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Realisierungswettbewerbe A2 und Freiflächengestaltung

29.05.201713:31 UhrIndustrie, Bau & Immobilien

(openPR) Architekturwettbewerb Freiflächengestaltung Am Papierbach

Die Ausloberin des Realisierungswettbewerbes, die ehret+klein Real Estate Competence GmbH, beabsichtigt, auf dem Gelände der ehemaligen Pflugfabrik in Landsberg am Lech ein neues innerstädtisches Quartier zu entwickeln. Die Freiflächengestaltung bezieht sich auf insgesamt vier Flächen, die sich zwischen den künftigen Neubauten befinden. Innerhalb der Wettbewerbsaufgabe sollen Konzepte für die Themen Zugangsseiten der Gebäude


und Vorzonen, Freiraumtypen, Bepflanzung, Wasser im öffentlichen Raum, Materialien, Beläge sowie Ausstattung erarbeitet werden.

Jury

Eine hochkarätige Jury aus Experten für Architektur und Stadtplanung und aus Vertretern der Kommune sucht den jeweils besten Entwurf aus. Die Ausstellung AM PAPIERBACH präsentiert nacheinander alle Entwürfe ab dem ersten Realisierungswettbewerb und
natürlich jeweils die ersten Preisträger.
Das Preisgericht des Wettbewerbes Freiflächengestaltung tagte am 18.05.2017 im dritten Stock des Karl-Schrem-Baus in Landsberg am Lech.

Auszug aus der Jurybegründung zum Siegerentwurf Freiflächengestaltung

Das vorliegende Konzept für die Freiraumgestaltung stellt eine hervorragende Interpretation des städtebaulichen Entwurfes dar und reagiert mit sensiblen Differenzierungen in den einzelnen
Quartiersräumen. Vor allem die Auslegung des Lechbogens kann überzeugen – die ost- und westseitigen Enden werden als Plätze ausgebildet, dazwischen spannt sich ein überleitender Raum auf, der auf Topographie und Bahntrasse reagiert.
Durch die leichte Verschiebung des Kulturbaues auf Baufeld B1 Richtung Süden wird eine Aufweitung erzielt, der Auftakt zum Lechbogen wird zum attraktiven Platzraum mit folgerichtiger Anbindung zur
Lechterrasse.
Durch geschicktes Modellieren des Terrains werden die platzartigen Räume durch eine lichte abgesenkte „Spange“ verbunden. Die zwei vorgeschlagenen Stahlbrücken für Bahn und Fußgänger ermöglichen durch ihr Fachwerk und reduzierte Deckenstärke eine
geringere Absenkung, zugleich wirken sie identitätsstiftend durch den markanten Stahlbau.
„Am Karli“, zwischen Karl-Schrem-Bau und Baufeld B2, wird ein baumfreier Veranstaltungsplatz vorgeschlagen, der durch ein Netz an Hängeleuchten eine zusätzliche atmosphärische Aufwertung erlebt. Schmalspurgleise und darauf verschiebbare Sitzflächen stellen eine Referenz an den ehemaligen Industriestandort her.
Die Überleitung zum Herkomerpark schafft ein kleiner Silberbirkenhain nördlich dem Boardinghaus auf Baufeld D mit vorgelagertem, befestigtem Freiraum vor den Geschäften. Am südlichen Rand des Planungsfeldes werden die Biotopflächen rund um die Kita und das Boardinghaus weitgehend erhalten.
Der wasserdurchzogene, baumbestandene Raum wirkt durch die zusätzliche Offenlegung des Papierbaches
und dessen Einflechten in den Birkenhain wohltuend auf sein Ambiente. Neben diesem naturnahen Raum sorgen auch die mit Stampflehmwänden begrenzten Pflanzbereiche um die Bauwerke für standortgerechte Artenvielfalt für Flora und Fauna. Ein charmantes Detail ist der Erhalt des Bahnwärterhäuschens am öffentlichen Kinderspielplatz für die Nutzung durch Kinder und Jugendliche.
Der öffentliche und halböffentliche Raum zwischen den Bauten besticht durch eine differenzierte Abfolge an Oberflächen und räumlichen Elementen. Kopfsteinpflaster, asphaltierte Wohnstraßen, eingelegte Betonplatten bei den Eingangsbereichen werden ergänzt mit wassergebundenen, baumbestandenen und dadurch beschatteten Flächen, die zum Sitzen und
Verweilen einladen. Selbst kleine informelle Trampelpfade sind vorgesehen. Die Bauminseln
sind in Schollenform gedacht und bilden eine Analogie zum Ort der ehemaligen Bayerischen Pflugwerke.
Auch die Materialisierung von Stützmauern der Pflanzräume und der Absenkung am Lechbogen
in Stampfbeton sind ein für das Quartier prägendes Merkmal mit besonderem Flair.
Die Stützmauern im Bereich der Gleisunterführung funktionieren allerdings nur als zweischalige
Konstruktion. Seitens der Stadt wird das behauene Kleinsteinpflaster eher kritisch gesehen.
Derzeit wird dieses in Landsberg sukzessiv ausgetauscht, da es keine uneingeschränkte
Barrierefreiheit darstellt und zudem für bestimmtes Schuhwerk nicht sehr geschätzt wird, es sei denn in gesägter Ausführung. Auch die Verkehrsinsel im Bereich der Lechterrasse sollte akzentuierter ausgeführt werden, wie auch die Eigentumsverhältnisse und damit auch Zuständigkeiten für die Erhaltung beim derzeitigen Stand nicht gut ablesbar sind. Zu überprüfen
sind auch die Feuerwehrzufahrten, die derzeit nicht überall gewährleistet sind. Weiters wird empfohlen, dem Papierbach beim Kopfbau vom Karl-Schrem-Bau einen weiteren Arm zum Teich beim Boardinghaus abzuringen. Insgesamt liefert dieser Entwurf ein Bouquet an guten Ideen für lebendige, charakteristische Außenräume und eine tragfähige Grundhaltung. Mit großer Sensibilität wird auf den vorhandenenStädtebau aufgesattelt. Die Abfolge von lebenswerten Aufenthaltsräumen garantiert für das Gesamtgefüge die notwendige Konsistenz und bleibt dabei leichtfüßig, spielerisch und atmosphärisch.

