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125 JAHRE DHV

03.09.201809:02 UhrVereine & Verbände
Bild: 125 JAHRE DHV
DHV - Die Berufsgewerkschaft e.V.
DHV - Die Berufsgewerkschaft e.V.

(openPR) Am 7.September 1893 wurde in Hamburg von 23 Handlungsgehilfen der Deutschnationale Handlungsgehil­fen-Verband (DHV) gegründet. Der DHV ist damit die älteste deutsche Berufsgewerkschaft für Handlungsgehilfen - wie vormals Angestellte bezeichnet wurden.



Der feiert sein Jubiläum am 20. September mit einem zentralen Festakt in den Räumen der „Patriotische Gesellschaft von 1765“ in Hamburg.

Aus kleinsten Anfängen entwickelte sich der DHV bis zu seiner Gleichschaltung und Zerschlagung durch die Nationalsozialisten im Jahre 1933 zu einer der bedeutendsten Angestelltengewerkschaften der Welt, mit 1956 Ortsgruppen, 170 berufsamtlich besetzten Geschäftsstellen, eigenen Sprachschulen in Paris, London und Barcelona sowie bedeutenden Gewerkschaftsunternehmen.

Eine Wiedergründung des DHV war erst nach 1950 nach Wiedererlangung der deutschen Souveränität möglich, da Briten und Amerikanern in ihren Zonen Richtungsgewerkschaften Lizenzen verweigerten, so dass sich auch der frühere DHV-Verbandsvosteher Hans Bechly für eine Karriere in der neugegründeten Einheitsgewerkschaft DAG entschied. Max Habermann als sein Kollegen aus der alten DHV-Verbandsführung, an dem u.a. in Bremen eine Straße und in Berlin ein Stolperstein erinnern,hatte 1944 nach Inhaftierung durch die Nazis nach dem gescheiterten Hitler-Attentat vom 20.07.1944 den Freitod gesucht. Die Führung des wiedergegründeten DHV übernahm daher der spätere CDU-Bundestagsabgeordnete Karl Hahn, der dem Vorkriegs-DHV u.a. als Leiter des Gaues Berlin-Brandenburg gedient hatte.

Heute zählt der DHV rund 73.000 Mitglieder, die überwiegend in kauf­männischen und verwaltenden Berufen tätig sind. In Bremen ist der DHV seit 1954 wieder durchgängig mit einer hauptamtlich besetzten Geschäftsstelle vertreten. Der Verband stellt im Lande Bremen Arbeits- und So­zialrichter sowie Mit­glieder von Prüfungsaus­schüssen. Er ist in der Vollversammlung und den Ausschüssen der Arbeitnehmer­kammer, in Betriebsräten sowie im Berufsbil­dungsausschuss der Handelskammer vertre­ten. Einer breiten Öffentlichkeit ist der DHV vor Ort insbesondere durch den jährlichen Berufswettkampf der Kaufmannsjugend bekannt, dessen Schirmherrschaft seit Jahren der Präsident der Bremischen Bürgerschaft inne hat.

Weniger bekannt ist die Bedeutung des DHV für das Entstehen und die Entwicklung von Selbsthilfeeinrich­tungen der Abgestellten. Die bis heute bestehende „Gagfah – Gemeinnützige Gesellschaft für Angestell­ten-Heimstätten“, seit 2015 im Besitz der Vonovia AG, wurde 1918 unter maßgeblicher Beteiligung des DHV ge­gründet. In der heutigen Basler-Versicherung finden sich Teile der vormaligen Versicherungsgruppe Deut­scher Ring, die vom DHV 1913 als „Deutschnationale Versicherungs-AG“ gegründet wurde. Die Nationalbank in Essen ist Nachfolgeinstitut der 1920 vom DHV und anderen christlichen Gewerkschaften gegründeten „Deutschen Volksbank AG“. Die heutige DAK Gesundheit zählt die vom DHV 1898 gegründeten „Deutschna­tionale Kranken- und Begräbniskasse“ zu ihren Gründungspfeilern und die „DHV-Versicherung gegen Stel­lenlosigkeit für Handlungsgehilfen“ ist ein Vorläufern der Agentur für Arbeit.

Die Gründung von Selbsthilfeeinrichtungen und Gewerkschaftsunternehmen war eine Antwort des DHV auf die Ende des 19. Jahrhunderts in Deutschland herrschenden unsozialen Arbeits- und Lebensbedingungen, denn die gesetzliche Sozialversicherung steckte noch in ihren Anfängen und war weitgehend auf Arbeiter be­schränkt. Handlungsgehilfen waren weitgehend der Willkür ihrer Arbeitgeber ausgesetzt. Im Einzelhandel waren z.B. Arbeitszeiten bis 21 Uhr an Werktagen und bis 14 Uhr an Sonntagen die Regel, was den Berliner Hofprediger Stoecker veranlasste, im Reichstag vom „übermüde­ten Geschlecht der Handlungsgehilfen“ zu sprechen. Die Forderung nach einer gesetzlichen Re­gelung der Ladenöffnungszeiten zählte denn auch zu den ersten Anliegen der neugegründeten Gewerkschaft. Dazu wurde vom DHV eine Petition gestartet, die am 9.März 1897 mit 128.475 Unterstützungsunterschriften dem Reichstag eingereicht wurde und zur Folge hatte, dass zum 1.10.1900 erstmalig ein Ladenschlussgesetz erlassen wurde, Dieses Gesetz enthielt aller­dings vor allem im Bereich des Sonn­tagsschutzes viele Ausnahmeregelungen und seine Einhaltung wurde zudem kaum kontrolliert, so dass für Handlungsgehilfen von „Sonntagsruhe“ weiterhin keine Rede war. Auch heute noch sorgen die mögli­chen Ausnahmeregelungen für Sonntagsöffnungen in den Ladenschlussgeset­zen der Länder immer wieder für Streit zwischen Gewerkschaften, Arbeitgebern und Politik.

Tarifvereinbarungen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern oder Arbeitgeberorganisationen, wie sie
heute üblich sind, gab es bei Gründung des DHV noch nicht. Erst mit dem sogenannten „Stinnes-Legien-Ab­kommen“ vom 15.11.1918, und dessen staatlicher Anerkennung durch eine Tarifvertragsverordnung wurden Gewerkschaften offiziell als Vertretungen der Arbeitnehmerschaft anerkannt und zum Abschluss von Tarif­verträgen ermächtigt.

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