(openPR) München 07.09.06 Die Zeiten für Markenprodukte in Deutschland sind hart. Abnehmende Markentreue der Käufer und ein stetig steigender Druck durch No-Name-Produkte setzen den Herstellern von Markenware immer stärker zu. Nach einer Nielsen Studie liegt Deutschland mit rund 30 % Handelsmarkenanteil weltweit auf Platz zwei. Das die Verzweiflung darüber zuweilen seltsame Blüten treibt, zeigt ein neuer Trend in der deutschen Werbung: Das so genannte „Bettelmarketing“. Kann der Hersteller zusammen mit seiner Werbeagentur wirklich überhaupt keinen Grund mehr finden, warum der Kunde das Produkt kaufen sollte, greift man zu einem psychologischen Trick: „Kauf mein Produkt, dann helfe ich“ ist die einfache Devise. Krombacher rettet für jeden Kasten Bier einen ganzen qm Regenwald, Ritter Sport Schokolade lässt 1,4 Cent pro verkaufter Tafel springen und Blendamed spendet für jede verkaufte Tube einen ganzen Cent. 120l Bier trinkt ein Deutscher im Jahr. Deckt er diese Menge 30 Jahre immer vom besagten Hersteller, so kann er damit ganze 360qm Regenwald retten - die halbe Fläche eines Grundstücks eines Einfamilienhauses. Putzt er sich dann auch noch ausschließlich mit Blendamed die Zähne spendet er in 30 Jahren sogar noch 3,60 EURO für arme Kinder.
Den Vogel abgeschossen hat nun ein bayrischer Bier-Konzern. Sein Bier hat jetzt offiziell den Segen des Vatikans erhalten und der Papst Benedikt XVI persönlich winkt uns bierselig vom Glase zu. Für was macht der Papst wohl als nächstes Werbung? Windeln, Schnaps, Zigaretten?
Frank Hahn von der Werbeagentur Axxelerate fordert einen Ehrenkodex für Industrie und Werbeagenturen: „Industrie und Werbeagenturen haben über den kurzfristige Absatzspush eine gewisse ethische Verantwortung. Natürlich soll Werbung verkaufen aber auch die Marke stärken. Dies geht langfristig nur mit echten Benefits und kreativen Ideen und nicht über Spenden-Erpressung. Wir sind gespannt was eigentlich die Kunden von diesem Ansatz halten und haben deshalb unter http://www.axxelerate.com eine online-Umfrage installiert, in der jeder sein voting zum Papst-Weißbier abgeben kann. „ so Hahn weiter.
Übrigens: Was passiert eigentlich, wenn wir die falschen Produkte kaufen? Stirbt dann der Regenwald und müssen die Kinder hungern nur weil wir das falsche Bier getrunken, oder uns mit der falschen Creme die Zähne geputzt haben? Ist es nun wichtiger mit meinem Bierkonsum den Regenwald zu retten, oder den Segen des Papstes zu bekommen?













