(openPR) Winsen (Luhe), den 13.04.2017: Man weiß es ja schon instinktiv, ärgert sich über scheinbar willkürliche Preisschwankungen und der ein oder andere nutzt vielleicht sogar eine App, die auf die im Umkreis derzeit günstigste Tankstelle verweist: Tanken ist manchmal Glückssache. Ein paar Düsseldorfer Kartell-Forscher sind nun der Sache auf den Grund gegangen.
Demnach gibt es sie tatsächlich, die gültigen Regeln, wann, wie und wo man mit seinem fahrbaren Untersatz an die Zapfsäule sollte. So ist dabei herausgekommen, dass Markentankstellen deutlich teurer sind als die sogenannten freien, und zwar um durchschnittlich 2,5 Cent. Freie Tankstellen an Waschstraßen oder Supermärkten sind dabei wohl sogar am günstigsten, nämlich um bis zu 5 Cent unter dem Markenschnitt. In diesem Zusammenhang ergab die Recherche, dass am Vorurteil, die Qualität des Benzins an freien Tankstellen sei schlechter als das von Markenanbietern, nichts dran ist. Man kann beruhigt sein, das Vorurteil ist in den Bereich der Legenden zu verweisen. Gängige Automobilverbände haben die Qualität untereinander verglichen, und es ist festzustellen, dass diese überall gleichbleibend gut bzw hoch ist. In den meisten Fällen kommt der Kraftstoff direkt von der Raffinerie; die Wirkung von bestimmten Zusatzwirkstoffen der Markentankstellen, die eine höhere Leistung, Benzinsparen usw versprechen, ist umstritten bis nicht bewiesen.
Auch an der schon subjektiv wahrgenommenen, mehrfachen täglichen Preisschwankung ist etwas dran. Durchschnittlich fünfmal am Tag wird der Benzinpreis geändert. Dabei soll der, der um 20 Uhr gerade gilt, der jeweils täglich günstigste sein. Anschließend steigt die Preiskurve, bis sie um Mitternacht ihren Höhepunkt erreicht. In der Folge sinkt der Preis wieder sukzessive, um gegen 20 Uhr dann das niedrigste Niveau zu erlangen. Ausnahme: Die sogenannte "Mittagsbeule" um 12 Uhr, in der die Preise kurzzeitig steigen, um gegen Nachmittag wieder zu fallen.
Autobahntankstellen sind deutlich teurer als die in oder außerhalb von Ortschaften. Durch die ansteigende Preiskurve um Mitternacht herum fällt die Differenz zu diesen aber nachts geringer aus, da Autobahntankstellen ihre Preise im Schnitt nur zwei- bis dreimal täglich ändern. Konkurrenz belebt das Geschäft - zumindest für Tankkunden. So ist nachweisbar, dass, je höher die Dichte an Tankstellen ist, der Benzinpreis nicht so stark differiert. Zu groß die Gefahr, dass der Autofahrer schnell an die nächste Tanke 300 Meter weiter fährt.... Und falls man den Oster-Preisschock befürchtet: auch daran soll nichts sein, im Schnitt waren in den letzten Jahren nur 1 bis 2 Cent pro Liter mehr zu zahlen als an Werktagen.
Mal schauen, wie lange diese Forschungsergebnisse ihre Gültigkeit behalten. Gut möglich, dass ein verändertes Tankverhalten wiederum zu einer veränderten Preispolitik führt.












