openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Neue Wege im Korrosionsschutz

31.07.201715:00 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: Neue Wege im Korrosionsschutz
Mikroskopische Aufnahme der Oberfläche eines »durchkorrodierten « Zinkprimers. (Fraunhofer IPA)
Mikroskopische Aufnahme der Oberfläche eines »durchkorrodierten « Zinkprimers. (Fraunhofer IPA)

(openPR) Forschungsprojekt »ZINCPOWER« gestartet

---
Stahlkonstruktionen werden durch zinkhaltige Grundierungen vor Korrosion geschützt. Der Auftrag von Zinkgrundierungen ist in verschmutzter Umgebung aber aufwendig; außerdem belasten sie die Umwelt. In dem öffentlich geförderten Projekt »ZINCPOWER« wird gegenwärtig geprüft, ob durch Modifizierung der Pigmentzusammensetzung deren Wirksamkeit soweit gesteigert werden kann, dass ihre Zinkkonzentration vermindert werden könnte. Ein Zusatz von Graphen erscheint hier aussichtsreich.



Zur Erzeugung von Korrosionsschutz für Stahlkonstruktionen haben sich zinkhaltige Grundierungen bewährt. Zink liegt darin überwiegend in Form von Zinkstaub in hoher Konzentration vor. Die Zinkpigmente agieren als Opferanoden, die das Stahlsubstrat vor Korrosion schützen. Indem die Opferanode mit dem zu schützenden Stahl leitend verbunden wird, entsteht ein Primärelement (Primer). Dabei fungiert der zu schützende Stahl als Kathode und das unedlere Zink als Anode. Entsprechend fließt der Strom in Richtung des zu schützenden Stahls. Statt diesem gibt jetzt die Opferanode ihre Elektronen an den Sauerstoff ab, wird oxidiert und geht in Lösung. Die hierbei entstehenden Zink-Oxidationsprodukte tragen zur Erhöhung der Beschichtungsbarriere bei. Allerdings treten beim Einsatz von Zinkprimern auch verschiedene Nachteile auf.

Aufwendige Zinkprimerapplikation und wasserverschmutzende Zinkoxidationsprodukte Zinkstaub wird zur Generierung des kathodischen Korrosionsschutzes hoch in der Primermatrix aufkonzentriert. Damit auch unter schwierigen Bedingungen genügend Haftfestigkeit auf dem Stahlsubstrat sichergestellt ist, muss dessen Oberfläche sorgfältig vorbehandelt und bis zur Applikation sauber gehalten werden. Dies kann bei Stahlkonstruktionen, die sich in stark verschmutzter oder maritimer Atmosphäre befinden, kaum zu realisieren oder zumindest kostenintensiv sein. Könnten hochwirksame Zinkprimer auch mit vermindertem Zinkgehalt formuliert werden, könnte aufgrund des höheren Anteils an organischer Matrix die Haftfestigkeit des Primers auf dem Stahlsubstrat – sowie auch die Zwischenschichthaftfestigkeit zu darüber liegenden Schichten – verbessert werden.

Ein weiterer Nachteil der Verwendung von Primern mit hoher Zinkkonzentration besteht darin, dass die entstehenden Zink-Oxidationsprodukte als wassergefährdend gelten. Auch vor diesem Hintergrund wären hochwirksame Primer mit vermindertem Zinkgehalt wünschenswert.

Da die Korrosionsschutzwirksamkeit des Zinks wesentlich auf dessen elektrischem Kontakt zum Substrat basiert, soll für einen langfristigen Korrosionsschutz die Leitfähigkeit möglichst lange erhalten bleiben, darf aber nicht das vorzeitige Abreagieren des Zinks begünstigen.

