(openPR) Heutige Gläubigerversammlungen stimmen Investitionsvereinbarung zu
• Insolvenzplan soll kurzfristig zur Genehmigung bei Gericht eingereicht werden;
wirtschaftlicher Übergang auf Käufer für 1. März 2017 geplant
• Vorstandsvorsitzender Andreas E. Mach: „Wir sind auf gutem Weg, unser oberstes
Ziel, WÖHRL als Ganzes zu erhalten, zu erreichen - Unternehmen wurde im
Verfahren stabilisiert“
• Christian Greiner: „WÖHRL soll eingeschlagenen strategischen Kurs fortsetzen –
Aufnahme von Co-Investoren aus der Familie und der Branche ist denkbar“
• Restrukturierungsvorstand Dr. Christian Gerloff: „Wir gehen davon aus, dass wir
mehr als 95 % der Arbeitsplätze vor dem Zeitpunkt der Insolvenz erhalten können“
Nürnberg, 31. Januar 2017 – Der Textilunternehmer Christian Greiner soll neuer Eigentümer
des traditionsreichen Modehandelsunternehmens WÖHRL werden. Die heutigen
Gläubigerversammlungen der Rudolf Wöhrl AG und deren 100-%-Tochtergesellschaft Rudolf
Wöhrl, das Haus der Markenkleidung GmbH & Co. KG, Nürnberg, stimmten dem
Verhandlungsergebnis aus dem strukturierten Investorenprozess zu. Gestern hatten sich
bereits die jeweiligen Gläubigerausschüsse für die Annahme des Angebots ausgesprochen. Der
gesamte Investorenprozess wie auch das Insolvenzverfahren wurden durch Rechtsanwalt
Volker Böhm (Kanzlei Schultze & Braun), den vom Gericht bestellten Sachwalter, konstruktiv
unterstützt.
Als nächster Schritt soll der Insolvenzplan für beide Gesellschaften, die sich seit 1. Dezember
2016 in Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung befinden, fertiggestellt und nach der noch
erforderlichen Genehmigung durch die Gläubiger bei Gericht eingereicht werden. Ziel ist der
wirtschaftliche Übergang der Rudolf Wöhrl AG auf den künftigen Eigentümer zum 1. März
2017.
Christian Greiner (38), Sohn des Unternehmers Hans Rudolf Wöhrl, ist Textilunternehmer und
seit 2011 Vorstand für Einkauf, Verkauf und Marketing bei dem Münchner
Modehandelsunternehmen Ludwig Beck AG.
Eine zwischen dem Käufer und der Rudolf Wöhrl AG geschlossene Investitionsvereinbarung
sieht folgende Eckpunkte vor:
• Übernahme von 100 % der Aktien der Rudolf Wöhrl AG.
• Kaufpreiszahlung, die aus heutiger Sicht zu einer deutlich überdurchschnittlichen
Befriedigungsquote für alle Gläubiger in Höhe von 10 bis 20 % führen wird
(bundesweiter Durchschnitt ca. 5 % laut Statistischem Bundesamt).
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• Weiterführung der durch den derzeitigen Vorstand initiierten strategischen
Neuausrichtung der WÖHRL Gruppe (Verbesserung des Modesortiments, Stärkung der
Kundenbindung, Ausbau des Multichannel-Geschäfts, deutliche Effizienzsteigerungen).
• Bereitstellung entsprechender finanzieller Mittel zur weiteren Umsetzung der
Neuausrichtung.
• Aus heutiger Sicht keine weiteren Schließungen von WÖHRL Filialen und keine weitere
Reduzierung der Beschäftigtenzahl angestrebt.
• Aufnahme von Co-Investoren für die Weiterentwicklung und Repositionierung von
WÖHRL angestrebt.
Andreas E. Mach, seit 5. September 2016 Vorsitzender des Vorstands, soll dieses Amt auch
nach dem Eigentümerwechsel weiterführen, um den Umbau des Unternehmens
voranzutreiben. Restrukturierungsvorstand Dr. Christian Gerloff wird nach Abschluss des
Insolvenzverfahrens, wie von vornherein geplant, wieder aus dem Vorstand ausscheiden.
Andreas E. Mach, Vorstandsvorsitzender der Rudolf Wöhrl AG: „Unser oberstes Ziel war stets,
das Unternehmen WÖHRL als Ganzes zu erhalten – wir sind auf gutem Weg, dies zu erreichen.
Mit Christian Greiner bekäme WÖHRL einen langfristig orientierten Branchenkenner als
Gesellschafter. Er kennt das Unternehmen bereits gut und hat seine Kompetenzen an der
Spitze von LUDWIG BECK, aber auch vor Jahren bei WÖHRL mit der Entwicklung des Young
Fashion Konzepts U1 unter Beweis gestellt. Christian Greiner ist Familienunternehmer aus
Überzeugung. Er wird die Werte und die Geschichte des früher sehr erfolgreichen
Familienunternehmens WÖHRL modern und zukunftsorientiert neu interpretieren – zum
Nutzen der Kunden. Das rege Interesse am Investorenprozess und die sehr gute operative
Geschäftsentwicklung in den vergangenen Monaten haben unsere Einschätzung bestätigt, dass
eine verschlankte und neu ausgerichtete WÖHRL Gruppe gute Zukunftsperspektiven hat. Die
Marke WÖHRL ist an unseren Standorten ein unverzichtbarer Bestandteil des innerstädtischen
Lebens und Angebots.“
Christian Greiner: „Mich hat sehr beeindruckt, dass es Vorstand und Mitarbeitern während
des Insolvenzverfahrens gelungen ist, die Geschäfte nicht nur zu stabilisieren, sondern durch
viele kreative Maßnahmen sogar zu beleben. Das ist in unserer Branche im Moment alles
andere als selbstverständlich und zeigt, dass WÖHRL eine der starken Marken im Textilhandel
war und ist. Dazu passt, dass die unumgänglichen Restrukturierungsschritte sehr sorgsam und
umsichtig umgesetzt und die Standorte und Mitarbeiter mit Respekt vor der Tradition des
Unternehmens behandelt wurden. Diese positive Entwicklung im Insolvenzverfahren wäre
ohne die Unterstützung der Lieferanten, der anderen Geschäftspartner und der Kunden nicht
möglich gewesen, denen wir für ihr Vertrauen herzlich danken. Wir wollen zusammen mit
Andreas E. Mach an der Vorstandsspitze den eingeschlagenen strategischen Weg weitergehen
und WÖHRL wieder zum führenden Modehaus an den vielen Standorten in Bayern und
Franken machen. Ich kann mir gut vorstellen, diesen Weg zusammen mit geeigneten Co-
Investoren zu gehen und bin für Gespräche offen.“
Dr. Christian Gerloff, Restrukturierungsvorstand der Rudolf Wöhrl AG: „Die mit dem Käufer
geschlossene Investitionsvereinbarung ist im besten wirtschaftlichen Interesse von WÖHRL,
seiner Mitarbeiter und Kunden, aber auch der Gläubiger. Sie eröffnet dem Unternehmen eine
gute Perspektive und bietet zugleich den Gläubigern eine Befriedigungsquote auf ihre
Forderungen, die deutlich über dem Durchschnitt bei Insolvenzverfahren in Deutschland liegt.
Auch die Aussicht, dass wir in der Insolvenz mehr als 95 % der Arbeitsplätze der Gruppe
erhalten können, stellt uns sehr zufrieden. Es gibt somit allen Grund, mit dem bisherigen
Verlauf des Verfahrens und dem Verhandlungsergebnis zufrieden zu sein.“