Architekturwettbewerb Baufeld A2 Am Papierbach

Das Baufeld A2 liegt im süd-westlichen Bereich
des Quartiers und schließt an die fußläufige Süd-West-Erschließungsachse (dem sog. Lechbogen) sowie die östlich gelegene Spöttinger Straße an.
Angestrebt wird eine Mischnutzung aus Einzelhandel im Untergeschoss und Wohnen im Obergeschoss. Innerhalb der Wettbewerbsaufgabe zum Baufeld A2 wurde als zugehöriger Aspekt, neben der Planung von Wohnungen, die Planung der einzelhandelsrelevanten Flächen, wie Kundenparkplätze, Warenanlieferung und Fahrradabstellräume vorausgesetzt.

Jury

Das Preisgericht des Wettbewerbes Baufeld A2 tagte am 19.05.2017 im IV Stock des KarlSchrem-Baus
in Landsberg am Lech.

Auszug aus der Jurybegründung zum Siegerentwurf Baufeld A2

Diese Arbeit zeichnet sich durch eine außergewöhnliche und beispielhafte Ausformulierung der Eingangssituation am Lechbogen aus. Die vorgeschlagene modifizierte Baukörperkonfiguration über dem Sockel stellt eine positive Weiterentwicklung des städtebaulichen Konzepts dar.
Das Thema der Stadtbalkone an den Einschnitten unterstreicht die Besonderheit dieses Ortes, insbesondere in Richtung Norden zum Lechbogen und in Richtung Süden zum Biotop.
Die zum schmalen Wohnweg orientierten Stadtbalkone sind zu überprüfen. Durch die Reduzierung der Gebäudetiefe von 18 m auf 14 m werden sehr gut belichtbare Wohnungen geschaffen. Auch wenn die Anzahl der durchgesteckten Wohnungen eventuell noch erhöht werden könnte.
An den städtischen Fassaden halten eingeschnittene Loggien die städtebaulichen Kanten, im hofseitigen Bereich werden die Wohnungen über Eckbalkone belichtet. Diese geschickte Modifizierung der städtebaulichen Grundstruktur schafft einen introvertierteren Wohnhof, der trotz seiner flächenmäßigen Verkleinerung nicht an Qualität verliert, sondern durch seine spannende Geometrie und die räumlichen Aufweitungen sogar gewinnt. Die ausschließlich private Nutzung dieses Innenhofes wird kontrovers diskutiert. Eine Anbindung an den öffentlichen Raum könnte überprüft werden.
Durch eine gleichmäßig durchstrukturierte Grundrissgliederung wird das Gebäude sauber
gegliedert und die belichteten Treppenhäuser trennen die Fassade in maßstäblicher Weise.
So entstehen zu allen vier Seiten ansprechende Wohnfassaden ohne Rückseiten. Die starke bogenartige Ausarbeitung der Erdgeschossfassade erscheint angemessen und schafft eine der Position und Nutzung angemessene Eigenständigkeit dieses Stadtbausteines.
Die Gliederung der Erdgeschosszone erscheint geschickt gelöst, alle zum Stadtraum verglasten Rundbögen beinhalten sinnvolle Funktionsbereiche und bieten beste Voraussetzungen für Groß- und Einzelhandel.
Die Eingänge der Wohntreppenhäuser sind klar erkennbar und schaffen eine einladende Adressbildung. Der Wohnungsmix des geförderten Wohnens ist nochmals zu überprüfen.
Die Konstruktion als Massivbau erscheint wirtschaftlich sinnvoll, die Fassaden in hellem Klinker knüpfen elegant an die anderen Stadtbausteine an und lassen eine nach- und werthaltige
Konstruktion erwarten. Insgesamt ein sehr gelungener „Auftakt“ in das Quartier!

Die Ausstellung AM PAPIERBACH
Die Ergebnisse der Wettbewerbe zu Baufeld A2 und der Freiflächengestaltung werden innerhalb der Ausstellung AM PAPIERBACH ab 19.06.2017 für 14 Tage vorgestellt.

Ausstellungszeitraum:
19.06. – 02.07.2017
Mo-Fr 16.00 – 18.00 Uhr
Sa+So 14.00 – 16.00 Uhr
Ort: Von-Kühlmann-Straße 25
Karl-Schrem-Bau, 3. OG Landsberg am Lech
Website: www.ampapierbach-landsberg.de

Die Pressemeldung steht Ihnen im vollen Umfang unter folgendem Link zur Verfügung: http://www.ehret-klein.de/images/Pressemeldungen/ek_Presseinformation_A2freifl%C3%A4chen_20170524.pdf

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