Modifizierung der Pigmentzusammensetzung
Innerhalb eines öffentlich geförderten Projekts soll daher geprüft werden, inwieweit eine günstige Modifizierung der Pigmentzusammensetzung die genannten Nachteile und Wirksamkeitsbeschränkungen von Zinkprimern beseitigen könnte. Dabei sollen folgende Varianten geprüft und gegebenenfalls kombiniert werden:
– Modifizierung der Partikelgrößenverteilung und Partikelform der Zinkpigmente
– Einsatz von Zinklegierungspigmenten
– Zinkpigment-Oberflächenbehandlungen
– Zusatz von zinkfreien korrosionsinhibierenden Pigmenten

Zusatz von Graphen als Inertpigment
Aussichtsreiche Produkte für die Sicherstellung eines guten Korrosionsschutzes auch bei verminderter Zinkpigmentkonzentration könnten insbesondere Graphene sein, die bereits bei niedriger Pigmentierung sowohl eine verbesserte Haftfestigkeit als auch den Erhalt der Leitfähigkeit – und damit die vom Zink ausgehende Korrosionsschutzwirkung – selbst in späteren Bewitterungsphasen gewährleisten. Weiterhin können Graphen-Zusätze die Verschleißbeständigkeit von Beschichtungen erhöhen. Ein solches aussichtsreiches Graphen- Pigment wie auch das Know-how hinsichtlich dessen Einarbeitung in die Grundierungsformulierung wird im Projekt durch die Firma The Sixth Element (Changzhou) Materials Technology Co., Ltd. (Jiangsu, China) beigesteuert.

»ZINCPOWER« – ein Projekt im Rahmen von CORNET (Collective Research Network) Partner: Die Untersuchungen werden von den Forschungsinstituten IBDiM und IMPiB (Warschau und Gliwice) sowie vom Fraunhofer IPA (Stuttgart) durchgeführt. Die Industriebeteiligung erfolgt auf deutscher Seite durch die Firmen Paul Jaeger GmbH & CO KG (Möglingen), Conmet GmbH (Aachen), Peter Kwasny GmbH (Gundelsheim), Lankwitzer Lackfabrik GmbH (Berlin), Geholit + Wiemer Lack- und Kunststoffchemie GmbH (Graben-Neudorf), MIPA SE (Essenbach), Chemische Industrie Erlangen GmbH (Erlangen) und The Sixth Element (Changzhou) Materials Technology Co., Ltd. (Jiangsu, China).
Projektbudget (Deutschland): 283 000 EUR, mit 189 000 EUR direkter Förderung
Laufzeit: 1.5.2017 – 30.4.2019
Fördermittelgeber: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie über die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (Aif)]
CORNET – Transnationale Industrielle Gemeinschaftsforschung In CORNET haben sich aktuell sechs europäische Länder und Regionen weiterhin auf freier Basis zusammengeschlossen. Hinter CORNET steht die Idee, nationale Fördermittel und Forschungsinitiativen in einem transnationalen Projekt zu bündeln und damit Synergieeffekte über Landesgrenzen hinweg zu schaffen. CORNET gehört zu den Fördervarianten der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF).

Pressekommunikation
Jörg-Dieter Walz | Telefon +49 711 970-1667 | E-Mail

Fachlicher Ansprechpartner
Dr. rer. nat. Matthias Wanner | Telefon +49 711 970-3852 | E-Mail

Weitere Informationen:
- http://www.ipa.fraunhofer.de/de/presse/presseinformationen/Projektstart_ZINCPOWER.html
- http://www.cornet-era.net
- http://www.aif.de/innovationsfoerderung/industrielle-gemeinschaftsforschung.html
- http://de.c6th.com/

