(openPR) In Crottendorf, einem Ort im Erzgebirge, ist Klaus Süß geboren. Als in der DDR geborener Künstler erlernte er erstmal einen „ordentlichen Beruf“. Er wurde Heizungsmonteur. Ein Aufbaustudium folgte zum Ingenieur. Nebenbei zeichnete Klaus Süß – immer schon. So war er auch in den in der DDR weitverbreiteten Volkskunstzirkeln tätig. Die eng begrenzten Möglichkeiten dieser Laienkunstkreise suchte er zu sprengen, indem er sich beruflich veränderte: 1978 wechselte er ins Kultursekretariat der Karl-Marx-Städter „Fritz Heckert Werke“, wo er u.a. betriebliche Zirkel für Malen, Grafik und Plastik organisierte. So konnte er sich seine Lehrer – Künstler, die die Werksangehörigen nach Feierabend unterrichteten – selbst aussuchen.
1984 wurde Klaus Süß als Kandidat in den Verband Bildender Künstler der DDR aufgenommen, damit war die Voraussetzung dafür geschaffen, dass er (ab 1986) als freischaffender Künstler arbeiten konnte. 1987 kam die endgültige Verbandsaufnahme, und im gleichen Jahr hatte Süß seine erste Einzelausstellung – in der vom Staat misstrauisch beäugten Leipziger Produzentengalerie Eigen+Art von Judy Lybke. 1988 gewann Süß den „Wilhelm-Höpfner-Grafikpreis“ der Stendaler Winkelmann Gesellschaft und den Preis der Ausstellung „100 ausgewählte Grafiken der DDR“.
Süß war bis dahin den Behörden schon als jugendlicher Verehrer von Che Guevara unangenehm aufgefallen, nun fuhr ihm die Stasi den ganzen Weg von Karl-Marx-Stadt bis zur Ständigen Vertretung der BRD in Ostberlin hinterher, wo sich die junge DDR-Kunstszene die Klinke in die Hand gab. Was einerseits heute für Außenstehende wie unerträglicher Druck erscheint, bedeutete andererseits, dass die Künstler sich vom Staat ernst genommen wussten und ihre Kunst große gesellschaftliche Bedeutung besaß.
Die Öffnung der Grenzen nutzte Süß zur Erkundung der Welt – und intensivierte seine künstlerische Handschrift durch mehrere Arbeitsaufenthalte im südlichen Afrika Mitte der neunziger Jahre. Bereits 1990 hatte Süß seine erste westdeutsche Einzelausstellung.
Klaus Süß ist mittlerweile wohl der nach HAP Grieshaber produktivste und bekannteste Holzschneider Deutschlands nach dem 2. Weltkrieg. Seine Markenzeichen sind die Arbeit in der von Picasso Mitte der 50er Jahre entwickelten Technik der verlorenen Form sowie in Grafik-Mappen zusammengefasste Holzschnittzyklen – hier gibt es in der gesamten Moderne kein vergleichbares Werk.
Ausgewählte Werke aus der Sammlung Rebmann präsentiert die Galerie Stauferland in der Pfarrgasse 5 in Hohenstaufen in der Zeit vom Samstag 16. September bis Sonntag 1. November 2017. Die Kunstwerke können in der Galerie angeschaut und auch gekauft werden. Der Eintritt ist frei. Geöffnet ist samstags, sonntags und feiertags von 14 bis 18 Uhr. Interessierte Besucher können sich auch unter 07165 / 929 399 außerhalb der Öffnungszeiten anmelden.

















