(openPR) Die Anzahl der Ausbildungen in den zulassungsfreien Handwerksberufen sinkt. Langfristig wird sich das in einem signifikanten Fachkräftemangel wiederspiegeln. Schuld an allem ist die Politik. Die Innung der Fotografen FOCON aus Berlin will nun durch eine branchenübergreifende Petition etwas verändern.
Vor 14 Jahren wurde in einer damals bereits umstrittenen Entscheidung die Novellierung der Handwerksordnung durchgesetzt. Handwerksberufe wurden in zwei Klassen geteilt: In zulassungspflichtige und in zulassungsfreie Berufe. Die Unterteilung brachte fatale Folgen für die 52 zulassungsfreien Handwerksberufe mit sich. Die Innung der Fotografen, die als zulassungsfreies Handwerk betroffen ist, hat nun eine Petition gestartet, um das zwei Klassensystem des Handwerks abzuschaffen.
Dumpingpreise und Verbraucherschutz Ein zulassungsfreies Handwerk darf in Deutschland jeder betreiben. Dabei ist egal, ob er Erfahrungen innerhalb des Handwerks hat oder nicht. Vor der Novellierung war das nicht möglich. Der Markt wurde folglich von Ungelernten geflutet, die ihre Leistungen zu Dumpingpreisen anbieten. Diese Preise können von den Meisterbetrieben durch die Beschäftigung von hochqualifiziertem Personal und der Verwendung von hochwertigem Material nicht angeboten werden. Etablierte Meisterbetriebe verloren den Preiskampf und folglich auch Aufträge. Für viele Betriebe bedeutete das das Aus.
Schlimmer als der Preiskampf wiegt für viele gelernte Handwerker jedoch das sinkende Niveau der Arbeiten innerhalb der Branche und das damit verbundene Ansehen ihres Berufsstandes. Dafür haben sie in einer mehrjährigen Berufsausbildung nicht nur Zeit, sondern oft auch Geld investiert. Nach der Novellierung ein bitteres Los, denn gerade für die Verbraucher ist nicht ersichtlich, ob es sich um einen Meister- oder einen fachfremden Betrieb handelt. Der „Pfusch am Bau“ wird für den Verbraucher oft erst im Nachhinein ersichtlich.
Sinkende Ausbildungszahlen und -qualität Laut Berufsausbildungsbericht des Bundesministeriums für Bildung und Forschung steigt die Anzahl der Auszubildenden in den letzten Jahren stetig an. Eine Entwicklung, die die Meisterbetriebe des zulassungsfreien Handwerks nur schwerlich nachvollziehen können. In ihren Berufen sinken die Ausbildungszahlen. Ein Hinweis darauf geben die steigenden freien Ausbildungsplätze des Berufsausbildungsberichts. Auf lange Sicht fürchten die Handwerksmeister einen hohen Fachkräftemangel.
Die verbleibenden Auszubildenden bekommen die sinkende Qualität innerhalb der Branchen zu spüren. Denn auch ungelernte Personen dürfen nach einem Crashkurs der IHK oder HWK ausbilden. Das Ausbildungsniveau sinkt drastisch.
Lena Wingen, PR Consultant, +49 (0)30 98377936, +49 (0)174 1610 499,
Die Mitglieder der Fotografeninnung FOCON kennen die Probleme. „Das ist nicht mehr hinnehmbar – für die betroffenen Handwerksberufe, die Auszubildenden und auch die Verbraucher“, sagt der Geschäftsführer der Innung und Fotografenmeister Philipp Schumann, „Wir hoffen nun, dass wir mit der Petition etwas erreichen und mit den Verantwortlichen die Probleme besprechen können.“
Die Petition ist branchenübergreifend und bittet um Unterschriften von Betroffenen und Unterstützern. Zu finden ist die Petition auf openpetition.de unter: https://www.openpetition.de/petition/online/abschaffung-der-aufteilung-von-anlage-aund-anlage-b-handwerksberufen