Quelle: idw

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 961383
 402

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Neue Wege im Korrosionsschutz“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Bild: Vollautomatisierter Virusnachweis in der BlutspendeBild: Vollautomatisierter Virusnachweis in der Blutspende
Vollautomatisierter Virusnachweis in der Blutspende
Blutspenden sind ein wichtiger Bestandteil der modernen Hochleistungsmedizin und Medikamentenproduktion. Dies führt zu besonderen Anforderungen an die Qualität der Blutkonserve als lebensrettenden Rohstoff. Forscher am Fraunhofer IPA haben zusammen mit einem Hersteller von Produkten zur Blutanalytik einen Hochdurchsatz-Vollautomaten für die sensitive Virusanalytik entwickelt. --- Blut spenden kann Leben retten – allerdings nur, wenn das Blut keine gefährlichen Krankheitserreger enthält. In den Blutspendezentren werden daher alle Spenden auf …
Bild: Wackelpudding mit Gedächtnis – Verlaufsvorhersage für handelsübliche LackeBild: Wackelpudding mit Gedächtnis – Verlaufsvorhersage für handelsübliche Lacke
Wackelpudding mit Gedächtnis – Verlaufsvorhersage für handelsübliche Lacke
Mit einem am Fraunhofer IPA entwickelten neuartigen Mess- und Auswerteverfahren kann erstmals für alle Lacke das Verlaufsverhalten aus den Lackeigenschaften vorhergesagt werden. Bei der Entwicklung eines Lackes können mit dem Verfahren durchschnittlich 15 Prozent Ent-wicklungszeit und 150 000 EUR Entwicklungskosten eingespart werden. --- Der Lackfilmverlauf zählt zu den wichtigen Kriterien bei der optischen Bewertung der Beschichtungsqualität. Bei unvollständigem Verlauf weist die Lackschichtoberfläche nach der Trocknung eine mehr oder wenig…

Das könnte Sie auch interessieren:

