(openPR) Essen, 23. August 2006: Die Industriemarktforscher der Essener Gayer Consulting befragten Branchenexperten zur Verbreitung von Metalldächern in Skandinavien.
Nach aktuell vorliegenden Expertenschätzungen – genaue Zahlen liegen nicht vor – ist in den skandinavischen Ländern (hier inkl. Finnland) von einem deutlich höheren Marktanteil an Metalldächern auszugehen als in Mitteleuropa.
Die jährlich neu gedeckte Dachfläche in Skandinavien (inkl. Finnland) beträgt laut Freedonia um 50 Million m². Hiervon sind nach Experteneinschätzungen bis zu 10 Millionen m² aus Metall, was einem Anteil von einem Fünftel der gesamten Dachfläche entspricht. Zum Vergleich: In Deutschland sind von rd. 200 Millionen m² an jährlich neu gedeckter Dachfläche nur 5 Prozent aus Metall.
Für nordische Länder lasse sich diese Besonderheit durch ein höheres Schneevorkommen erklären. Das vergleichsweise glatte Metall lässt Schneemassen (bei geneigten Dächern) rascher ablaufen und reduziere somit das Dachgewicht. Dieser Zusammenhang gelte übrigens auch analog für alpine Gegenden, in denen ebenfalls auffällig häufig Metalldächer vorzufinden seien.
Die befragten Experten machten hingegen auch deutlich, dass gerade die klimatischen Bedingungen bei Flachdächern (also vorwiegend im Non-Residential Bereich) auch gegen die Verwendung von Metalldächern sprechen (können). Denn unter den Schneemengen und den durch wiederholte Abschmelzungs– und Wiedereinfrierungsprozesse generierten Eisschichten sammeln sich größere Mengen Wasser, was schließlich zu Schäden an der Isolationsschicht führen kann. Eine aufwändige zusätzliche Isolierung zur Vermeidung dieser Effekte verbiete sich zumeist aus wirtschaftlichen Gründen.
Diese Restriktion gelte jedoch nicht für zu mindestens zu 10° geneigte Dächer. In Skandinavien seien die Dächer gerade im Segment größerer gewerblicher bzw. öffentlicher Gebäude (also ab rd. 2000 m² und mehr) insgesamt häufig zu flach für Metalldachlösungen. Allenfalls zu „dekorativen“ Verkleidungszwecken seien Metallelemente in diesen Fällen denkbar, was jedoch immer einen anderweitigen „echten“ Unterbau voraussetze (bspw. herkömmliches Bitumendach).
Im Satteldachsegment, also insbesondere im Wohngebäudesegment, seien dagegen Metalldächer in vielen Gegenden Skandinaviens überaus beliebt, wobei es sich hierbei auch um optische Imitationen von Ziegeldächern handle. Der hohe Metallanteil gelte insbesondere für Finnland, aber auch für Teile Schwedens (dort jedoch eher in mittleren bis nördlichen Gegenden, wohingegen der Süden herkömmliche Ziegel bevorzuge.)
Auch in den ehemaligen CIS-Staaten, v. a. im Baltikum, weise v. a. das Residential-Segment einen sehr großen Anteil an Metalldächern auf. Hier werden besonders oft Imitationen von Ziegeldächern eingesetzt. Somit könne ein nach wie vor großer Nachholbedarf in diesen Ländern zu vergleichsweise günstigen Materialpreisen gedeckt werden.
Bei der Anbringung von Stahl- wie auch allgemein von Metalldächern seien zwei grundsätzliche Methoden voneinander zu unterscheiden: vorab gefertigte Elemente (können praktisch von „jedermann“ montiert werden) oder vor Ort zugeschnittene Elemente (können nur ausgebildete „Profis“ anbringen). Eine quantitative Aufteilung des gesamten betrachteten Marktsegmentes nach diesen beiden Ansätzen war den kontaktierten Ansprechpartnern nicht möglich.
Neben herkömmlichem Stahl sei die Verwendung von Aluminium und Kupfer in Skandinavien (wie auch im Baltikum) eher gering. Faktisch keine Bedeutung habe auch Zink.
Die für nordische Länder typische „luftdichte“ Bauweise (Luftdichtheit der Gebäudehülle, also auch des Daches) ergebe den Expertenmeinungen zufolge keinen direkten Zusammenhang zum Einsatz von Metalldächern.
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