(openPR) Es ist das größte Entwicklungsprojekt des 21. Jahrhunderts: Die Neue Seidenstraße Chinas. Mit ihr möchte Peking ein uraltes Netzwerk von Land- und Seerouten wiederbeleben, Infrastruktur ausbauen, Handel fördern und die Transportlogistik verbessern – von Zentralasien, Afrika, bis nach Europa. Das Budget dafür? Sieben Mal so groß wie das des Marshallplans. Was sind Chancen und Risiken eines solchen
Mammutprojekts? Was bedeutet die Neue Seidenstraße für deutsche Unternehmen? Diese und weitere Fragen beantworte ich im Folgenden.
Riesiges Projektvolumen
Das Projekt Neue Seidenstraße läuft offiziell unter dem Namen "One Belt, One Road". Durch einen Ausbau von Straßen, Eisenbahnen, Häfen und Seewegen sollen Handelskorridore von China bis nach Europa gebildet werden. Die landgestützten Projekte bilden den Gürtel (engl.: "belt") und die Seeroute die Straße (engl.: "road"), die die südlichen Provinzen Chinas mit Südostasien und der Ostküste Afrikas mit Häfen
und Eisenbahnen verbindet. Der Investitionsrahmen des Projekts ist enorm und beläuft sich auf rund 900 Milliarden US-Dollar. Über eine Billion US-Dollar wurden bereits in verschiedene Projekte investiert, einschließlich großer Infrastrukturprojekte in Afrika und Zentralasien.
Internationales Kooperationsabkommen
Auf dem Gipfeltreffen zur Neuen Seidenstraße im Mai 2017 unterzeichneten rund 68 Länder ein Kooperationsabkommen mit China.
Insgesamt umfasst das Projekt demnach eine Gesamtbevölkerung von 4,9 Milliarden Einwohnern und einem Anteil von rund 30% der Weltwirtschaft.
Was beabsichtigt China?
Es gibt mehrere Theorien über die Absicht Chinas, darunter die, dass das Reich der Mitte verstärkt eine globale und regionale Führungsrolle ausüben möchte und von der unteren Produktionsstufe zu höherwertigen
Industriegütern übergehen möchte. Schwellenländer in der Region werden eher bereit sein, chinesische Hochgeschwindigkeitszüge, Energieerzeuger und Telekommunikation zu akzeptieren, wenn China eine
Führungsrolle in Mega-Infrastrukturprojekten übernimmt.
Was sind mögliche Vorteile?
Die Neue Seidenstraße könnte einigen Ländern, vor allem in Zentralasien und Afrika, einen Weg aus der Armut aufzeigen und die Möglichkeit bieten, zum Rest der Welt aufzuschließen. Vor allem ein Schließen von Infrastrukturlücken, beispielsweise in Afghanistan oder
Pakistan bietet diesen Ländern eine große wirtschaftliche Chance. Die Neue Seidenstraße dürfte das Wirtschaftswachstum zumindest in vielen
der betroffenen Ländern sowie in China stark beschleunigen.
Was sind Probleme & Risiken?
Natürlich sind es gerade die Länder mit Infrastrukturlücken, die aufgrund ihrer Instabilität und prekärer Sicherheitslage ein Risiko für Unternehmen und Arbeitnehmer darstellen. Auch die Frage des
Vertrauens spielt hier eine wichtige Rolle. Wie viel Vertrauen kann und sollte man Ländern schenken, die für ihre politische Instabilität und niedrigen Investment-Grade bekannt sind. Einige Experten vermuten
zudem, dass sich arme Länder mit massiven Schulden beladen könnten, während Kritiker befürchten, dass China strategische und wirtschaftliche Herrschaft anstrebt und Menschenrechte und Umweltstandards dabei auf der Strecke bleiben.
Chancen für deutsche Unternehmen
Durch eine Intensivierung der deutsch-chinesischen
Wirtschaftsbeziehungen ergeben sich für viele deutsche Unternehmen neue Wachstumschancen, Perspektiven – und vor allem Markteintrittschancen in bisher schwer erreichbare Absatzmärkte. Dank der Neuen Seidenstraße sind für Deutschland als Exportland plötzlich
ganz neue Märkte, beispielsweise in Zentralasien, in Reichweite.
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