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Release Management Definition

Management (© Jakub Jirsák - Fotolia.com)
Management (© Jakub Jirsák - Fotolia.com)

Die Planung, Ausführung und Kontrolle von Entwicklungsprozessen im Software-Bereich und der damit zusammenhängenden IT Infrastrukturen werden unter dem Begriff Release Management zusammengefasst. In Interaktion mit dem Change und Konfiguration Management gewährleistet das Release Management einen sicheren Überblick über die Gestaltung und Entwicklung von Software, Anwendungen für das Internet und regelmäßige Updates. Darüber hinaus vereint es eine geschäftliche Risikoanalyse mit den technischen Problemstellungen und Lösungen für den Entwicklungszyklus innerhalb einer IT-Infrastruktur.

Ziele und Ablauf

Die Ursprünge des Release Managements resultieren aus den Erkenntnissen in der Software-Branche. Es verfolgt klar umrissene Ziele, die in einem bestimmten, zeitlich begrenzten Prozess verwirklicht werden können, ohne ein unkalkulierbares Geschäftsrisiko einzugehen. Damit sind die Anforderungen an Updates und Patches, Rollouts und eingesetzter IT-Struktur gemeint. Release Management umfasst also die Planung und Entwicklung von den ersten Ideen und Anforderungen einer Software bis hin zur Installation beim endgültigen Nutzer. Wie bereits erwähnt, interagiert es dabei mit dem Change und Konfiguration Management und ist Teil des umfassenderen ITIL- bzw. IT-Service Managements (ITSM).

Zu den einzelnen Schritten und Aufgaben des Release Managements gehören:

  • die Definition des Funktionsumfangs einer Software
  • die Festlegung eines Zeitplans und dessen regelmäßige Überprüfung, abgestimmt mit dem change Management
  • eine vorab definierte Qualitätskontrolle, mit der die Einhaltung aller Kriterien überwacht wird
  • eine sorgfältige, reproduzierbare Dokumentation aller Änderungen, in der auch die relevanten Aspekte der Rückwärtskompatibilität beschrieben     werden

Das Release Management ähnelt dabei durchaus einem üblichen Projektmanagement, denn es kombiniert Problem- und Fragestellungen zur Konzeption, Organisation und Praxis und führt diese in einer Abteilung oder einem Projekt zusammen. Auf diese Weise soll ein Überblick entstehen, welche Veränderungen an Releases oder Rollouts im Laufe der Entwicklung vorgenommen werden. Die Bereitstellung von Software wird durch Release Management in der Regel auf einer mittleren Führungsebene koordiniert und verwirklicht.

Wie funktioniert Release Management?

Software Releases, die sich durch eine oder mehrere vom Hersteller autorisierte Änderungen auszeichnen, werden in der Regel mit einer Versionsnummer, etwa 12.3, versehen. Dieser Vorgang kann Unterstützung durch Software zur Versionskontrolle erfahren. Manchmal werden einzelne Änderungen in verschiedenen Bereichen der Software auch in so genannten Release Packages zusammengefasst und veröffentlicht.

Die Branche unterscheidet prinzipiell zwischen drei Arten von Releases:

  • ein Major Release enthält wesentliche neue Funktionen und tiefer greifende Veränderungen des Systems, macht Bugfixes verzichtbar und ersetzt Minor Releases bzw. Emergency Fixes
  • mit einem Minor Release werden lediglich kleinere Änderungen und Erweiterungen veröffentlicht, die unter bestimmten Voraussetzungen ein Emergency Fix ergänzen können
  • ein Emergency Fix bietet keine Erweiterung der Funktionen, sondern wird immer dann nötig, wenn es zu unvorhergesehenen Problemen und Konflikten kommt, deren Lösung höchste Priorität hat

Bevor das Release Management aktiv wird, erhält es vom Change Management eine Anfrage für Änderungen (Request for Changes). Die darin geschilderten Anforderungen werden Inhalte des kommenden Release. Das Konfiguration Management wiederum liefert begleitend zum Release Dokumentationen zu den Abläufen und Prozessen in der IT Infrastruktur. Parallel dazu werden die unterschiedlichen Versionen verwaltet und Probleme behandelt, die zwischen Infrastruktur und Release auftauchen.

