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Agenda News: Junker und Trump setzen ein Zeichen der Deeskalation

27.07.201808:30 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Agenda News: Junker und Trump setzen ein Zeichen der Deeskalation
Pressebericht Nr. 649
Pressebericht Nr. 649

(openPR) Nach einem Bericht von Reuters einigten sich Jean-Claude Junker und Donald Trump in Washington überraschend darauf, vorerst auf Sonderzölle auf europäische Autos zu verzichten.

Lehrte, 27.07.2018. Vorrangig soll es Verhandlungen zum Abbau von Handelsbarrieren gehen. Obwohl die Nachricht von der Wirtschaft und Politik positiv aufgenommen wurde, warnte Peter Altmaier, dass die „Kuh noch nicht endgültig vom Eis sei“. Die Europäer gingen auf Trump mit der Absichtserklärung zu, mehr Sojabohnen und Flüssiggas aus den USA einführen zu wollen.



Trump steht derzeit besonders unter streikenden Landwirten unter Druck, weil deren Soja Geschäfte mit China massiv unter dem Handelsstreit leiden. Ford und General Motors haben gerade ihre Geschäftsprognosen wegen des Konflikts um zusätzliche Stahl- und Aluminiumzölle gesenkt. Für die deutsche Automobilindustrie ist vor allem der vorläufige Verzicht auf Auto-Sonderzölle entscheidend. Die in Aussicht gestellten Lösungen gehen in die richtige Richtung, aber Skepsis bleibt.

Europa steht zudem womöglich nicht geschlossen hinter dem Junkers-Deal, da Flüssiggasimporte aus den USA nicht wettbewerbsfähig sind. Beide Partner streben eine Reform der Welthandelsorganisation (WTO) an. Nach einem Pressebericht warnt der Chef der Welthandelsorganisation (WTO), Roberto Azevêdo, vor ernsthaften Konsequenzen neuer Handelsschranken. „Neue Hemmnisse bedrohen Wachstum, Arbeitsplätze und die Erholung der Weltwirtschaft“, sagte er am Mittwoch vor der Vereinigung der UN-Presse in Genf. „ich fürchte um den Handel, um Arbeitsplätze, Kaufkraft und Gehälter.“

Wenn Trump an „Amerikafirst“ denkt, denkt er wahrscheinlich auch an die Staatsschulden von rund 21.548 Billionen US-Dollar. Der aktuelle Leitzins der US-Notenbank liegt zwischen 1,75 und 2 % und dürfte bis Ende 2018 um weitere 2 Mal 0,25 % steigen. Das sind Schuldzinsen für 2018 von rund 220 Mrd. US-Dollar. Durch den Einnahmenverlust von rund 1.100 Mrd. USD, Senkung der Unternehmenssteuer von 35 auf 1 %, benötigt Trump Einfuhrzölle, die mit rund 500 Mrd. Euro angegeben werden.

Europas Schulden sind 2018 gleichzeitig gering gestiegen. Zölle, wie ursprünglich von Trump geplant würden die Schulden Europas spürbar erhöhen. Die Schulden von Deutschland sind Ende 2017 auf rund 2.093 Mrd. Euro gestiegen und nicht, wie von Meiden und der Politik angegeben auf unter 2.000 Mrd. Euro gesunken. Die Weltschulden sind seit der Lehman-Krise 2008 in den USA auf rund 300 Bio. Euro gestiegen. Gemessen an rund 60 Mrd. Euro Staatsschulden entfallen davon rund 240 Mrd. Euro auf private Schulden, Schulden der Zentralbanken, Banken, Hedgefonds, Immobilienfonds, Kapitalgesellschaften usw.

Der weltweite Abbau von Zöllen wird zu weiteren Einnahmenverlusten führen. Von großer Bedeutung ist in diesem Zusammenhang ein Finanzierungskonzept der Initiative Agenda 2011-2012. Bereits im Mai 2010 wurde der Öffentlichkeit im Internet ein Sanierungskonzept zur Diskussion angeboten, das mit einem aktuellen Finanzrahmen von 275 Mrd. Euro für ausgeglichene Haushalte und Rückführung der Staatsschulden steht. Zur Überwindung der Schuldenkrise und Einnahmenverluste plädiert Agenda 2011-2012 dafür, dass alle Gesellschaftsschichten, insbesondere Besserverdiener, Reiche, Dienstleister und Produzenten, angemessen an den Staatskosten beteiligt werden.

Dieter Neumann

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