(openPR) Inklusiv wohnen Köln e.V. initiiert ein visionäres Wohnprojekt für Menschen mit Behinderung, Studierende und andere, die in Gemeinschaft leben möchten:
Am 20. Oktober eröffnete das erste inklusive Wohnprojekt in Köln. In dem großzügigen Haus leben 30 Menschen in einer völlig neuen und bereits mehrfach preisgekrönten Wohnform unter einem Dach. Sie haben sich für ein Leben in einer bunten Gemeinschaft entschieden – und finden auf vier barrierefreien Etagen perfekte Möglichkeiten für ein gelebtes Miteinander. Kopperationspartner des Vereins und Bauherrin ist die GAG Immobilien AG.
Das Herzstück des Hauses sind die beiden inklusiven Wohngemeinschaften für Menschen mit Behinderungen und Studierende. Hier wird gemeinsam gekocht und gegessen, Ausflüge und Abendaktivitäten sind geplant und vieles mehr. Unterstützt werden die WGs von Fachpersonal. Die Anwesenheit einer Nachtwache ermöglicht, dass auch Menschen mit schweren Mehrfachbehinderungen im inklusiven Haus wohnen können.
Das visionäre Projekt wurde vor vier Jahren von Eltern behinderter Kinder ins Leben gerufen. Die beiden Initiatorinnen, Michaela Mucke und Christiane Strohecker, hatten die Idee eines Hauses für Alle - und verwirklichten ihre Vision. Es ist eine Win-Win-Situation: Die Menschen mit Behinderung können nach ihren individuellen Bedürfnissen in einer Gemeinschaft leben. Die Studierenden wohnen zudem kostenfrei nach dem Prinzip „Wohnen für Hilfe“ in einer attraktiven Wohnung und können Erfahrungen sammeln.
“In vielen Städten und Gemeinden gibt es zu wenig Heimplätze für Menschen mit Schwerbehinderung, die Wartelisten sind lang. Das wichtige Thema Inklusion ist bisher vor allem im Bereich der Schule umgesetzt worden. Hier in Köln findet es jetzt Einzug in den Bereich Wohnen und Freizeit", so Christiane Strohecker, Geschäftsführerin des jungen Vreins.
Im inklusiven Haus kann prinzipiell jeder wohnen, unabhängig von Alter, Herkunft, Einkommen, Nationalität oder Behinderung. Die Vielfältigkeit unserer Gesellschaft spiegelt sich auf den vier Etagen wider: Es gibt geförderte Appartements und frei finanzierte Wohnungen in unterschiedlichen Größen sowie die beiden großzügigen Wohngruppen. Ein Gruppenraum im Erdgeschoss mit Gartenzugang steht allen Bewohnern und dem Quartier als Begegnungsraum zur Verfügung. Hier hofft der Verein auf Interesse aus der Nachbarschaft. „Wir können uns vieles in diesem Raum vorstellen: eine Spielgruppe oder Eltern-Kind-Gruppe am Vormittag, einen inklusiven Chor am Abend, eine Yoga-Gruppe. Wer Ideen hat für eine Nutzung, ist herzlich eingeladen, beim Verein anzufragen.
Wer die Wohngemeinschaften betritt merkt sofort, dass auch hier etwas Besonders geschaffen wurde: Schöne Böden, großzügige Fensterfronten, ausgewählte Möbel. Die engagierten Eltern der Bewohner mit Behinderung haben in unterschiedlichsten Möbelhäusern eingekauft und dabei immer überlegt, was auch den Studierenden gefallen könnte. Die finanziellen Mittel für die Ausstattung konnte der Verein mit Hilfe von Stiftungsgeldern (Aktion Mensch, Stiftung Wohlfahrtspflege, Kämpgen Stiftung, Stiftung Wohnhilfe) sowie großzügigen Spenden von Eltern und anderen aufbringen. Es ist ein komfortabel ausgestattetes Haus zum Wohlfühlen – ein echtes Zuhause.
Die Bewohner mit Behinderung erhalten auf ihre Bedürfnisse abgestimmte Unterstützung. Der Verein hat hierfür ein spezielles Betreuungskonzept für das Haus entwickelt, dass eine ambulante Betreuung rund um die Uhr möglich macht. Hierzu hat inklusiv wohnen Köln e.V. Personal selbst eingestellt, wie zum Beispiel für jede WG eine Leitung und weiteres pädagogisches Fachpersonal, sowie qualifizierte Nachtwachen. Die Studierenden helfen ihren Mitbewohner stundenweise und an den Wochenenden und werden dabei von Fachpersonal begleitet. Zudem gibt es externe Reinigungskräfte, ambulante Pflege-, Assistenz- und BeWo-Dienste.
Das außergewöhnliche Projekt wurde bereits vor der Eröffnung mehrfach ausgezeichnet:
• anerkanntes Modellprojekt des Ministerium NRW im experimentellen Wohnungsbau
• Belobigung beim Innovationspreis Behindertenpolitik der Stadt Köln 2015
• 2.Preis des Klaus Novy-Preis 2017 als Projekt, das „sozial und innovativ“ das Zusammenleben in Nachbarschaften stärkt
• Ausgewählt vom Institut für kreative Nachhaltigkeit als Beispiel für eine visionäre Wohnform für das Buch CoHousing Inclusive









