(openPR) Wohin nur mit den vielen Sachen, die Zuhause rumliegen? Üblicherweise lautet die Antwort: Keller, Dachboden oder Garage. Was aber tun, wenn keine der drei Abstellmöglichkeiten vorhanden ist? In Hildesheim hat in der Wachsmuthstraße 19 am Bahnhof eine Lagerbox eröffnet.
Auf bis zu 1000 Quadratmetern kann nun nahe des Bahnhofs jeder sein eigener Lagerist werden. Das Prinzip heißt Self Storage und bedeutet so viel wie selbst einlagern. In vielen Großstädten gibt es solche Angebote schon. Die Branche boomt. Geschäftsmann Horst Sander öffnet in Hildesheim ein neues Lager. "Schnell mal Platz schaffen, das wollen viele", sagt der Mann. Er hat in der Straße am Güterbahnhof ein fünfstöckiges Gebäude gekauft - einen ehemaligen Kornspeicher. Das Fabrikgebäude passt zu seinem Vorhaben, denn die dicken Etagendecken halten pro Quadratmeter bis 2000 Kilo aus. Auch der Lastenaufzug, Rolltore sowie die Laderampe fügen sich perfekt in seine Geschäftsidee.
Von außen fällt das Gebäude, das lange leergestanden hat, durch drei große Bullaugen auf. Horst Sander und sein Sohn Philipp (34) bauen die Etagen nach und nach aus. Einige 100 000 Euro hat er nach eigenen Aussagen bereits in den Komplex investiert. Und der Mann, der auffällig eine hellblaue und eine rosa Socke trägt, ist noch längst nicht fertig. Insgesamt sollen abschließbare, fensterlose Räume in den verschiedensten Größen auf 6000 Quadratmeter Platz entstehen. Die Mindestmietdauer beträgt vier Wochen und ist monatlich kündbar. Die Preise reichen monatlich von 20 Euro (ein Quadratmeter) bis 169 Euro (20 Quadratmeter).
Innen ist es hell und es riecht nach frischer Farbe. Auf jeder Tür befindet sich bereits eine Nummer. Große Einkaufswagen stehen für den Transport bereits aufgereiht an der Seite. Knapp die Hälfte der fertigen Räume ist schon vermietet. Davon eine komplette Etage an eine Behörde, die ihre Akten mindestens zehn Jahre archivieren muss.
Aber Sander möchte mit seinen Lagerboxen vor allem auch Privatleute ansprechen. Bei Umzügen, längeren Auslandaufenthalten, Erbschaften, Haushaltsauflösungen nach Scheidungen oder auch bei raumgreifenden Hobbys - das wertvolle Hab und Gut kann trocken und sicher in dem Selbstlagerhaus aufbewahrt werden. Fest steht in den Mietbedingungen nur: Was gelagert wird, darf nicht stinken oder krabbeln, und es darf weder explosiv noch illegal sen. "Die Mieter haben jederzeit Zugang", versichert der Geschäftsmann, der in Hildesheim auch seit 20 Jahren zwei Bordelle in der Nähe des Bahnhofs betreibt. Von Haus aus ist der Mann Möbelhändler.
Zu seiner Geschäftsidee gehört auch, mietbare Büroräume und Veranstaltungsräume in dem angrenzenden Gebäude anzubieten. Sie sind selbstverständlich nicht fensterlos. Damit nicht genug: Irgendwann möchte Sander zudem ein sogenanntes Driveup-Lager eröffnen, wo edle Motorräder und Luxusautos ein trockenes Stellplätzchen haben. "Das ist für alle gedacht, die nur zwei oder dreimal im Jahr mit ihrem Schmuckstück ins Freie wollen", sagt Sander.













