(openPR) „2016 war im Chorverband Rheinland-Pfalz ein Jahr der Superlative“, berichtet Karl Wolff, der Präsident des Chorverbandes Rheinland-Pfalz im Rahmen der Jahrespressekonferenz in Altenkirchen. Projekt „Franziskusmesse 2017“ und die Vorbereitungen zum Landes-Chorfest 2018 sind bereits in Durchführung.
Im Bild: (von links) Dieter Meyer, Mario Siry, Raimund Schäfer, Michael Rinscheid, Corinna Simmerkuß, der Kreisbeigeordnete des Kreises Altenkirchen, Klaus Schneider und Verbandspräsident Karl Wolff. Foto: Marcelo Peerenboom
Verbands-Chorleiter Michael Rinscheid resümierte: „Bereits am Jahresanfang 2016 startete der Chorverband mit dem Chorleitersymposium in Montabaur, einer überaus erfolgreichen Veranstaltung, ins Jahr. Wenn aus dem Reisegewerbe den Begriff „überbucht“ bekannt ist, lies sich dieser hier ebenso anwenden — bei uns allerdings ungewollt.
Wir hatten mit einem solch‘ großen Zuspruch von Chorleitern und engagierten Sängerinnen und Sängern nicht gerechnet“, erzählt Rinscheid. Nicht zuletzt seien auch ganz sicher das hochkarätige Dozentenboard und die Vielfalt der angebotenen Workshopthemen ausschlaggebend für den Erfolg gewesen. „Am 28. Januar 2017 werden wir ein solches Symposium, in verkleinerter Form, erneut durchführen. Dann im Haus Mons Tabor, ebenfalls in Montabaur.“
Rinscheid, der zugleich auch der Vorsitzende des Musikrates im Chorverband Rheinland-Pfalz ist, freut sich über ambitionierte Sänger im Verband. „Unterm Strich zählt die Qualität der Chöre in Rheinland-Pfalz, diese müssen wir abfordern und sie wird auch von zunehmend leistungsbereiten Chören erfüllt. Eine neue Energie im Chorgesang ist spürbar. Die Gründung neuer Chöre geschieht heute unter ganz anderen Voraussetzungen und auch mit höheren Ansprüchen an die eigene Leistung.“
Als Beispiel nannte der Verbands-Chorleiter das deutlich gestiegene Niveau beim Singen um das Prädikat „Meisterchor im Chorverband Rheinland-Pfalz“ über die letzten Jahre hinweg. „Die an diesen Prädikatsveranstaltungen teilnehmenden Chöre haben erkannt, dass es längst nicht mehr ausreichend ist, die Literatur sauber zu singen. Es braucht einfach noch das Quäntchen mehr.“
In diesem Zusammenhang machte Michael Rinscheid auch auf das vielfältige Coachingangebot für Chöre aufmerksam, das der Verband für interessierte Chöre bereithält. „Ich möchte bei den Chören darum werben, dieses Angebot intensiv wahrzunehmen. Eine Liste mit ausgewählten Dozenten aus ganz Rheinland-Pfalz liegt in der Geschäftsstelle für Chöre und Chorleiter bereit.“
Dem pflichtete auch Chorverbandspräsident Karl Wolff bei: „Unsere Chöre müssen durch Qualität überzeugen. Viele haben dies auch erkannt.“ Das Chorwesen in der heutigen Zeit könne nicht alleine Selbstzweck sein. Chöre erfüllten ihre Aufgabe als kulturelle Botschafter ihrer Region und seien wichtiger Bestandteil des sozialen Gefüges in ihrem Ort oder ihrem Kreis, führte Wolff aus.