Die letzte Entscheidung zur Freigabe trifft der Release Manager. Er trägt die Verantwortung für alle nötigen Prozesse und delegiert Teilbereiche und Aufgaben an seine Teammitglieder zur Bearbeitung. Außerdem ist er zuständig für die zeitliche Ablaufplanung, die Festlegung von Meilensteinen sowie die Definition aller Fristen. Mit Hilfe von ausführlichen Checklisten behält er den Überblick über alle Prozesse und kann später nach dem Rollout auch auf Rückmeldungen von Usern oder auf die Erfahrungen des hauseigenen Kundenservice reagieren.

ITIL als Basis für das Release Management

ITIL (IT Infrastructure Library) stellt eine Sammlung von Prozessen und Funktionen dar, die typisch für die IT-Infrastruktur in mittleren und großen Unternehmen sind. Das ITIL Framework liegt mittlerweile in der Version V3 vor und hat sich zu dem am meisten genutzten Konzept für Enterprise Solutions im Bereich Release Management entwickelt. Die Bibliothek umfasst Regeln und Definitionen für die einzelnen Komponenten und Vorgänge innerhalb eines Lebenszyklus bestimmter IT-Services sowie deren Organisation und detaillierter Ausgestaltung. Der Gesamtzusammenhang eines Releaseprozesses kann nach ITIL aus verschiedenen Teilabläufen bestehen. Dazu zählen unter anderem:

  • die Rollout-Planung, mit der auf Grund der inhaltlichen Vorgaben ein Konzept für den Releaseprozess entwickelt wird
  • die Aufgabenverteilung für die einzelnen Komponenten an die Teammitglieder und die Vorbereitung der Infrastruktur
  • die Festlegung und Anwendung von Rückfallmethoden, falls Probleme auftauchen
  • den Release-Test unter realitätsnahen Bedingungen, nach dessen Durchführung der Termin für den Rollout bestimmt wird
  • der endgültige Rollout und die Migration auf das gewünschte System

Wie dabei vorgegangen wird, kann je nach Modell – beispielsweise Scrum oder Agile Softwareentwicklung - sehr unterschiedlich sein. Wichtig ist, dass sich das gewählte Konzept ohne Probleme an die einzelnen Phasen der Software-Entwicklung anpassen lässt.

Welche Bedeutung hat das Release Management für die Programmierung?

Die Effizienz und Qualität von IT-Dienstleistungen kann mit einem ausgeklügelten Release Management deutlich gesteigert werden, weshalb es vor allem in großen Unternehmen und Konzernen als fester Bestandteil der IT-Abteilung integriert ist. Hier liegt allerdings auch das Problem von ITIL. Für kleine und mittlere Unternehmen ist das Regelwerk zu komplex, weshalb diese auch immer wieder Kritik üben, dass es keine ähnlichen Alternativen für kleine IT-Systeme gibt, und eine abgespeckte Version für ihre Bedürfnisse einfordern.

OpenPR-Tipp: Es gibt jedoch andere Frameworks wie etwa ISM (Integrated Service Management), die durchaus für kleinere Unternehmen geeignet sind, um den Lebenszyklus von IT-Lösungen und alle damit einhergehenden Abläufe an individuelle Bedürfnisse anzupassen. Wegen ihrer schlankeren Infrastrukturen sind gerade Mittelständler in dieser Hinsicht besonders flexibel und in der Lage, den Service und die Qualität effizienter zu machen und ihre IT-Dienste zu optimieren. Ebenfalls vereinfacht wird die Zusammenarbeit zwischen Release, Change und Konfiguration Management, ein Aspekt, den  große Unternehmen wegen der Komplexität durchaus als kritisch für den Erfolg sehen.

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