GO WEST - Eine Delegation der Russischen Bahn besucht die Technische Akademie Wuppertal
GO WEST - Eine Delegation der Russischen Bahn besucht die Technische Akademie Wuppertal
… wird diese Delegation von Herrn Dr. Cherkasov, dem Geschäftsführer der russischen Gesellschaft „SK Parität-MK“ GmbH, Moskau, geleitet. Dieses Unternehmen ist der größte Lieferant des Korrosionsschutzes für die russischen Eisenbahnen. Vier Tage werden sich deutsche und russische Fachleute, in der TAW, über neue und innovative Technologien zum Thema des …
Innovatives Oberflächentechnik-Zentrum der Nietiedt GmbH startet erfolgreich an neuem Standort in Hamburg
Innovatives Oberflächentechnik-Zentrum der Nietiedt GmbH startet erfolgreich an neuem Standort in Hamburg
… sind auch die Nachtschichten eingearbeitet und damit 25 Mitarbeiter im Einsatz. Im August wird der erste Auszubildende für den Bereich Maler/Lackierer, Fachrichtung Bauten- und Korrosionsschutz Teil des Teams. Der innovative Neubau mit einer Fläche von 2200 Quadratmetern in der Herrmann-Blohm-Straße 5 in Hamburg Steinwerder deckt alle innovativen Oberflächenbehandlungen …
Masthersteller Europoles erwirbt Merckx Oberflächentechnik
Masthersteller Europoles erwirbt Merckx Oberflächentechnik
… Innovation nahtlos in die Philosophie von Europoles einfügt. Der Einfluß von Europoles auf die gesamte Wertschöpfungskette des Endprodukts wächst damit beträchtlich und eröffnet Wege zur Entwicklung neuer Design-Oberflächen, deutlich verbessertem Korrosionsschutz in Verbindung mit neuen Schweißtechnologien und ressourcenschonenden Produktionsverfahren.
Bild: Messe-Weltpremiere: Kögel Sattelkipper – vielseitig, robust und höchster KorrosionsschutzBild: Messe-Weltpremiere: Kögel Sattelkipper – vielseitig, robust und höchster Korrosionsschutz
Messe-Weltpremiere: Kögel Sattelkipper – vielseitig, robust und höchster Korrosionsschutz
… von Kögel Einzigartig: Modulares Konzept durch intelligente Fügetechnik der Mulde (geschraubt / gebolzt) Vielseitig und flexibel im Einsatz und hohe Stabilität Hochwertiger Korrosionsschutz von Chassis und Mulde durch KTL Beschichtung mit Nano Ceramic Kögel ist zurück am Bau. Mit seinem neuen 3-Achs Sattelkipper setzt Kögel seine jahrzehntelange …
Bild: Internationale Normen im Korrosionsschutz - Korrosionsschutz durch moderne Schichtdicken-MessgeräteBild: Internationale Normen im Korrosionsschutz - Korrosionsschutz durch moderne Schichtdicken-Messgeräte
Internationale Normen im Korrosionsschutz - Korrosionsschutz durch moderne Schichtdicken-Messgeräte
Teil 7: Normen für die Prüfung von Schichtdicken dienen dem Schutz von Stahlkonstruktionen / Normengerechter Korrosionsschutz. Die Kosten für den Korrosionsschutz sind im Vergleich zum drohenden Wertverlust der zu schützenden Anlage und den Kosten durch Betriebsstillstand in der Regel sehr niedrig. In den USA zum Beispiel werden die jährlich durch Korrosion …
Innovatives Oberflächentechnik-Zentrum der Nietiedt GmbH startet erfolgreich am neuen Standort in Hamburg
Innovatives Oberflächentechnik-Zentrum der Nietiedt GmbH startet erfolgreich am neuen Standort in Hamburg
… auch die Nachtschichten eingearbeitet und damit 25 Mitarbeiter im Einsatz. Im August wird der erste Auszubildende für den Bereich Maler/Lackierer, Fachrichtung Bauten- und Korrosionsschutz Teil des Teams. Der innovative Neubau mit einer Fläche von 2200 Quadratmetern in der Herrmann-Blohm-Straße 5 in Hamburg Steinwerder deckt alle innovativen Oberflächenbehandlungen …
Prozessoptimierung durch temporären Korrosionsschutz
Prozessoptimierung durch temporären Korrosionsschutz
Neuffen – Korrosion kann nicht erst beim Einsatz von Bauteilen zum Problem werden, sondern schon bei deren Produktion, Lagerung und Transport. Temporärer Korrosionsschutz spielt daher für eine qualitäts- und kostenoptimierte Fertigung eine wichtige Rolle. Maßnahmen, mit denen sich Bauteile bedarfsgerecht vor Korrosion schützen lassen, präsentiert die …
Bild: Schichtdickmessung unter schwierigen Bedingungen - Aktueller Überblick 2009Bild: Schichtdickmessung unter schwierigen Bedingungen - Aktueller Überblick 2009
Schichtdickmessung unter schwierigen Bedingungen - Aktueller Überblick 2009
Schichtdickenmessung – State of the art: Lack- und Korrosionsschutz-Messung mit innovativer Technologie Teil 1. Ein aktueller Überblick: Innovation in der Korrosionsschutz-Messung Der internationale Wettbewerb stellt die Hersteller von Geräten und Systemen der Korrosionsschutz- und Schichtdicken-Messtechnik vor immer neue Herausforderungen. Wachsende …
Bild: Jetzt noch mehr Service: TransPak startet mit neuem Onlineshop-AngebotBild: Jetzt noch mehr Service: TransPak startet mit neuem Onlineshop-Angebot
Jetzt noch mehr Service: TransPak startet mit neuem Onlineshop-Angebot
… Navigation ist einfach – fast schon intuitiv. Egal ob man praktische Automatikkartons, Klebeband oder Spezialverpackungen zum Beispiel für den ESD/EGB-Schutz oder Korrosionsschutz sucht, im TransPak Onlineshop findet sich alles schnell und leicht. Viele Filter und eine übersichtliche Strukturierung lassen einen für nahezu jedes Produkt schnell und …
Bild: Anwendungsbericht - Funk-Sonden zur Sanierung und Überwachung von HochspannungsmastenBild: Anwendungsbericht - Funk-Sonden zur Sanierung und Überwachung von Hochspannungsmasten
Anwendungsbericht - Funk-Sonden zur Sanierung und Überwachung von Hochspannungsmasten
Einsatz modernster Korrosionsschutz-Messtechnik im Qualitätsmanagement und bei der Sanierung und Überwachung von Hochspannungsmasten und großen Stahlkonstruktionen. Stahl – ein Werkstoff mit Vor- und Nachteilen. Seit ca. 140 Jahren wurden in der Welt 15 Mrd. t Rohstahl hergestellt. Seine hervorragenden physikalischen Eigenschaften machen ihn zu einem …
Sie lesen gerade: Neue Wege im Korrosionsschutz