„Festzustellen bleibt, dass qualitativ gute Chöre — gleich welcher Couleur, ob Männer-, Frauen-, oder gemischter Chor — stetig Neuzugänge verzeichnen. Projektchöre haben regen Zulauf und etablieren sich am Ende der Projektzeit häufig als ein bestehender Chor — keine Spur also von dem vielgesagten ‚Chorsterben‘. Es ist auch immer eine Frage neuer Konzepte und der Chorliteratur. Beides muss stimmen und attraktiv für potenzielle Sängerinnen und Sänger sein. Das bestätigt aber auch unsere Auffassung, dass an der Qualität und dem musikalischen Konzept in den Chören gearbeitet werden muss. Als Verband haben wir die Aufgabe dies zu unterstützen und zu fördern. Dies gilt auch und insbesondere für die Förderung des Nachwuchses und der fachlichen Qualifizierung von Lehrkräften, das Singen an Schulen muss wieder populär werden.“
„2016 war für das Fortkommen des Chorverbandes Rheinland-Pfalz ein entscheidendes Jahr. Unsere Mitgliedsverbände haben einer neuen Satzung und Geschäftsordnung zugestimmt. Wir haben uns außerdem ein in die Zukunft gerichtetes Leitbild gegeben, in dem wir unsere Aufgaben und unser Selbstverständnis als der größte Laienmusikverband im Land Rheinland-Pfalz dargelegt haben“, fährt Wolff fort. „Hinsichtlich der chorischen Ereignisse war 2016 ganz sicher ein Jahr der Superlative. Mit dem von unserem Musikrat initiierten Symposium zu Beginn des Jahres und dem Chor-Großevent in Oppenheim, mit annähernd 3000 Sängerinnen und Sängern, können wir sagen, 2016 zwei der bundesweit größten Veranstaltungen Ihrer Art in Rheinland-Pfalz gehabt zu haben. Ein weiterer Höhepunkt war unsere Präsentation auf dem Deutschen Chorfest 2016 in Stuttgart. ‚Wir sind Rheinland-Pfalz‘ war das Motto, unter dem wir, gemeinsam mit dem Chorverband der Pfalz, mit unseren Chören musikalisch vorstellten, was unser schönes Bundesland ausmacht.“
Weiter ausblickend auf 2017 erwähnten Wolff und Rinscheid das 2. Chorleitersymposium in Montabaur zum Jahresbeginn und weitere zahlreiche Veranstaltungen in Rheinland-Pfalz, darunter auch die Nacht der Chöre in Bad Ems, und verwiesen auch auf ein großes Workshopangebot des Chorverbandes.“
Ganz besonders hob Chorverbandspräsident Wolff jedoch das aktuelle Projekt „Franziskusmesse“ hervor: „Wir stellen derzeit einen Projektchor zusammen, dessen ‚Kernchor‘ der SonntagsChor Rheinland-Pfalz bildet. Dem schließen sich 50 bis 60 weitere ausgewählte Projektsängerinnen und -sänger an.“
Der künstlerische Leiter des Chorprojektes, Mario Siry, führt weiter aus: „Mit rund 100 Sängerinnen und Sängern wird die achtstimmige Messe des Komponisten Sven Hellinghausen, zusammen mit einem 50-köpfigen Auswahlorchester des Landesmusikverbandes, am 5. November 2017 in der Koblenzer Florinskirche zur Uraufführung gebracht.
Vom 9. bis zum 12. November sind wir dann in Rom und werden im Petersdom die dortige Liturgiefeier mit der seiner Heiligkeit Papst Franziskus gewidmeten Messe umrahmen. In der Kirche San’Ignazio di Loyola zu Rom geben wir ein sakrales Chorkonzert. Für dieses wird die Franziskusmesse — die konzertant gesungen, ungefähr 20 Minuten lang ist — um entsprechende Chorliteratur ergänzt. Die Proben zum Projekt finden an Wochenenden an verschiedenen Orten im Land statt. In Berod und Ingelheim werden bereits am 4. Februar und 5. März Auditions für die Projektbewerber durchgeführt.“
„2017 wird aber auch das Jahr sein, in dem wir uns vom alten Format der Leistungssingen, so auch beim Meisterchorsingen, verabschieden. Ab 2018 wird hier ein neues Konzept zum Tragen kommen: Alle drei Leistungsstufen des Leistungssingens werden dann an einem ganzen Wochenende im späten Frühjahr ausgetragen. Außerdem werden wir 2018 ein Landeschorfest veranstalten. Am 9. Juni 2018 wird das erste landesweite Chorfestival — unter dem Titel einer noch in diesem Jahr startenden Imagekampagne „Rheinland-Pfalz singt“ — in Mainz stattfinden. Das Chorfestival werden wir gemeinsam mit dem Chorverband der Pfalz und den Kirchenchorverbänden in Rheinland-Pfalz planen und durchführen.“, gewährten die Anwesenden des Chorverbandspräsidiums einen Ausblick in die weitere Zukunftsplanung des Chorverbandes Rheinland-Pfalz.













