PDF-Dateien, sondern um rein digitale Informationen, die der Fahrer auf dem Display quittiert", betont Schicker.
Eine weitere Erleichterung bringt die Integration des Telematiksystems TrailerConnect von Schmitz Cargobull Telematics in das Navkonzept InternetOrtung-Portal. Damit verfügt Reinert Logistics über eine einheitliche Oberfläche für das Überwachen und Nachverfolgen aller ziehenden und gezogenen Einheiten. Die Disponenten müssen sich die Informationen zur gesamten Flotte nicht mehr aus verschiedenen Systemen und Programmen zusammentragen.
Trailer im Blick
Das InternetOrtung-Portal von Navkonzept kann sämtliche Daten aus dem TrailerConnect Telematik Portal von Schmitz CargoBull übernehmen und anzeigen. Dazu werden die Positions- und Aggregatsdaten, der aktuelle Kopplungsstatus und die definierten Setpoints von Schmitz CargoBull übernommen und visualisiert. Darüber hinaus werden die Temperaturwerte und Alarmmeldungen in das Navkonzept-Portal eingebunden. In Verbindung mit der Navkonzept-Lösung TrailerIdent werden bei Reinert Zugmaschine und Trailer gemeinsam und transparent als eine Einheit angezeigt. Für diesen Zweck wurde jeder Auflieger mit einem "NavTag" ausgerüstet. Dabei handelt es sich um eine Funk-Lösung, die sich durch einen extrem niedrigen Stromverbrauch auszeichnet. Ein Batteriewechsel ist erst nach etwa fünf Jahren notwendig, wodurch die Lösung extrem wartungsarm ist.
Der konfigurierbare NavTag hat eine Sendereichweite von bis zu 50 Metern, und wird automatisch von den bei Reinert Logistics eingesetzten Zugmaschinen erkannt. Beim Abkoppeln wird das letzte Funksignal des Tags mit Uhrzeit und den entsprechenden Positionsdaten abgespeichert. "Auf diese Weise kennen wir nicht nur die aktuellen Sattelzug-Kombinationen, sondern sehen auch genau, an welchem Ort sich die abgestellten Auflieger befinden", hebt Schicker hervor.
Schneller Einbau
Die NavTags wurden ebenso wie die Telematikeinheiten der Zugmaschinen durch eine Werkstatt aus dem dichten Partnernetzwerk von Navkonzept installiert. "Der Einbau lief absolut reibungslos und verursachte nur minimale Standzeiten", erinnert sich Schicker. Vor diesem Hintergrund sieht er kommenden Flottenerweiterungen gelassen entgegen und kann sich ganz auf weitere Innovationen konzentrieren. "Wir sind die Besten" soll schließlich auch in Zukunft gelten.













