(openPR) Mitte 2017 hat die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young die „EMEIA Fraud Survey – Ergebnisse für Deutschland“ veröffentlicht. An dieser Studie haben weltweit 4.100 Unternehmen aus 41 Ländern der Regionen Europa, Mittlerer Osten, Indien und Afrika teilgenommen; in Deutschland wurden 100 Manager befragt. Ergebnisse der Studie sind u.a., dass im Südosten von Europa Korruption besonders stark verbreitet ist.
In Kroatien, Slowenien und Serbien sind 92, 87 bzw. 84 Prozent der befragten Manager der Meinung, Korruption sei im Wirtschaftsleben durchaus an der Tagesordnung und gehört zur Normalität. In Deutschland halten 26 Prozent der Teilnehmer Korruption für weit verbreitet – damit belegt Deutschland Rang 23 im Ranking. Besser stehen nur die skandinavischen Länder, Estland, die Schweiz und die Niederlande da.
Betrachtet man weitere Ergebnisse aus Deutschland, so halten nur 23 Prozent der Befragten die ethischen Standards in ihrem Unternehmen für gut, in ganz Westeuropa sind es 26 Prozent. Acht Prozent der Manager in Deutschland geben zudem an, es sei im eigenen Unternehmen im vergangenen Jahr zu Manipulationen bei der Erfassung und Buchung von Kosten gekommen. Zum Vergleich: im westeuropäischen Durchschnitt liegt hier der Wert bei nur fünf Prozent. Zudem geben fünf Prozent der deutschen Manager an, dass im Unternehmen die vorgezogene Buchung von Umsätzen häufiger durchgeführt wird, in Westeuropa liegt hier der Durchschnitt bei sieben Prozent.
Generation Y – Aufbruch oder Abstieg?
Erschreckend sind und gleichzeitig etwas nachdenklich machen die Antworten und Statements der jüngeren Befragten, die als „Generation Y“ (geboren zwischen 1980 und 1999) bezeichnet werden, als sie aufgefordert wurden, ihre Meinung zu bestimmten Aussagen abzugeben. Immerhin ganze 73 Prozent der deutschen Befragten dieser Altersstruktur haben die Aussage bejaht, wonach unethische Verhaltensweisen gerechtfertigt sein können, wenn sie dazu beitragen, dem Unternehmen in einer wirtschaftlichen Krisensituation zu helfen oder das Unternehmen sogar vor einem sich abzeichnenden Absturz zu retten.
Ganze 68 Prozent der Generation Y denken, dass dies die Unternehmensführung ebenfalls tun würde. Im Hinblick auf Mitarbeiter und Kollegen im Unternehmen sind 49 Prozent der Ansicht, dass ihre „Mitstreiter“ dazu bereit wären, sich unethisch zu verhalten, um das erfolgreiche Voranschreiten der eigenen Karriere zu unterstützen. Deutlich wird hier zwischen der eigenen Person und „den anderen Mitarbeitern“ differenziert! Für sich persönlich würde man diesen Schritt natürlich nur aus höheren Beweggründen, wie zum Beispiel um das Unternehmen zu retten, erwägen, während die „bösen“ Kollegen sich aber aus persönlichen und niederen Beweggründen gegenüber ihren Kollegen oder dem Unternehmen selber unethisch verhalten würden.
Compliance im Unternehmen – Aktueller denn je!
Ein schwarzes Schaf unter vier Schafen auf der Weide! Nach der vorliegenden Studie ist jeder vierte deutsche Manager zu unethischem Verhalten bereit. Immerhin haben 23 Prozent der befragten Manager der folgenden Aussage zugestimmt: „Ich wäre zu mindestens einer der genannten Verhaltensweisen (Täuschung Externer; Versorgung des Managements mit falschen Informationen; Ignorieren unethischen Verhaltens bei Kunden, Lieferanten oder Dritten bzw. im eigenen Team) bereit, um meine Karriere zu beschleunigen oder mir einen anderweitigen Vorteil wie Prämien oder Bonuszahlungen zu verschaffen.“ Und damit ist Deutschland als westeuropäisches Land führend. Vor Deutschland stehen im Jahr 2017 nur Länder wie die Ukraine, Russland, die Türkei oder Bulgarien.
Im Hinblick auf die eigene Karriere würden 6 Prozent der Befragten sich über unethisches internes Verhalten im Unternehmen oder von Kollegen hinwegsetzen. Extern sieht es nicht anders aus: 11 Prozent der Befragten würden dasselbe im Umfeld von Kunden und Lieferanten tun. Immerhin einer von 10 Befragten würde für seine Karriere das eigene Management mit falschen Informationen versorgen, um im Unternehmen weiterzukommen.
Somit zeigt sich deutlich: Compliance im Unternehmen, unabhängig von der Größe oder der Branche, ist, ob nun für das Unternehmen im internen oder externen Aufgabenbereich oder bei der persönlichen Haftung des Managements, unerlässlich. Sicher ist eines: Einem Chief Compliance Officer wird es auch in Zukunft bestimmt nicht langweilig!
Quelle:
EMEIA Fraud Survey – Ergebnisse für Deutschland / Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft / 2017
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