Hintergrund Carolin Philipps
Sie klettert in die Kanalisation der rumänischen Hauptstadt Bukarest und überquert mit mexikanischen Flüchtlingen die Wüste im Grenzstreifen zu den USA. Für Carolin Philipps gibt es keine Grenzen. „Man kann die Welt nur ändern, indem man die Herzen der Menschen berührt“, sagt sie und schon mit ihrem ersten Buch, "Großvater und das Vierte Reich" (Herder), katapultierte sich die 1954 in Meppen/Ems geborene Philipps in die erste Liga der deutschen Jugendbuchautorinnen. Ihre verstörende Darstellung der deutschen Neonaziszene wurde in mehrere Sprachen übersetzt, bekam zahlreiche Auszeichnungen und wurde für das Fernsehen verfilmt. Seit Carolin Philipps 2000 für ihr Buch "Milchkaffee und Streuselkuchen" (Ueberreuter) mit dem Mentioning Award der Unesco für Frieden und Toleranz ausgezeichnet wurde, wurden ihre Bücher in mehr als 20 Sprachen übersetzt. Ob Analphabetismus, Rassismus oder Homosexualität --- Carolin Philipps Werke sind seit über 20 Jahren ein Plädoyer für mehr Toleranz: „Mein Ziel ist“, erklärt Philipps, „dass über den Inhalt meiner Bücher diskutiert wird. Ich möchte, dass der Leser sie aus der Hand legt und selber weiterdenkt.“
2004 wurde nach zweijähriger Recherche das erste Erwachsenenbuch der studierten Historikerin veröffentlicht: "Zwischen Krone und Leidenschaft" (Piper) beschreibt das Leben der Königin Caroline Mathilde von Dänemark, für „Friederike von Preußen --- die leidenschaftliche Schwester der Königin Luise“ (Piper) hat Philipps bisher unentdecktes Quellenmaterial und geheime Briefe entdeckt und ausgewertet, die die spätere Königin von Hannover in einem ganz neuen Licht erscheinen lassen. Im Mai 2010 ist „Luise --- die Königin und ihre Geschwister“ (Piper) erschienen und platzierte sich sofort in der Spiegel --- Bestsellerliste. Auch hier greift sie auf bisher unveröffentlichtes Quellenmaterial zurück.
Ob in abgelegene Archive oder mitten hinein ins Leben – für ihre Bücher ist Carolin Philipps kein Weg zu weit. So verbrachte sie den Sommer 2005 in einem Heim für obdachlose Jugendliche in Bukarest um für ihr zwölftes mehrfach preisgekröntes Buch „Träume wohnen überall“ zu recherchieren. Im Herbst 2006 fuhr sie für „Der Baum der Tränen“ im gemieteten Auto die mexikanische Grenze zu den USA entlang, begleitete illegale Immigranten auf ihrem gefährlichen Weg und ließ sich ihre Schicksale erzählen, im vergangenen Herbst verbrachte sie vier Wochen lang in einer Höhle auf der legendären Osterinsel. Für ihr Buch „Wofür die Worte fehlen“ (Ueberreuter, 2010) über Kindesmissbrauch hat sie 2011 den österreichischen Jugendbuchpreis gewonnen.