(openPR) Anästhesie und Intensivbehandlung: Die Behandlungsergebnisse der Sepsis sind seit Jahren unverändert schlecht. Je früher das Krankheitsbild in den therapeutischen Fokus gerät, desto größer sind die Heilungschancen. Deshalb empfehlen Dr. Ulf Harding und Kollegen (Klinikum Wolfsburg), bereits im Rettungsdienst die Möglichkeit einer Sepsis ins Auge zu fassen und ggfs. das weitere Vorgehen darauf abzustellen. Ihre konkreten Empfehlungen publizieren die Notfallmediziner in der aktuellen Ausgabe von Journal für Anästhesie und Intensivbehandlung (2/2017).
Die Diagnose einer Sepsis ist schwierig. "So ist nicht immer ein Infektionsherd auszumachen; auch können die Symptome unspezifisch sein. Fieber kann ein wichtiger Hinweis auf ein Infektgeschehen sein, kann aber auch - gerade bei älteren Patienten - trotz Vorliegen einer Sepsis fehlen. Hinzu kommt, dass die Temperaturmessung im Rettungsdienst immer noch zu häufig unterlassen wird oder aus technischen Gründen misslingt."
Die Autoren nennen als wichtigste Hinweise auf eine mögliche Sepsis:
- Verdacht auf Infektion
- Fieber oder Hypothermie
- Änderung des Bewusstseinszustandes
- Tachypnoe
- Hypotension
- Exsikkose
- Anurie
- Unspezifische Beschwerden
- besorgte Angehörige
Bei Verdacht auf eine Infektion raten die Autoren dringend eine Diagnostik nach dem qSOFA; der Wert ist einfach, schnell und ohne Labordiagnostik zu erheben. Parallel ist zu prüfen, ob sich eine Organdysfunktion anbahnt.
"Patienten mit Sepsis-Verdacht sollten entsprechend im Zielkrankenhaus angemeldet werden. Dadurch kann der Patient ohne Zeitverlust in die klinische Diagnostik und Behandlung übernommen werden. Dem Rettungsdienst kommt bei bekanntem Infektionsherd mit der Auswahl einer geeigneten Klinik eine weitere Bedeutung zu. Neben einer frühen Antibiose ist die Sanierung des Infektionsfokus Ziel der Sepsistherapie. Bei der Auswahl der geeigneten Klinik sollte dies mit berücksichtigt werden ..."
>> Journal für Anästhesie und Intensivbehandlung 2/2017
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